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Fenster- und Türenbranche rechnet für 2016 mit moderatem Wachstum


  

(31.3.2016) Der Fensterabsatz in Deutschland wird 2016 - ge­messen an der Anzahl der tatsächlich eingebauten Fenster - um 3,0% zulegen. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Stu­die der vier führenden Branchenverbände, die in Zusammenar­beit mit der Heinze GmbH aus Celle erstellt und auf der FENS­TERBAU FRONTALE 2016 präsentiert wurde. Im Laufe des Jah­res werden demnach rund 13,9 Mio Fenstereinheiten vermark­tet werden können. Unterstützt wird diese Entwicklung u.a. durch den anhaltend hohen Bedarf im Wohnungsbau sowie die positiven gesamtwirtschaftlichen Prognosen.

2015 wurde laut Studie mit einem Plus von rund 1,0% bzw. rund 13,5 Mio. vermarkteten Fenstereinheiten etwas schlech­ter als erwartet abgeschlossen. Vorangegangene Prognosen gingen noch von einem Zuwachs in Höhe von 1,9% aus. Ver­antwortlich für das niedrigere Ergebnis waren die unerwartet hohen Rückgänge im Re­novierungsbereich (-1,9% statt prognostizierten -0,2%).

Für 2016 rechnet die Fenster- und Türenbranche in den Bausegmenten Neubau und Renovierung sowie Wohn- und Nichtwohnbau aber wieder mit stabilen Zuwächsen:

  • 60,9% aller produzierten Fenster werden 2016 voraussichtlich für die Renovie­rung bzw. energetische Sanierung des Gebäudebestandes verwendet. Dabei wird erwartet, dass das Marktvolumen sich in diesem Bereich um durchschnitt­lich 2,9% steigern wird.
  • Die Zahl der im Neubau eingesetzten Fenster wird den Erwartungen zufolge um 3% steigen und damit erneut einen Marktanteil von 39,1% erreichen.

Die Branchenstudie gibt überdies auch Auskunft über die prozentuale Verteilung der Fenster im Wohn- und Nichtwohnbau. Demnach ist 2016 ein ordentlicher Anstieg der Wohnbauaktivitäten um 3,8% zu erwarten. Aber auch im Nichtwohnbau kann nach zwei rückläufigen Jahren mit einem Wachstum von 1,4% gerechnet werden. Die An­teilsverlagerungen werden sich damit 2016 in engen Grenzen halten:

  • 66,9 Prozent der verkauften Fenster werden im Wohnbau verbaut, nach 66,1 Prozent in 2015.
  • Der Nichtwohnbau kommt 2016 auf 33,1 Prozent, nach 33,9 Prozent im Vor­jahr.

Kunststofffenster bauen ihren hohen Marktanteil weiter aus

Mit einem Wachstum leicht über der Höhe des Gesamtmarktes wird der Kunststoff­fenster-Anteil in 2016 bei voraussichtlich rund 58,3% liegen, nach rund 58,1% im Vorjahr. Entsprechend freute sich der pro-K-Geschäftsführer Ralf Olsen in Nürnberg: „Kunststofffenster sind sowohl bei der Sanierung des Gebäudebestandes als auch im Wohnungsneubau - und aktuell speziell durch steigenden Mehrfamilienhausbau - ge­fragt.“ Darüber hinaus erwarten die Verbände, dass ...

  • der Anteil von Holzfenstern mit 15,2% konstant bleibt,
  • der Absatz von Holz-Metall-Konstruktionen die höchsten Zuwachsraten auf­weisen wird (3,5%), sich daraus aber keine signifikante Verlagerung der Markt­anteile von derzeit 8,9% ableiten lässt, und dass ...
  • der Marktanteil der Metallfenster hochgerechnet auf rund 17,5% sinken wird (2015: 17,7%) - aufgrund der in den letzten Jahren eher unterdurchschnittli­chen Entwicklung im Nichtwohnbau.

3,3% mehr Außentüren

Der Absatz von Außentüren entwickelt sich derzeit geringfügig besser als der Fenster­markt: „2016 werden in Deutschland rund 1,411 Millionen Außentüren verkauft, 2015 waren es noch rund 1,366 Millionen Stück. Dies entspricht einer Steigerung um rund 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist auf den höheren Anteil im Wohnbau zu­rückzuführen“, so der stellvertretende Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie, Holger Koch.

  • Die größten Steigerungsraten in den Bausegmenten werden 2016 dem Neubau mit 4,0% zugetraut, der Renovierungssektor könnte um 2,9% zulegen.
  • Der Wohnbau gewinnt nach den jüngsten Hochrechnungen 3,7%, der Nicht­wohnbau wird demnach mit einem Plus von 1,6% die Rückgänge des Vorjahres kompensieren können.

Mit Blick über alle Rahmenmaterialien hinweg wird mit Zuwächsen zwischen 2,9 Pro­zent und 3,5 Prozent gerechnet, die Marktanteile bleiben relativ konstant und wer­den sich vermutlich folgendermaßen aufteilen:

  • Kunststofftüren: 32,9%,
  • Aluminiumtüren: 32,1%,
  • Holztüren: 25,6%
  • andere Rahmenmaterialien: 9,4%

„Der Gesamtmarkt für Fenster und Haustüren in Deutschland entwickelt sich weiter­hin freundlich, die überproportional steigenden Importe dürfen dabei aber nicht über­sehen werden“, resümierte Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesver­bandes Flachglas (BF). Die derzeitige Diskussion zur Verbesserung von Abschreibungs­möglichkeiten bei Investitionen im Wohnungsbau wird von den Verbandsgeschäftsfüh­rern durchaus begrüßt: „Es besteht dabei jedoch die Gefahr, dass potenzielle Bauher­ren ihr Engagement bis zum endgültigen Inkrafttreten auf Eis legen. Die bislang vorlie­genden Zahlen zu Baugenehmigungen im Wohnbau lassen diesen Attentismus bereits erahnen, eine zügige Umsetzung wäre daher wünschenswert.“

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