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Großteil der Bau-Investitionen von 330 Mrd. Euro floss 2014 in den Gebäudebestand

Bericht zur Lage und Perspektive der Bauwirtschaft 2015
  

(30.11.2015) Investitionen in bestehende Gebäude dominieren nach wie vor die Bautätigkeit in Deutschland. 188,5 Mrd. Euro sollen 2014 in die Erhaltung und Modernisierung des Gebäude­bestandes geflossen sein. Im Wohnungsbau entspräche dies über 70% aller dort investierten Mittel. Das gesamte Bauvolu­men betrug 2014 rund 330 Milliarden Euro - das geht aus dem Bericht zur Lage und Perspektive der Bauwirtschaft hervor, den das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vorgelegt hat.

BBSR-Direktor Harald Herrmann „erwartet, dass sich die posi­tive Entwicklung der Investitionen im nächsten Jahr fortsetzen wird. Die Rahmenbedingungen wie eine gute Arbeitsmarktlage, steigende Einkommen und niedrige Kreditzinsen sind stabil. Der Wohnungsbau wird ei­ne wesentliche Stütze des Wachstums bleiben.“ Zumal Zuwanderungen die Nachfrage nach Wohnraum weiter erhöhen werden. „Dies wird auch den Bedarf nach Renovierun­gen und somit die Bauleistungen in den Gebäudebeständen verstärken. Das Ausbauge­werbe dürfte davon profitieren,“ ergänzt Herrmann.

  • Das Gros der Bestandsinvestitionen (85%) entfiel 2014 auf Teilsanierungen. Insgesamt wurden 100 Mrd. Euro dafür aufgewandt.
  • Vollmodernisierungen spielen hingegen im Wohnungsbau weiterhin eine unterge­ordnete Rolle. Im vergangenen Jahr wurden etwa 7 Mrd. Euro in eine umfassen­de Modernisierung investiert. Dies entspricht sechs Prozent der Bestandsmaß­nahmen im Wohnungsbau.

energetische Ertüchtigung rückläufig

Rückläufig sind die Investitionen in die energetische Ertüchtigung von Wohngebäu­den. Diese sind dem Bericht zufolge gegenüber 2010 um 16% gesunken. Nur mehr als ein Viertel der Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbau waren 2014 energetisch be­dingt. Als ein Grund für den Rückgang werden zurückgehende Maßnahmen an der Gebäudehülle genannt. Angesichts sinkender Energiepreise lassen sich Investi­tionen in die energetische Sanierung demnach weniger schnell amortisieren. Außerdem könnte die anhaltende negative Berichterstattung rund um WDV-Systeme zur Verun­sicherung der Verbraucher beigetragen haben - siehe u.a. incl. Querverlinkungen „Po­sitionspapier: ,Vorurteile gegen den Einsatz von Dämmstoffen sind unberechtigt‘“ vom 16.9.2014.

Mehr Vollmodernisierungen im Nichtwohnbereich

Während beim Wohnungsbau die Vollmodernisierungen eine untergeordnete Rolle spiel­ten, hatten im Nichtwohnbereich die umfassenden Sanierungen in 2014 mit fast 28% einen deutlich höheren Anteil zu verzeichnen. 30% aller Bestandsmaßnahmen waren zudem energetisch bedingt. Der öffentliche Bau spielt dabei eine herausragende Rolle. Vergleichsweise gering war hingegen der Anteil, der auf die energetische Sa­nierung von Industriegebäuden entfiel.

Zur Erinnerung: Das Bauvolumen ist definiert als die Summe aller Leistungen, die auf die Herstellung und Erhaltung von Bauwerken gerichtet sind. Die Berechnung des Bau­volumens bezieht sich auf die Produktion im Bausektor. Neben dem Baugewerbe im engeren Sinne berücksichtigt sie weitere Branchen wie den Stahl- und Leichtmetall­bau, die Herstellung von Fertigbauten, die Bauschlosserei sowie Planungsleistungen und andere im Zusammenhang mit dem Bauprozess anfallende Dienstleistungen.

Im Unterschied zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden bei der Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Berlin (DIW) neben den Bauinves­titionen auch nicht werterhöhende Reparaturen berücksichtigt. Amtliche Statistiken für das Ausbaugewerbe liegen nur in begrenztem Umfang vor. Die Angaben beruhen daher auf Hochrechnungen und - insbesondere am aktuellen Rand - auf Schätzungen.

Der Bericht zur Lage und Perspektive der Bauwirtschaft 2015 kann per E-Mail an BBSR angefor­dert werden und ist zudem als PDF-Dokument downloadbar.

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