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Nationale Asbest-Profile behalten die gefährliche Altlast im Auge

National Asbestos Profile for Germany
  

(1.2.2015) Trotz eines umfassenden Verbots im Jahr 1993 sterben jährlich immer noch 1.500 Menschen an den Folgen von Asbest. Dies ist nur eine Zahl aus dem nationalen Asbest-Profil für Deutschland, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Um die Ge­sundheit der Beschäftigten zukünftig zu schützen, informieren nationale Asbest-Profile über ...

  • Asbestverbrauch und -verwendung,
  • die Anzahl der Exponierten,
  • das mit Asbestfasern verbundene Erkrankungsgeschehen,
  • das System zur Überwachung und Durchsetzung von Grenzwerten und Verwendungsverboten sowie
  • die gesellschaftliche und ökonomischen Belastung.

Wundermineral hat sich in gefährliche Altlast verwandelt

Asbest ist ein Naturstoff, der als „Mineral der tausend Möglichkeiten“ seit mehr als 100 Jahren in industriellen und verbrauchernahen Bereichen Verwendung gefunden hat. Asbestprodukte wurden in Deutschland zumindest bis Anfang der neunziger Jah­re vor allem im Baubereich verwendet.

Die Gesundheitsgefahren durch Asbest wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts er­kannt. Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose ist seit 1942 in Deutschland offiziell als Berufskrankheit anerkannt.

In der Vergangenheit waren bis zu 2,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland asbest­gefährdet. Im Jahr 2012 verstarben laut nationalem Asbest-Profil über 1.500 Berufser­krankte, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren. Das liegt auch an der lan­gen Latenzzeit zwischen Asbestbelastung und Krebserkrankung, die durchschnittlich 38 Jahre beträgt. Insgesamt starben zwischen 1994 und 2012 über 26.000 Menschen an den Folgen des Minerals.


Bild: ATW GmbH (Bild vergrößern)

Die am häufigsten auftretenden Todesursachen bei Berufskrankheiten sind asbestver­ursachte Bindegewebstumore mit 34 Prozent sowie Lungen- und Kehlkopfkrebs mit 24 Prozent. Die Kosten für die medizinische Versorgung und Rentenzahlung für Asbester­krankte und deren Angehörige lagen in den Jahren 1990 bis 2012 bei etwa 6,1 Milliar­den Euro und werden voraussichtlich auf bis zu 10 Milliarden Euro ansteigen.

Zwischen 2001 und 2014 fielen rund vier Millionen Tonnen asbesthaltiger Müll - zu­meist in Form von Bauschutt - an. Aktuell sind immer noch über 35 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut, meist in Form von Asbestzement. Insbesondere beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann Asbest freigesetzt werden. Ende 2012 waren immer noch fast 89.000 Beschäftigte in Deutschland mit Asbestprodukten in Kontakt. Das Profil führt daher auch die Regelungen zum Schutz der Beschäftigten auf. Ein Literaturverzeichnis schließt die Veröffentlichung ab.

Die bibliographischen Angaben zum ...

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