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Auch Baurelevantes unter den Preisträgern des Bundespreises Ecodesign 2016


  

(6.12.2016) Bundesumweltministerium (BMUB) und Umweltbundesamt (UBA) haben zum fünften Mal Produkte mit ökologischem Design ausgezeichnet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger ehrten in den Lichthöfen des Bundesumweltministeriums am 28. November acht Gewinnerprojekte. Ausgezeichnet wurden u.a. eine nahezu emissionsfreie Holzheizung, energiesparende Lösungen für Mobilität und Gebäude, langlebige und kreislauffähige Textilien und ein Nachwuchskonzept zur Beseitigung von Plastikpartikeln aus den Ozeanen.

In ihrer Ansprache betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Relevanz ressourcenschonenden Konsumverhaltens: „Mit ökologischen Kaufentscheidungen können wir die Umweltbelastung maßgeblich verringern. Unser Ziel ist es, den nachhaltigen Konsum aus der Nische rauszuholen. Ökologische Produkte müssen Teil der alltäglichen Kaufentscheidung werden. Damit dies gelingt, müssen Produkte und Dienstleistungen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein Hingucker sein. Der Bundespreis Ecodesign hilft uns hierbei. Die über 350 Einreichungen in diesem Jahr zeigen eindrucksvoll, dass ökologische und soziale Aspekte beim Produktdesign alltäglicher werden.“

Maria Krautzberger machte in ihrer Rede auf die Chancen des Designs zur Ressourcenschonung aufmerksam: „Design kann, Design muss heute mehr als nur funktional und schön sein. Designerinnen und Designer gestalten durch Produkte und Dienstleistungen unser tägliches Lebensumfeld. Doch noch immer verursachen Produkte zu viele Umweltprobleme. Die meisten ließen sich bereits im Designprozess vermeiden. Ich freue mich sehr, dass das Problembewusstsein der Designszene hier weiter wächst.“

Hackgutvergaser PuroWIN (Kategorie „Produkt“)

Der PuroWIN ermöglicht ein nahezu emissionsloses Heizen. Zudem entsteht bei der Verbrennung des Hackguts deutlich weniger Feinstaub: Der Wert konnte auf unter 1 mg/MJ reduziert werden - siehe auch Baulinks-Beitrag „Windhagers neuer Hackgutvergaser versteht sich als Hackgutheizungs-Revolutionär“ vom 19.4.2016:

Fast 6 Minuten langer Produktfilm von Windhaber zum PuroWIN Hackgutvergaser mit zusätzlichen Visualisierungen und Erklärungen (Thumbnails für eine schnelle Inhaltsübersicht)

Jurystatement (Andreas Detzel): „Der Hackgutvergaser PuroWIN von Windhager begegnet gleich zwei üblichen Schwachstellen von Hackgutanlagen. Zum einen führt die neu entwickelte Verbrennungstechnologie zu enorm verringerten Feinstaubemissionen, zum anderen ist er so gestaltet, dass das Hackgut nicht direkt neben dem Kessel gelagert werden muss, was den Einbau in mehr Gebäuden als bisher ermöglicht.“

weitere Preisträger in der Kategorie „Produkt“

Breathing Skins (Kategorie „Nachwuchs“)

  • von Tobias Becker, Universität Stuttgart

„Breathing Skins“ ist eine experimentelle Fassadentechnologie. Sie besteht aus flexiblen Elementen, sogenannten „pneumatischen Muskeln“, die über Luftdruckänderungen angesteuert werden. Die Fassade reagiert auf äußere Faktoren und bestimmt den Durchlass von Luft, Licht, Schall und Wärme. So kann der energetische Bedarf von Gebäuden gesenkt werden. Das Projekt bietet klimatisch gesunde Räume und ein neues Raumerlebnis.


Bild © Tobias Becker, Universität Stuttgart

Jurystatement (Dr. Claudia Perren): „‚Breathing Skins‘ ist der Vorschlag einer Fassade, die atmen kann, die sich bewegt und auf ihre Umgebung reagiert. Das ist sehr innovativ gedacht, denn es bedeutet zum Beispiel auch, Wärmeschutz nicht als statische Dämmung zu denken. Vielmehr geht es um ein programmierbares Zusammenspiel von Luft, Licht, Schall und Wärme mit dem Ziel den energetischen Bedarf von Gebäuden zu senken und gleichzeitig eine neue Architektursprache zu schaffen.“

weitere Preisträger in der Kategorie „Nachwuchs“

  • Pacific Garbage Screening, Marcella Hansch, RWTH Aachen: Die schwimmende Plattform „Pacific Garbage Screening“ sammelt Plastikmüll aus den Ozeanen ohne den Beifang von Meeresorganismen.
  • Sustainability and other stories, Mayya Saliba, ESMOD Berlin: Die Fallstudie und Kollektion „Sustainability and other stories“ schlägt ein Modell mit kreislauffähigen Textilien für die Fast-Fashion Industrie vor.

Preisträger in der Kategorie „Konzept“

  • Bionische Trennwand, Airbus Operations GmbH: Die Bionische Trennwand für Flugzeuge führt durch eine Gewichtsreduktion von 45% zu einer jährlichen Ersparnis von 10 Tonnen CO₂ pro Flugzeug.

siehe auch für zusätzliche Informationen: