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Wände aus Transportbeton

(12.5.2004) Beton ist Synonym für Sicherheit und Dauerhaftigkeit; der ideale Baustoff für alle tragenden Bauteile, sowohl in Ingenieurbauwerken, die auf Nutzungszeiten von über 100 Jahren ausgelegt sind als auch im Industriebau. Im Wohnbau ist Beton für die Decken, also die horizontalen Bauteile längst aufgrund seiner schalltechnisch guten Eigenschaften, seiner Unbrennbarkeit und seiner Preiswürdigkeit voll etabliert. Auch als Fundament oder beim Kellerbau ist Transportbeton fester Bestandteil vieler Häuser. Architekten wissen längst, was vielen Bauherren nicht bewusst ist: Transportbeton ist ein vielseitiger Baustoff, der durch seine hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften auch beim Bau der Wände eine prüfenswerte Alternative zum Mauerwerk darstellt.

Beton lässt sich durch Wahl der Ausgangsstoffe und des Mischungsverhältnisses der Komponenten auf nahezu alle Eigenschaften einstellen. Im Kellerbereich ist die Verwendung von Beton stets vorteilhaft. Wählt man Beton mit "erhöhtem Wassereindringwiderstand" (WU-Beton), so ist der Betonkörper selbst auch dicht gegen drückendes Grundwasser. Bei entsprechender Fugenausbildung (Anschlüsse zwischen Boden und Wand sowie Wandstößen) wird eine dichte Betonwanne erzeugt, die ohne äußere Abdichtung jahrzehntelang dicht bleibt. Das System ist deutlich robuster gegen Untergrundsetzungen und Erdbebenbeanspruchungen als alle gemauerten Konstruktionen. Die Mehrkosten für den WU-Beton sind relativ gering, daher ist es empfehlenswert im Keller stets Bodenplatte und Wände in WU-Beton auszuführen.

Wohnen im schallgeschützten Wärmespeicher

Für den Wohnkomfort können Gebäudeaußenwände aus dem massiven Baustoff Transportbeton ideal sein: Eine schlanke Tragkonstruktion mit außen liegender Wärmedämmung vereint durchaus bauphysikalische Vorteile:

  • Die Dämmung ist nicht tragend und leicht, also allein auf die Dämmwirkung optimiert.
  • Die Tragkonstruktion einschließlich der tragenden Innenwände ist massiv, also optimal für Schallschutz und Wärmespeichervermögen.
  • Die Wärme wird in der von außen isolierten Betonwand gespeichert und gibt sie, z.B. nach dem richtigen Stoßlüften, wieder an die Raumluft ab.
  • Gleiches gilt für die Luftfeuchtigkeit. Wasserdampf wird unschädlich vom Beton aufgenommen und bei Bedarf wieder an die Raumluft abgegeben. Das so unbeliebte "Barackenklima" von Leichtbauweisen tritt nicht auf.

Der weitere Vorteil der klaren Trennung zwischen Tragschale und Isolierung ist, dass die Fenster und Türen in die Tragebene eingebracht werden und die Rahmen von außen mit der Isolierung leicht überlappt werden. Hierdurch können Wärmebrücken, oder besser Kältebrücken, wie sie bei einschaligen Baustoffen leicht möglich sind, einfach verhindert werden.

Auch der Schallschutz ist System gegeben. Die so genannte monolithische Bauweise lässt keinen Raum für "Schallfugen". Alle in Transportbeton gegossenen Anschlüsse sind bauablaufbedingt dicht. Bei Mauersteinen mit nicht vollfugiger Vermörtelung oder Verklebung wird die Winddichtigkeit und damit die Schallminderung erst durch den Innenputz erreicht. Die hohe Wirtschaftlichkeit ergibt sich durch das Einbringen der Installationen vor dem Betonieren in die Schalung. Hierdurch wird das nachträgliche Stemmen von Schlitzen, die wiederum den Schallschutz vermindern, sicher ausgeschlossen und ein Arbeitsschritt eingespart. Die tragenden Wände aus Beton sichern angenehmes Wohnklima mit höchster Schalldämmung.

"Wohngesundes" Bauen

Der Begriff "wohngesund" ist zwar nirgends klar definiert, hat sich aber zu einem geflügelten Wort entwickelt. Meist meint man damit aber, dass vom Baustoff keinerlei Gefahr für die Bewohner ausgeht, d.h. dass keine schädlichen Ausgasungen auftreten (bekanntestes Beispiel der Vergangenheit: Holzschutzmittel). Beton ist ein mineralischer Baustoff, er besteht aus ...

  • rund 70 Vol.-% Gestein (Zuschlag),
  • 18 Vol.-% Wasser,
  • 12 Vol.-% Bindemittel (Zement = gesinterter Kalk und Mergel sowie Flugasche= getemperte Kohle) und
  • 0,1 Vol.-% Betonzusatzmittel (meist Verflüssiger zur Erleichterung des Einbringens des Frischbetons),

... daher sind schädliche Ausgasungen nicht zu erwarten. Für Baustoffe wird das neue schärfere EU-Recht neben den technischen Anforderungen auch den Nachweis der Unbedenklichkeit hinsichtlich Umweltschutz, Gesundheit und Hygiene fordern. Die deutsche Transportbetonindustrie hat schon weit vor den Überlegungen der Behörden die entsprechenden Tests VOC (volatile organic compounds), also flüchtige organische Bestandteile, durchführen lassen. Es hat sich gezeigt dass, - wie aufgrund der Zusammensetzung von rund 99,9 Vol.-% mineralischer Bestandteile zu erwarten war - keine schädlichen Ausgasungen auftreten. Weiter gesundheitsfreundlich ist, dass Beton auch bei ständiger Feuchtigkeit nicht fault oder schimmelt, und somit keinen Nährboden für biologische gesundheitsbeeinträchtigende Einflüsse bildet.

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