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Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP) 9 mit zusätzlichen Eingabeoptionen

(10.4.2015) Das für die Planung von energieeffizienten Gebäuden etablierte PHPP liegt in neuer Version vor. Sie dient der Berechnung des Energiebedarfs nach weltweit gül­tigen Kriterien. Zugleich wird der Bedarf im Verhältnis zur Erzeugung von Energie be­trachtet. Zu den weiteren Neuerungen zählen auch zusätzliche Eingabeoptionen für die Duschwasser-Wärmerückgewinnung oder für Wirtschaftlichkeitsvergleiche. Auto­matisierte Kontrollen und Plausibilitätsabfragen vereinfachen die Bedienung.

„Mit diesem Upgrade ist das Energiebilanzierungstool noch praxistauglicher – es er­möglicht dem Planer, vielfältige Entwurfs- oder Sanierungssituationen nachvollziehbar zu vergleichen“, so Jan Steiger, der die PHPP-Weiterentwicklung am Passivhaus Insti­tut in Darmstadt leitet. Verschiedene Optionen einer bestimmten Maßnahme können in einer PHPP-Datei eingegeben und hinsichtlich ihrer Auswirkungen geprüft werden. „Damit ist es auch möglich, die Effizienzverbesserung durch einzelne Sanierungsschrit­te abzubilden und selbst langfristig angelegte Projekte übersichtlich zu bewerten“, erklärt Steiger.

Auch die Energiewende ist im neuen Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP) berück­sichtigt. So basiert die Ermittlung des gesamten Gebäudeenergiebedarfs auf einem System der „Erneuerbaren Primärenergie“: Da Gebäude für die Zukunft gebaut wer­den, und somit nicht auf die Rahmenbedingungen der Gegenwart hin optimiert wer­den sollten, wird im PHPP 9 anstelle von Primärenergiefaktoren für fossile Brennstof­fe die regionale Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie betrachtet. Den einzelnen Energieanwendungen werden PER-Faktoren zugewiesen (PER = Primary Energy Re­newable). Dieses Prinzip gilt auch für die Zertifizierung von Passivhäusern - wobei hier für eine Übergangszeit das alte System noch als alternativer Zertifizierungsweg bestehen bleibt.

Classic > Plus > Premium 

Mit der Einführung des PHPP 9 beginnt außerdem die Zertifizierung nach neuen Passiv­haus-Klassen - neben dem bekannten „Passivhaus Classic“ gibt es künftig das „Pas­sivhaus Plus“ und das „Passivhaus Premium“. Nach klar definierten Kriterien wird hier die Energieerzeugung, etwa durch Photovoltaik, mit betrachtet.

Wenn ein Grundstück dazu nicht geeignet ist, können auch Investitionen in externe Neuanlagen zur Erzeugung regenerativer Energie angerechnet werden. „Das PHPP er­möglicht damit schon heute, Gebäude von morgen sicher zu planen“", hebt Steiger hervor Die Grundlage bleibt dabei ein Heizwärme- und Kühlenergiebedarf von maximal 15 kWh/m²a - dieser Wert darf in keiner der drei Passivhaus-Klassen überschritten werden.

Eine wichtige Ergänzung zum PHPP ist das 3D-Tool designPH. Eine mit diesem Sketch­Up-Plugin erstellte Vorplanung lässt sich mit wenigen Klicks auch in das PHPP 9 expor­tieren - siehe auch Baulinks-Beitrag „Passivhaus Institut veröffentlicht das Entwurfs-Tool designPH“ vom 14.1.2014.

Das vom Passivhaus Institut entwickelte PHPP bietet Architekten, Planern und Ener­gieberatern seit vielen Jahren die Möglichkeit, einen Gebäudeentwurf auf der Grund­lage klarer Zahlen zu optimieren. Das auf Excel basierende Berechnungstool mit aus­führlichem Handbuch dient dabei nicht nur als zuverlässige Planungshilfe, sondern zu­gleich als Nachweis für die Einhaltung der international gültigen Kriterien des Passiv­haus-Standards sowie des EnerPHit-Standards für Sanierungen – und in Deutschland auch für die KfW-Förderung eines Passivhauses als KfW-Effizienzhaus 40 oder 55. Auch für die Umsetzung des in der Europäischen Gebäuderichtlinie ab 2021 geforder­ten „Nearly Zero-Energy Building“ (NZEB) bietet das PHPP ein bewährtes und voll­ständiges Berechnungsverfahren.

Die deutsche Ausgabe des PHPP 9 wird auf der Internationalen Passivhausta­gung 2015 in Leipzig präsentiert. Weitere Informationen zu PHPP und designPH können per E-Mail an Passivhaus Institut angefordert werden.

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