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Regensicherheit bei Ziegeldächern - auf die richtige Neigung kommt es an

  • Je steiler die Dachneigung, umso schneller läuft Niederschlagswasser ab
  • Zentralverband des Dachdecker-Handwerks schreibt Regeldachneigungen vor
  • Unterschreitungen müssen Bauherren durch kostenaufwändige Zusatzmaßnahmen kompensieren
  • Schuppenförmige Eindeckung mit Dachziegeln ist regensicher
  • Neues Faltblatt "Regensicherheit" der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach erschienen

(25.9.2003) Das Dach als Krönung des Hauses darf nicht nur optisch schön sein. Die Hauptfunktion liegt vielmehr im dauerhaft sicheren Schutz vor Witterungseinflüssen, in der Gewährleistung von Regensicherheit. Für Ziegeldächer kein Problem, so die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V., Bonn. "Denn eine schuppenförmige Eindeckung mit Dachziegeln aus gebranntem Ton ist regensicher. Der Grund: Niederschläge werden vom höher liegenden, überdeckenden Dachziegel so auf den darunter liegenden geleitet, dass im Normalfall kein Wasser in die Konstruktion eindringen kann."

Wirksame Regensicherheit hängt maßgeblich von der Dachneigung ab. Der Zentralverband des Deutschen Dachdecker-Handwerks hat deshalb jedem Dachbaustoff eine Regeldachneigung zugeschrieben, welche die Grenze für die Regensicherheit des jeweiligen Deckmaterials angibt. So kann z.B. ein Flachdachziegel ab 22° Sparrenneigung eingesetzt werden. Um aber auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, die Dachneigung möglichst größer als die Regeldachneigung zu wählen, da sie die unterste Dachneigungsgrenze darstellt, bei der sich in der Praxis eine Dachdeckung als regensicher erwiesen hat. "Je höher die Passgenauigkeit, je besser die Verfalzung oder die Überdeckung ist, umso größer die Regensicherheit, die sich der Bauherr aufs Dach holt", wissen die Experten.

Regensicherheit auf die richtige Neigung kommt es an
Regensicherheit bei Regeldachneigung, Treibregen, Flugschnee

Hinzu kommt: Eine Unterschreitung der Regeldachneigung muss meist durch aufwändige Zusatzmaßnahmen unter der Dachdeckung "bezahlt" werden. Einbauten, die nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach "den Geldbeutel des Hausherren erheblich belasten, will er trotz flacherer Neigung zeitlebens ein funktionssicheres Dach über dem Kopf haben".

Wie wichtig eine ausreichende Dachneigung ist, kann jeder problemlos nachvollziehen. Denn die Wasserableitungsgeschwindigkeit auf geneigten schuppenförmigen Deckungen ist abhängig von Neigungsgrad und Oberflächenbeschaffenheit des eingesetzten Werksstoffs. Bei zu flach geneigten Dächern können extreme Wetterlagen zu Feuchteeinträgen durch das Fugensystem unter die Dachdeckung führen. "Je steiler die Dachneigung", so der Zusammenschluss führender Dachziegelhersteller, "umso rascher läuft das Niederschlagswasser ab. Die Dachfläche kann schneller abtrocknen und die Möglichkeit von Algenbildungen wird reduziert."

Aber auch regelgerecht eingebaute schuppenförmige Ziegeldeckungen können bei besonderen Witterungsverhältnissen den Eintrieb von Treibregen und Flugschnee mit vorübergehender Feuchtebelastung nicht gänzlich verhindern. Vorbeugenden Schutz bieten Zusatzmaßnahmen unter der Dachdeckung. Bei extremen Gebäudestandorten - wie Kuppenlagen, Gewässernähe oder eine spezielle bauliche Umgebung - können auch für Dachneigungen oberhalb der Regeldachneigung durch erhöhte Anforderungen ebenfalls Zusatzmaßnahmen notwendig werden.

Regensicherheit   besondere Witterungsverhältnisse  

Zum wichtigen Thema "Regensicherheit" hat die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach jetzt einen zehnseitigen Leporello-Folder aufgelegt, der kostenfrei beim Herausgeber angefordert werden kann.

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