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Alles im (Haustür)Griff

(12.9.2005) Am Eingang von Eigenheimen, Behörden und Instituten erwartet den Besucher oft ein Sammelsurium von Kommunikations- und Sicherungssystemen. All diese Komponenten vereint ein Türgriff, der auch nachträglich einfach installiert werden kann.

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"Bitte treten Sie ein! – Sie werden erwartet." Die schwere Eingangstür schwingt auf und lässt den Besucher in das Bürogebäude ein. Bevor diese Aufforderung ertönt, steht er gewöhnlich vor einer oder mehreren Klingeln, schräg von einer Seite fokussiert ihn eine Kamera, dann tönt es von der anderen Seite aus der Gegensprechanlage und der Türöffner summt. In einer integrierten Türstation hingegen sind all diese Kommunikations- und Sicherheitssysteme Bestandteile des Türgriffs. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund haben die Einzelkomponenten so kombiniert und angepasst, dass sie kompakt in Türgriffen mit unterschiedlichem Design Platz finden.

"Unser größter Antrieb war, dass man die Kommunikationsanlage nicht zwangsläufig beim Neubau planen muss", sagt Projektleiter Ralf Erdmann. "Auch bei älteren Gebäuden halten sich die Umbauarbeiten in Grenzen. Weder muss die Wand neben der Tür aufgebrochen, noch neue Kabel verlegt werden." Das System wird vielmehr drahtlos mit Strom versorgt - bei geschlossener Tür etwa über den Türöffner. Ähnlich funktioniert die Datenübertragung. Einzig der Türgriff und der Schlosskasten müssen ausgetauscht werden. In ihnen stecken - geschützt vor Gewalteinwirkung - Türklingel, Kamera, Gegensprechanlage, wahlweise auch Bewegungsmelder oder ein RFID-Transpondersystem zur Zugangskontrolle. Damit benötigen Berechtigte keinen Schlüssel mehr. Über seine Transponderantenne erkennt der Türgriff den Code des preiswerten Chips. "Da ist es kein Problem, wenn jemand seinen Chip verliert", erklärt Erdmann. "Er erhält einfach einen neuen und der Code des alten wird gesperrt." Für ältere oder behinderte Menschen bieten sich zusätzliche Vorteile, wenn der Transponder mit einem automatischen Türöffner verbunden wird. Sie müssen nicht mehr mit Schlüsseln hantieren oder die Tür aufhalten, um ins Innere des Gebäudes zu gelangen.

Derzeit gibt es am IML einen Prototypen der integrierten Türstation, der als Gebrauchsmuster international geschützt ist. "An einer erweiterten Variante für große Wohnanlagen arbeiten wir bereits", sagt Erdmann. "Außerdem verhandeln wir mit verschiedenen Herstellern von Türen und Türgriffen und hoffen, dass erste Varianten in Kürze auf den Markt kommen." Der Preis für das kompakte System stehe aber noch nicht fest. Er werde in erster Linie vom Design des Türgriffs bestimmt, denn die eingebauten Komponenten seien Massenartikel und daher nicht besonders teuer.

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