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Wärmepumpe = Heizstabfreie Zone

(28.10.2005) Der Wärmepumpenmarkt ist mit Wachstumsraten von weit über 30% Indikator für die Flucht vor den rasant steigenden Preisen der fossilen Brennstoffe. Um die bemerkenswerten Möglichkeiten der "neuartigen" Heizungstechnik effizient und fachgerecht anbieten zu können, wäre längst eine Ausbildungsoffensive nötig, die übergreifend über das vorherrschende Branchendenken operiert: Die bisherigen Vertriebswege der Industrie setzen traditionell, auch wegen der Kundennähe, auf steckerfertige "plug-and play"-Lösungen für den Heizungsbau, wenn es um die Wärmepumpe geht. Aber so wird auch die Illusion genährt, für eine Wärmepumpenheizung sei nicht grundlegend anderes Wissen nötig als für eine Verbrennungsheizung. Als Resultat bleiben leider oft Effizienz und Qualität der Systeme mangels kältetechnischer Kenntnisse und Befugnissen auf der Strecke.

Wärmepumpe, Wärmepumpen, Heizstab, Wärmepumpenheizung, Heizungsbau, elektrische Zusatzheizung, Heizungstechnik, Solewärmepumpe, Solewärmepumpen, Elektroheizung, Kältetechnik, Grundwasserwärmepumpe, Verbrennungsheizung, LuftwärmepumpeImmer wieder taucht auch die selbe Frage von verunsicherten Interessenten auf: Kann die Wärmepumpe alleine mein Haus im Winter erwärmen? Soviel sei hier schon gesagt: Sie kann! Generell gilt, dass Erdreich gestützte Wärmepumpen und Grundwasserwärmepumpen benötigen keine Zusatzheizung.

Die "Heizstabfreie Zone"

Eine Ausprägung des "steckerfertigen" Angebots der Industrie ist die elektrische Zusatzheizung: Fast alle Solewärmepumpen werden werksseitig mit Heizstäben ausgerüstet. Dem Nutzer wird dies mit dem Argument der Sicherheit verkauft. Dies geht bis hin zu Wärmepumpen mit 5,8 kW Leistung, die zugleich mit Heizstäben von 9 kW ausgestattet werden - und damit dem Vorurteil "Wärmepumpe = Elektroheizung" unnötig Nahrung geben.

Der Heizstab wird "vorsorglich" installiert um mangelhafte Planungs- und Ausführungsleistungen mit einem "Angstzuschlag" als "Sicherheitsreserve" reparieren. Diese Leistungsreserve bietet nebenbei Spielräume für Billiganbieter, um an der Qualität / Effizienz durch die Verwendung billiger Komponenten an Produktionskosten zu sparen. Z.B. sind Kompaktgeräte mit Warmwasserspeichern von nur 160 l nur über einen Heizstab darstellbar, denn die Wärmepumpe kann das für den üblichen Bedarf zu gering bemessene Wasservolumen alleine nicht schnell genug wieder erwärmen.

Ausnahmen?

Für eine Bauaustrocknung im ersten Winter eines Neubaus wird bis zu 50% mehr Energie benötigt als im Wärmebedarf berechnet. In diesem Fall kann ein Heizstab extern gesetzt werden und nach dem Winter demontiert werden, denn die Wärmepumpe sollte generell nicht überdimensioniert werden.

Bei Luftwärmepumpen ist laut Klima-Innovativ e.V.eine differenzierte Betrachtung erforderlich, da sie ein größeres Temperaturspektrum der Wärmequelle abdecken müssen. An Tagen mit weniger als -15°C Aussentemperatur kann ein Heizstab sinnvoll sein, ermöglicht er doch, ein Gerät mit kleinerer Leistung zu verwenden, das bei wärmeren Temperaturen dafür umso effizienter arbeitet.

Für alle anderen Wärmepumpen sei der Heizstab absolut unnötig! Dem Besitzer aber drohen überhöhte Stromverbräuche, denn wann in seinem System elektrisch zugeheizt wird bleibt für ihn unbemerkt. Die Nutzung von "Sicherheitsreserven" ist außerdem Indiz für nicht optimale Planung und Auslegung, also für ein generell weniger effizientes System.

Um den Blick der Verbraucher zu schärfen und zur Transparenz im Markt beizutragen hat der Klima-Innovativ die Initiative "Heizstabfreie Zone" ins Leben gerufen. Die teilnehmenden Betriebe verpflichten sich damit auf den kontraproduktiven Einbau von Heizstäben in ihre Wärmepumpen zu verzichten.

Der Klima-Innovativ e.V. berät Bauherren und Planer unabhängig zur wirtschaftlichsten Wärmepumpen-Lösung für den jeweiligen Anwendungsfall. Bestmögliche Effizienz liegt den Beratern dabei genauso am Herzen wie vernünftige Herstellungskosten - im Informationszentrum des Klima-Innovativ e.V kann sich der Bauherr nicht nur über Teilaspekte informieren, sondern sich einen Überblick über alle Möglichkeiten verschaffen.

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