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TÜV Rheinland aktualisiert Baustoffliste mit nunmehr über 600 unbedenklichen Produkten

(14.9.2014) Die meiste Zeit des Tages hält sich der durchschnittliche Mensch in ge­schlossenen Räumen auf und ist möglicherweise giftigen Ausdünstungen ausgesetzt, weil beim Bauen oder Renovieren nicht auf schadstoffarme Materialien geachtet wur­de - zumal schädliche Baustoffe mit Asbest, PCB oder PAK früher durchaus üblich und explizit erlaubt waren. Besonders weit verbreitet waren z.B. künstliche Mineralfaser­produkte wie Glas-, Stein- oder Schlackenwollen für die Gebäudedämmung.

  • Wurden diese Dämmstoffe nach 2000 eingebaut, können sie als nicht krebser­zeugend bewertet werden.
  • Insbesondere Produkte, die vor 1996 eingebaut wurden, stehen aber im Ver­dacht, krebserzeugend zu sein.

Trotzdem besteht keine Notwendigkeit, Dämmstoffe in jedem Fall auszutauschen. „So­fern das Material einwandfrei verbaut wurde und dicht vom Innenraum getrennt ist, gibt es keinen Handlungsbedarf“, sagt Dr. Walter Dormagen, Schadstoff-Experte von TÜV Rheinland.

"Lösemittelarm" wenig aussagekräftig

Immer noch geben viele der heute eingesetzten Bauprodukte Schadstoffe in die Raumluft ab. Farben, Lacke und Kleber enthalten beispielsweise Lösemittel, Weich­macher oder Biozide. Und „Lösemittelarm“ oder „lösemittelfrei“ bedeutet nicht unbe­dingt, dass ein Produkt schadstoffarm ist. Denn zugesetzte organische Flüssigkeiten, die nicht zu den Lösemitteln zählen, können die Raumluft ebenso belasten, teilweise sogar über einen längeren Zeitraum als herkömmliche Lösemittel.

Auch als „ökologisch“ deklarierte Produkte eignen sich nicht zwangsläufig für schad­stoffarmes Bauen. „Viele dieser Stoffe enthalten geruchsintensive Terpengemische als natürliche organische Lösemittel“, erklärt Dr. Dormagen. „Diese können die Haut und Schleimhäute reizen sowie allergische Reaktionen auslösen.“

Aktuelle Liste unbedenklicher Baustoffe

Unabhängige Prüfzeichen wie der „Blaue Engel“ kennzeichnen  Baustoffe, die als si­cher gelten können. Auch TÜV Rheinland vergibt Prüfzeichen für schadstoffarme Pro­dukte und Gebäude. Zudem verfügt der Prüfdienstleister über eine regelmäßig aktua­lisierte Baustoffliste mit mehr als 600 unbedenklichen Produkten. Diese Liste ist insbe­sondere für Handwerksbetriebe und Bauunternehmen relevant und kann kostenpflich­tig bei TÜV Rheinland bestellt werden - siehe PDF-Faxvorlage unter tuv.com >  Ge­schäftskunden > Bauen und Immobilien > Bauen und Baustoffe > Schadstoffarmes Bauen.

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