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Neu gegründete EuroWindoor AISB stellt u.a. EU-Energielabel für Fenster infrage


  

(26.10.2015) Mit EuroWindoor AISBL wurde eine neue Inte­ressenvertretung der europäischen Fenster-, Außentüren- und Fassadenindustrie gegründet, um die EU-Institutionen in Schlüsselfragen rund um Fenster, Türen und Fassaden an­zusprechen. Die 12 nationalen Verbände, die den neuen Ver­band bilden, repräsentieren bedeutende Unternehmen, die in ganz Europa aktiv sind und in der Zusammenarbeit mit Händlern, Montageunternehmen und Bauherren eine herausragende Marktposition einnehmen.

„Die Schaffung eines einzigen materialunabhängigen Verbands und damit die Bünde­lung der Interessen in einer neuen, verbesserten Organisationsstruktur bedeutet, dass wir die Fenster-, Türen- und Fassadenbranche in Europa effektiver vertreten können“, erklärte Joachim Oberrauch, Präsident von EuroWindoor AISBL, bei der Vorstellung. Mit zwei Positionspapieren zum „EU-Energielabel für Fenster“ und zur „RoHS II Directive“ ist der Verband EuroWindoor AISBL bereits in Brüssel aktiv.

Infragestellung des Nutzens eines europäischen Energielabels für Verbraucher und Hersteller

Obwohl EuroWindoor sich nachdrücklich für europaweite Maßnahmen zur Energieeffi­zienz einsetzt, will der Verband nicht das vorgeschlagene europäische Energielabel unterstützen.

Der Verband argumentiert, dass Fenster mit ihren sehr spezifischen Produkteigen­schaften bereits national geregelt würden. Außerdem hänge die Energieeffizienz von Fenstern von einer Vielzahl von Faktoren ab - wie etwa von den unterschiedlichen Klimaeigenschaften (selbst innerhalb einzelner Länder), der jeweiligen Himmelsrich­tung des verbauten Fensters und verschiedenen Gebäuderichtlinien.

Aufgrund der Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) seien die Mit­gliedstaaten bereits für die Festlegung kostenoptimaler Energieeffizienzanforderungen für Gebäude und Komponenten verantwortlich. Zudem gebe es bereits eine CE-Kenn­zeichnung für Fenster. Und schließlich würde durch die Europäische Kommission kein deutlicher Zusammenhang zwischen der Einführung des EU-Energielabels und Energie­einsparungen belegt. Ein EU-Energielabel dürfte kaum hilfreich sein, Verbraucher bei der Wahl von energie- und kostenoptimalen Produkten in ganz Europa zu unterstüt­zen. Somit sei es sehr unwahrscheinlich, dass die erwarteten Vorteile aus der Einfüh­rung des Labels tatsächlich eintreten.

EuroWindoor will sich gleichwohl sehr für die kontinuierliche Verbesserung der Energie­effizienz von Gebäuden in Europa engagieren. Deswegen schlägt der Verband eine Al­ternative zum EU-Energielabel vor: eine neue Regelung innerhalb der Richtlinie zur Ge­samtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) mit Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden für Neubau und Sanierung, die auf der vollständigen Energiebilanz beruht (einschließlich solarer Gewinne) und nicht nur auf dem U-Wert, mit dem ausschließlich der Wärmeverlust angegeben wird - jeweils spezifiziert nach den beson­deren klimatischen Bedingungen der verschiedenen Mitgliedstaaten.

Begrenzung des Umfangs der Rohs II Directive

Die „RoHS II Directive“ ist eine seit Juli 2011 gültige EU-Richtlinie, die die Verwendung gefährlicher Stoffe wie zum Beispiel Blei, Chrom VI oder Cadmium in Elektro- und Elek­tronikgeräten begrenzt und ab 2019 auch für Fenster und Türen mit elektrischer Funk­tion in Kraft tritt.

Das zentrale Problem aus Sicht von EuroWindoor ist, dass die Richtlinie die Anforde­rung nicht allein auf das elektrische Bauteil, sondern auf das ganze Bauprodukt über­trägt. Stattdessen fordert EuroWindoor, sich auf das elektrische Bauteil zu beschrän­ken. Weiterhin kritisiert EuroWindoor den zu kurzen Übergangszeitraum sowie die man­gelnde Übereinstimmung mit anderen vergleichbaren Regelungen.

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