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Hagemeister Klinker im Stromlinienverband bringt Swing ins Utrechter Jazzviertel

(28.5.2013) Inmitten des rasant wachsenden Stadtviertels Leidsche Rijn im Westen von Utrecht haben Geurst & Schulze architecten einen markanten Wohnkomplex aus drei in sich ge­schlossenen Blöcken realisiert. Ihr Entwurf überträgt das Kon­zept altrömischer Villen in die urbane Lage zwischen Jazzsingel und Louis Armstronglaan (siehe Google-Maps).

Das Gesicht der Gebäude prägt Hagemeister Klinker der Sor­tierung „Gent“ BU+FU in natürlich-warmen Braunnuancen, die vom dunklen Sandton bis hin zum rötlichen Bronzebraun mit schwarzen Kohlebrandpassagen changieren. Fast schon dy­namisch ist die Anordnung der Klinker an exponierten Gebäu­deteilen. U.a. im Stromlinienverband (Bild rechts), schräg in die Fassade eingesetzt, bringen sie Swing ins Jazzviertel – und spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters.

Auf einem Gelände von 25 km² entsteht das Großprojekt „Leidsche Rijn“ als überwie­gend geschlossene Bebauung. Der Stadtteil im Westen von Utrecht wächst seit 2007 extrem schnell. Zu Baubeginn lebten dort etwa 17.000 Einwohner, bis zum Jahr 2025 sollen es circa 81.000 Einwohner sein. Umgeben von einem Grüngürtel mit großzügigen Parkanlagen, bietet das Gelände attraktiven Raum, um neue Architekturkonzepte zu verwirklichen. Dank zahlreicher Kanalstraßen, die vom Rhein abzweigen, profitieren viele Bewohner von der Lage am Wasser.

Altrömisches Flair

Auch an der Jazzsingel geben die Wohnungen im Norden den Blick auf den Rhein frei. Im Süden säumen italienische Pappeln eine Bahnlinie von Gouda nach Utrecht. Wie eine altrömische Villa umschließen die drei Blöcke von Geurst & Schulze architecten Grünflächen im Inneren.

Vernetzt werden die Gärten durch Grünstrukturen entlang der verbindenden Straße. Auf der ersten Etage ist zudem ein Rundgang um das Gebäude möglich, um den Innenbereich von allen Seiten bequem zu erreichen. Die insgesamt 211 Wohnun­gen verfügen über private Dachterrassen und Loggien. Mitten im aufblühenden Stadtviertel entsteht so ein Raum der Ruhe.

Als Blickfang erheben sich die Neubauten an den äußeren Ecken über sechs Geschosse. Die gestaffelte Bauweise, die zum Innenbereich hin auf drei Geschosse abfällt, soll den An­wohnern als Schallschutz dienen.

Den urbanen Charakter des Wohnkomplexes unterstreicht die einheitliche Fassade. Wechselseitig vermauert, spielt der warmtonige Klinker seine vielfältigen Oberflächen­varianten aus und lockert die stringente Blockstruktur auf. An ausgewählten Gebäude­teilen variieren die Architekten das kompakte Mauerbild mit unterschiedlichen Spiel­arten:

Gestalterische Vielfalt mit einer Sortierung

Mit der Fußseite vermauert, erscheint der Klinker in einem sanften Ockerton. Am Ge­bäudesockel und an den Fensterrahmen erzeugt die erdig-braune, rauhe Vorderseite des Klinkers „Gent“ BU kontrastreiche Akzente. Besondere Wirkung entfaltet die Stra­ßenfront der Gebäudeecken. Hier ist die rauhe Klinker-Sichtseite auf Geschosshöhe kopfvermauert. Das leicht auskragende Gebäude scheint wie auf ein Podest gesetzt:

Fast schon dynamisch ist die Anordnung der Klinkerrückseiten im Stromlinienverband an den repräsentativsten Gebäudeteilen. Die schräg eingesetzten Steine verleihen der Fassade eine dreidimensionale Textur – und bringen Swing in die Jazzsingel.

Ein Ort zum Wohlfühlen

„Klinker ist immer noch das modernste Baumaterial zur Fassa­dengestaltung - stark, schön und traditionsreich“, sagt Jeroen Geurst, federführender Architekt bei der Gestaltung des Jazz­viertels, über die Qualitäten des Mauerwerks in Utrecht. Ob Louis Armstrong, Duke Ellington oder Count Basie: die in den Straßennamen des Viertels verewigten Jazzlegenden sollen auch dank der Ziegel-Fassaden in guter Erinnerung bleiben. Durch Zitate der altrömischen Bauweise und naturnahe Far­ben wollten Geurst & Schulze architecten jedenfalls einen Ort zum Wohlfühlen schaffen.

Weitere Informationen zur Sortierung „Gent“ BU+FU können per E-Mail an Hagemeister angefordert werden.

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