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Studie zur Stadtflucht: Kostenparadoxon der Baulandentwicklung

<!---->(7.2.2010) Durch unkoordinierte Entscheidungen aller Beteilig­ten entstehen teure und ineffiziente Siedlungen. Wenn alle Akteure ihre eigenen Ausgaben so niedrig wie möglich halten, resultieren daraus noch lange nicht niedrige Kosten für die Gemeinschaft, sondern im Gegenteil hohe Aufwendungen für eine gesamte Region und die Steuerzahler ("Kostenparadoxon der Baulandentwicklung"). Zu diesen Erkenntnissen kommt ei­ne neue Studie des Leibniz-Instituts für ökologische Raument­wicklung (IÖR) Dresden im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die auch Gründe dafür nennt und Verbesserungsvorschläge macht.

Ein Ansatz, der städteplanerisch ungewollten Zersiedelung zu begegnen, könnten entsprechende finanzielle Anreize sein. An der Entwicklung und Nutzung von Bauland sind aber ganz unterschiedliche Interessenten beteiligt. Was treibt bei diesem Zusam­menspiel die Gesamtkosten hoch?

Die IÖR-Wissenschaftler fanden heraus, dass alle Akteure zwar kostenbewusst han­deln (können), dabei aber sehr unterschiedliche Kostenarten im Blick haben und lang­fristige Folgen für sich und andere Mitwirkende vernachlässigen. Wenn beispielsweise die Kosten für eine neue Infrastruktur auf Projektentwickler abgewälzt werden kön­nen, ist der ökonomische Anreiz, effizienter zu agieren für Kommunen gering. Manch­mal beachten sie bei der Entscheidung für ein Neubaugebiet auch nicht die späteren Unterhaltskosten für Straßen. Ähnlich verhält es sich bei Häuslebauern, die beim Kauf günstigen Baulands nicht ihre künftigen Mobilitätskosten ins Kalkül ziehen.

Kostenparadoxon der Baulandentwicklung

Faktoren wie diese tragen aus Sicht der Forscher zum "Kostenparadoxon der Bau­landentwicklung" bei. Um ineffiziente, teure Siedlungsstrukturen infolge vieler unge­steuerter Einzelentscheidungen zu vermeiden, fordern die Wissenschaftler, Kosten der Bau­landentwicklung deutlicher sichtbar zu machen und Fehlanreize abzubauen. "Außerdem müssten die Verfahren zur Kostenermittlung geändert werden, um lang­fristige Entwicklungen nachhaltig mitzubeachten und so die künftigen Kosten für die Allgemeinheit zu begrenzen", sagt Clemens Deilmann, der Leiter des Projektes.

Die Studie "Von der Außen- zur Innenentwicklung in Städten und Gemeinden - das Kostenparadoxon der Baulandentwicklung" als PDF-Dokumente:

Vergleiche auch mit Beitrag "Difu-Studie: "Neue Baugebiete bringen Gemeinden eher finanzielle Verluste"" vom 5.2.2008.

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