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HDTV-Siegel verspricht Entscheidungssicherheit und Markttransparenz

  • HDTV-taugliche Fernseher und Projektoren werden künftig mit einem einheitlichen Logo gekennzeichnet
  • Industrie-Organisation EICTA legt klare Technik-Kriterien fest

(20.3.2005) Wenn der Charme moderner Flachbild-Fernseher oder strahlender Heimkino-Projektoren zu Einkaufsplänen inspiriert, stellt sich nicht nur die Frage nach der optimalen Bild-Qualität und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Eines der wichtigsten Kriterien bei der Anschaffung eines hochwertigen, langlebigen Geräts ist die Zukunftssicherheit.

Für ein neues Großbild-Fernsehgerät - ganz gleich, ob LCD- oder Plasma-Schirm, ob Rück- oder Frontprojektor - heißt das konkret: Ist das Modell der engeren Wahl auch in der Lage, die Signale künftiger, der heute üblichen Technik deutlich überlegener Fernsehstandards in der vollen Qualität wiederzugeben? Spätestens mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wird sich High-Definition-TV, kurz HDTV, auch in Europa etablieren. In den USA, in Japan und in anderen Regionen der Welt gehört HDTV bereits zum Medienalltag. Während unser heutiges, konventionelles Fernsehen im PAL-Standard die Fernsehbilder in Europa mit 576 sichtbaren Zeilen überträgt, werden HDTV-Bilder mit 720 oder gar mit 1080 Zeilen im Breitbild-Format 16:9 ausgestrahlt. Das erheblich feinere Bildraster - Techniker sprechen von einer etwa fünfmal höheren Auflösung - steht für eine Detailschärfe und eine Klarheit, die dem Begriff des Heimkinos eine ganz neue, wörtlich zu nehmende Bedeutung verleiht. Gleichzeitig mit der Einführung des HD-Fernsehens werden auch neue Video-Medien mit HD-Auflösung auf den Markt kommen, etwa die Blu-ray Disc oder die HD-DVD, beides potentielle Nachfolge-Formate der heutigen DVD.

HD ready

Taugt das Wunschgerät von heute also bereits für die superscharfen HDTV-und HD-Video-Bilder von morgen? Diese Frage lässt sich künftig auf einen Blick klären: Die EICTA, eine europäische Organisation der Unterhaltungselektronik-, IT- und Telekommunikations-Industrie, hat ein Logo entwickelt, das für HDTV- und HD-Video geeignete Geräte zweifelsfrei identifiziert. Großbild-Fernseher und Projektoren mit dem Schriftzug "HD ready" erfüllen demnach alle technischen Voraussetzungen, um die revolutionäre neue Bildqualität ungeschmälert ins Wohnzimmer zu bringen.

Die Verleihung des "HD ready"-Siegels ist nach den Regeln der EICTA an folgende Bedingungen geknüpft:

  1. Der Bildschirm des Fernseher oder das Bild erzeugende Element des Projektors muß auf Grund seiner real vorhandenen Pixel-Anzahl in der Lage sein, mindestens 720 Zeilen im Breitbild-Format 16:9 darzustellen. Das trifft auf die meisten großformatigen Flachbild-Fernseher und viele Heimkino-Projektoren der gehobenen Ausstattungs- und Preisklassen heute bereits zu.
  2. Das Gerät muß die HD-Videosignale von einem externen Empfänger, also von einer künftigen HDTV-Set-Top-Box oder von einem HD-Videogerät, über einen passenden Eingang entgegennehmen und weiter verarbeiten können. Dafür fordert die EICTA sowohl analoge als auch digitale Anschlussarten. Zum einen Buchsen für die analogen Komponenten-Videosignale (Fachkürzel: YUV oder YpbPr), zum anderen digitale Schnittstellen nach den Standards DVI oder HDMI. Die digitalen Eingänge müssen außerdem den Kopierschutz-Standard HDCP unterstützen. Die Signal verarbeitende Elektronik der Fernseher und Projektoren muss darüber hinaus mit allen international üblichen HD-Videoformaten zurechtkommen.*)

"Die Definition von Bedingungen für die HD-Kennzeichnung von Bildschirmen verdeutlicht den realen Fortschritt bei der Einführung von HDTV in Europa und demonstriert die Entschlossenheit unserer Organisation, sowohl aktiv die Rahmenbedingungen für eine digitale Wirtschaft auszuarbeiten als auch die Herausforderungen und die Vorzüge der Innovation vorbehaltlos anzunehmen", sagte Rudy Provoost, CEO von Philips Consumer Electronics in seiner Eigenschaft als EICTA-Präsident und Vorsitzender des Vorstandes.

Dr. Rainer Hecker, Vorstands-Vorsitzender der Loewe AG und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Frankfurt, sieht in der Festlegung eines einheitlichen Logos für HD-taugliche Geräte vor allem auch eine deutlichen Gewinn an Entscheidungs- und Planungssicherheit für die Konsumenten: "Mit der Kennzeichnung 'HD ready' wird der Markt für unsere Endkunden wesentlich transparenter. Zukunftssichere Geräte, die hoch auflösende Bilder künftiger HDTV-Übertragungen und HD-Videomedien verarbeiten und darstellen können, lassen sich nun auf einen Blick erkennen. Die Technik für eine ganz neue Erlebnisqualität am Bildschirm bieten wir heute schon an. Wer sich bewusst für sie entscheidet, muss keine Datenblätter mehr studieren - ein Blick auf das 'HD ready'-Logo genügt."

Die EICTA-Regeln für die Vergabe des "HD ready"-Logos verlangen die Unterstützung folgender Videoformate
 
  • 1280 mal 720 Pixel mit 50 und mit 60 Bildwechseln pro Sekunde, sowohl im Zeilensprung-Verfahren (Fachausdruck "Interlaced", Kürzel m720i) als auch im Vollbild-Modus (Fachausdruck "Progressive Scan", Kürzel m720p)
  • 1920 mal 1080 Pixel mit 50 und mit 60 Bildwechseln pro Sekunde im Zeilensprung-Verfahren ("Interlaced", Kürzel 1080i)

Erklärung:

  • Das Zeilensprung-Verfahren baut jedes Videobild aus zwei aufeinander folgenden Halbbildern auf. Das erste stellt nur die Zeilen 1,3,5 und so weiter dar, das zweite die nur Zeilen 2, 4, 6 und so fort.
  • Beim Progressive-Scan-Verfahren besteht jedes Einzelbild aus der vollen Anzahl aller Zeilen.

Übrigens: Für die Kennzeichnung von HD-tauglichen Geräten hat die EICTA zwei Logo-Varianten festgelegt, einen positiven und einen negativen Schriftzug.

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