Redaktion  || < älter 2016/0308 jünger > >>|  

Parallel-Floating-Buttering: Neues Klebeverfahren für Innendämmsysteme von Sto

(7.3.2016; FAF 2016-Bericht) Bei der Entwicklung von Innen­dämmsystemen geht es u.a. auch darum, Strategien zu entwi­ckeln, um die diversen bauphysikalischen Herausforderungen sicher und dauerhaft zu lösen. Neben dem Taupunktmanage­ment gilt es, warme Luft aus dem Innenraum zwischen Wand und Innendämmung zu vermeiden. Denn beim Abkühlen an die­ser heiklen Stelle steigt unweigerlich die relative Luftfeuchte, was wiederum ziemlich sicher zur Schimmelbildung hinter dem Dämmsystem führt - vom Prinzip her ein Taupunktereignis. Zu­gleich wird die Dämmleistung des Systems verschlechtert. Die­ser Mechanismus soll bei den Innendämmsystemen von Sto zu­künftig unterbunden werden, indem die Wärmedämmplatten im Parallel-Floating-Buttering-Verfahren mit der Außenwand ver­klebt werden.

Zum Hintergrund: Bei der Entwicklung der Innendämmsysteme StoTherm In Aevero (Aerogel-Dämmplatte; siehe Beitrag dazu vom 17.11.2011) und StoTherm In SiMo (EPS-Dämmplatte) wurde das Taupunktmanagement der Kleberschicht zugewiesen: 

Die Kleberschicht dient also als Zwischenspeicher für Feuchtigkeit. Dies hat zur Kon­sequenz, dass an die Kleberschicht bezüglich Dicke und Vollflächigkeit klare Forderun­gen gestellt werden, um eine definierte Speicherkapazität pro Flächeneinheit sicher­zustellen. Gleichzeitig muss auch bei diesen Systemen die Konvektion dauerhaft und sicher unterbunden werden. Um diese Vorgaben zu erfüllen, wurde die Kleberschicht­dicke in Abhängigkeit von System und Dämmstoffdicke festgelegt.

Kleberschichtdicke in Abhängigkeit vom Dämmsystem und der Dämmstoffdicke
Dämmstoffdicke StoTherm In Comfort StoTherm In Aevero StoTherm In SiMo
≤ 20 mm - 5 mm 5 mm
> 20 ≤ 40 mm 5 mm 10 mm 5 mm
> 40 mm 5 mm - 10 mm

Um die maximale Speicherkapazität pro Flächeneinheit zu erreichen, sollte der Kleber­auftrag möglichst porenfrei erfolgen. Bei Kleberschichtdicken von bis zu 10 mm ist das eine ungeliebte Forderung, da sie in der Baustellenpraxis bisher nur mit Mehraufwand umsetzbar ist.

Neue Wege, einfache Umsetzung

Um es dem Fachhandwerk möglichst leicht zu machen, diese Forderung zu erfüllen und zugleich Fehlerquellen zu minimieren, wurde das neue Sto-PFB-Klebeverfahren (Parallel-Floating-Buttering-Verfahren) entwickelt. Diese Technik verspricht, die Vor­gaben auf der Baustelle ohne Zeitverlust und sicher umsetzen zu können. Ihr Einsatz empfiehlt sich bei allen Sto-Innendämmsystemen, da sie die Systemsicherheit erhöht - selbst in den Fällen, in denen das althergebrachte Floating-Buttering-Verfahren aus­reichend wäre. 

Das Verfahren beinhaltet eine neu entwickelte und zum Patent angemeldete Zahn­traufel und ein neues Applikationsverfahren: Bei der Traufel wurde die Zahnung so gestaltet, dass bei der Verklebung in Verbindung mit dem neuen Verfahren die auf­gezahnten Kleberstränge ineinander greifen, damit Konvektion ausgeschlossen wird. Zudem ermöglicht die Traufel in Verbindung mit dem neuen Applikationsverfahren ei­ne definierte Schichtdicke des Klebers.

In der Praxis wird der Kleber mit der Sto-Zahntraufel PFB 5 (für 5 mm Kleberschicht) oder Sto-Zahntraufel PFB 10 (für 10 mm Kleberschicht) wie gehabt auf Wand und Dämmplatte aufgetragen. Entgegen der bisher üblichen Vorgehensweise wird die Wär­medämmplatte dann aber hochkant an die Wand geklebt. Die Kleberstränge auf der Wand und der Dämmplatte verlaufen also parallel. Dadurch soll das nahezu luftporen­freies Kleberbett mit exakt der jeweils definierten Kleberschichtstärke entstehen.

Weitere Informationen zur Innendämmung können per E-Mail an Sto angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: