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500 Energieeffizienz Netzwerke bis 2020 sollen „Kultur der Energieeffizienz“ etablieren

Vereinbarung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und Verbänden und Organisationen der deutschen Wirtschaft über die Einführung von Energie effizienz-Netzwerken
Vereinbarung zwischen der Bundesregierung sowie Wirtschafts-Verbänden und -Organisationen (PDF-Download)

(3.12.2014) Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und das Bundesumweltministerium (BMUB) haben gemeinsam mit Verbänden und Organisationen der Wirtschaft eine Vereinba­rung zur flächendeckenden Einführung von Energieeffizienz Netzwerken unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, bis zum Jahr 2020 rund 500 neue Netzwerke zu etablieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe zu leisten.

Kultur der Energieeffizienz

„Eine Kultur der Energieeffizienz lässt sich nicht durch den Ge­setzgeber vorschreiben“, so Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. „Deshalb setzen wir auf das freiwillige Instrument der Energieeffizienz Netzwerke. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: mit den Netzwerken können große und hochrentable Effizienzpotentiale in Unterneh­men erschlossen werden.“


die beteiligten Wirtschafts-Verbände und -Organisationen

„Die heutige Unterzeichnung der Vereinbarung zur Initiierung von 500 Energieeffizienz Netzwerken ist ein großer Schritt für mehr Klimaschutz in der deutschen Wirtschaft“ so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. „Mit der Vereinbarung setzen wir am Tag des Kabinettsbeschlusses zum ,Aktionsprogramm Klimaschutz 2020’ und zum ,Na­tionalen Aktionsplan Energieeffizienz’ eine wichtige Maßnahme sofort um.“

Ein einzelnes Energieeffizienz Netzwerk soll aus 8 bis 15 Unternehmen bestehen. Jedes Unternehmen setzt sich mit Hilfe eines erfahrenen Energieberaters ein Einsparziel und unterlegt dies mit Maßnahmen. In einem moderierten und vom Energieberater begleite­ten Erfahrungsaustausch im Netzwerk setzen sich dann die Unternehmen ein gemein­sames Effizienzziel für ihre Netzwerkarbeit. In einem bereits existierenden Netzwerk-Projekt konnten laut BMWi die teilnehmenden Unternehmen ...

  • ihre Energieeffizienz nach drei bis vier Jahren im Vergleich zum Branchendurch­schnitt deutlich stärker verbessern,
  • ihre Treibhausgasemissionen im Schnitt um 1000 Tonnen CO₂ reduzieren und
  • ihre Energieproduktivität doppelt so schnell wie der Branchendurchschnitt er­höhen.

Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen der Wirtschaft haben zugesagt, die Verbreitung von Energieeffizienz Netzwerken bei den Unternehmen über die ge­samte Laufzeit der Vereinbarung zu fördern - u.a. auch, indem sie als Initiatoren von Netzwerken auftreten. Die Bundesregierung will beispielsweise durch Informationen und Instrumente für die praktische Durchführung tatkräftig zum Erfolg der Initiative beitragen. Die Umsetzung der Vereinbarung wird durch ein jährliches Monitoring be­gleitet.

BDI: „Know-how von Energieexperten statt Bürokratie“

Der BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber begrüßte bei der Unterzeichnung die Zu­sammenarbeit von Bundesregierung und Industrie bei der Energieeffizienz: „Die Effi­zienznetzwerke sind für die Verbesserung der Energieeffizienz das geeignete Instru­ment. Sie setzen auf das technische Know-how der Energieexperten in den Unterneh­men statt auf teure Bürokratie und Meldepflichten. Über den Netzwerkgedanken för­dern sie den Erfahrungsaustausch und starten einen Ideenwettbewerb", sagte Kerber.

Aber ...

Im dritten Jahr der Energiewende droht nach aktuellen BDI-Berechnungen vor allem die Wirtschaftlichkeit aus dem Ruder zu laufen. Die Netzwerke würden einen sichtba­ren Beitrag leisten für die Senkung von Energiekosten. Zur Steigerung der Kosteneffi­zienz im Energiesystem forderte Kerber von der Politik weitere Anstrengungen. „Wir müssen auch bei der Energieeffizienz im Gebäudebereich dringend vorankommen.“ Die Zusage einer steuerlichen Förderung im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sei überfällig und ein wichtiger erster Schritt. „Damit es nicht nur bei Absichtserklä­rungen bleibt, müssen Bund und Länder sich nun rasch bei der Finanzierung einigen", verlangte Kerber.

Übrigens: Weitergehende Informationen zur aktuellen Energiepolitik finden sich im alle 2 Wochen erscheinenden Newsletter „Energiewende direkt“ des Bundeswirtschaftsministeriums.

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