Redaktion  || < älter 2014/0471 jünger > >>|  

GEPLANT + AUSGEFÜHRT 2014 auf der Handwerksmesse verliehen

(15.3.2014) Am 13. März sind auf der Internationalen Handwerksmesse in München Vorzeigeprojekte von Handwerkern und Architekten bzw. Innenarchitekten ausge­zeichnet worden. Die Jury verlieh die GEPLANT + AUSGEFÜHRT-Preise für ...

  • ein Wohnhaus auf schwierigem Gelände in Irsham,
  • eine Aussegnungshalle in Theinselberg und
  • eine Bar in Innsbruck.

Den Publikumspreis, ausgelobt von der Deutschen Handwerks Zeitung, erhielt das Atelierhaus "Schwarz auf Weiß" in der Oberpfalz. Nominiert für die Preise waren Privat­häuser, gewerbliche und kommunale Gebäude aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz.

Wohnhaus auf schwierigem Gelände in Irsham

Ein Grundstück, leicht abschüssig, lang und schmal, umgeben von Bauernhäusern und altem Baumbestand - keine einfache Voraussetzungen für die Errichtung eines neuen Wohnhauses. Das Ergebnis jedoch beeindruckt: Ein außergewöhnliches Gebäude, ge­meinsam erschaffen von Koeberl Doeringer Architekten (Passau), der Zimmerei Holz­bau A. Höngberger (Vilshofen/Sandbach), der Veit Fröhler Bau GmbH (Hauzenberg) und der Ratzer GmbH (Passau). Es wurde mit dem ersten Preis geehrt:

Der schmale, eingeschossige Flachdachbau in Irsham zeichnet sich laut Jury durch ei­ne lebendige, klar strukturierte Fassade aus. Sie besteht aus unbehandelten Schwarz­stahlplatten, die in Breite, Stärke und Oberflächenqualitäten variieren und mit Lärche-Dreischichtplatten durchsetzt sind. Die witterungsbedingte, materialgerechte Alterung sowie Veränderungen der Fassaden-Oberfläche durch Roststellen waren von vornhe­rein einkalkuliert und gewünscht. So veränderte sie in kurzer Zeit ihren Charakter von schwarz glänzend zu einer rotbraunen Patina und interessanten Strukturen. Durch In­nenhöfe und Fassadenöffnungen sowie eine Terrasse entstehen Durch- und Weitblicke auf Felder und Wiesen, so die Jury. Die schlanken Innenräume gewinnen dadurch Of­fenheit sowie eine wohltuende, lichte Atmosphäre.

Aussegnungshalle in Theinselberg

Auf dem zweiten Platz landeten f64 Architekten (Kempten), die Höller + Wanner GbR (Wiggensbach), Holzhauswerkstatt Riedle & Bader Holzbau (Baisweil), und die Oskar Hoffmann Bau- und Möbelschreinerei (Oy) für die Neuplanung der Aussegnungshalle und des Gemeindehauses der Kirche St. Afra in Theinselberg:

Der Jury gefiel u.a. die Freistellung der im Kern aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche. Errichtet wurden die beiden Neubauten am unteren, östlichen Ende des Fried­hofes. Sie bleiben im Vergleich zur Kirche zwar untergeordnete Objekte, so die Jury, entwickeln aber dennoch „eine ausgewogene Einheit untereinander und einen span­nungsvollen Zusammenklang mit dem Kirchenbau“.

Erlkönig-Bar in Innsbruck

Eine Herausforderung für Planer und Handwerker stellte auch die Erlkönig-Bar in Inns­bruck dar. Denn es sollten die Qualitäten der Räume, Gewölbeformationen, Wandstruk­turen und Fußbodeneigenheiten wahrnehmbar gemacht werden. ATP sphere GmbH (Innsbruck, Österreich), die Tischlerei Holzer (Schwaz, Österreich) und Mark Wohn­design (Wattens, Österreich) setzten auf die Kombination von edlen Materialen und Oberflächen mit literarischen Zitaten als Wandgestaltung sowie ein besonderes Licht­konzept und wurden mit dem dritten Platz beim Wettbewerb belohnt:

Die individuell gefertigten Ausbauelemente aus Nussholz und lederbezogene Barhocker, die an Pferdesattel erinnern und eigens für das Lokal entworfen wurden, hob die Jury ebenso hervor wie das Beleuchtungskonzept. Dieses wirke tagsüber klassisch unauf­dringlich, schaffe aber bei Dunkelheit eine nahezu „sakral“ anmutende Atmosphäre.

Atelierhaus „Schwarz auf Weiß“

Der Publikumspreis, der in diesem Jahr von der Deutschen Handwerks Zeitung aus­gelobt wurde, ging an das Atelierhaus „Schwarz auf Weiß“ von Fabi Architekten (Re­gensburg, München) und der French Connection GmbH (Wenzenbach). Das Haus be­steht aus einem schwarzen Baukörper, der gedreht auf einem weißen Flachdachge­bäude liegt. Während oben ein Raum zum Arbeiten, Essen, Feiern und Entspannen entstand, dient der untere Bereich als Ruhe- und Schlafbereich:

Insgesamt waren für den GEPLANT+AUSGEFÜHRT-Preis 30 Projekte von Handwerkern und Architekten/Innenarchitekten nominiert, die auf einer Sonderausstellung auf der Internationalen Handwerksmesse auch vorgestellt wurden. An den Arbeiten beteiligt waren Tischler, Zimmerer, Schreiner, Maler, Metallbauer, Spengler und zahlreiche an­dere Gewerke. Unterstützt wird der Wettbewerb GEPLANT+AUSGEFÜHRT unter ande­rem von der Bayerischen Architektenkammer und dem Bund Deutscher Innenarchitek­ten (BDIA), dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und dem Bayerischen Handwerkstag.

siehe auch für zusätzliche Informationen: