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Neues Global Compliance-Forum nimmt Bauwirtschaft ins Visier


  

(17.10.2016) Das Diplomatic Council (DC), ein globaler Think Tank, der u.a. die Vereinten Nationen berät, hat ein Global Compliance-Forum ins Leben gerufen, das vor allem die Bau­wirtschaft ins Visier nehmen will. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Thomas Durchlaub, ernannt. Der Rechtsanwalt ist Fachanwalt für Steuerrecht, Notar, Mediator, zertifizierter Geldwäsche­beauftragter, Certified Compliance Officer und Certified Com­pliance Auditor sowie Chief Compliance Officer des Diplomatic Council.

Das neue Forum will sich vor allem der Bekämpfung der transnationalen Wirtschafts­kriminalität widmen und konzentriert sich dazu schwerpunktmäßig auf ...

  • Steuerhinterziehung,
  • Korruption und
  • Geldwäsche, die – spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center - auch als Terrorismusfinanzierung verstanden wird.

Darüber hinaus will das Diplomatic Council über das Forum Unternehmen bei der Ent­wicklung und Einhaltung von Compliance-Regeln unterstützen und vor den Risiken bei deren Verletzung schützen.

Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden werden strenger als je zuvor

Dr. Thomas Durchlaub erinnerte anlässlich der Einrichtung des neuen Forums daran, dass die aktuelle Gesetzgebung zur Geldwäschebekämpfung auf europäischer und na­tionaler Ebene sowie die zunehmende Anzahl terroristischer Anschläge auf der ganzen Welt erwarten lassen, dass die staatlichen Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden die Einhaltung der Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierung-Compliance energi­scher vorantreiben werden als je zuvor. Er erklärte zudem: „Unternehmen aus der Bauwirtschaft, die nicht in das Blickfeld der Behörden geraten wollen, sollten besser darauf achten, dass sie die aktuelle internationale Rechtsprechung zu Compli­ance-Fragen genau kennen und penibel einhalten“.

Mitglieder des Diplomatic Council können ihre Compliance-Regularien durch das Forum überprüfen und anpassen lassen.

Konzerne sind vor Gesetzesverstößen nicht gefeit

Die Praxis zeigt nach Einschätzung des Diplomatic Council, dass selbst die größten Konzerne, von denen die Öffentlichkeit traditionell eine ordnungsgemäße Unterneh­mensführung erwartet, nicht frei von Compliance-Verstößen sind. Dazu Dr. Thomas Durchlaub: „Den maßgeblichen Wirtschaftsbranchen ist gemeinsam, dass die Vielfalt und Komplexität der von Unternehmen zu beachtenden Regelungen - gerade im Zuge der Harmonisierung auf europäischer sowie, in einem geringeren Maße, internationaler Ebene - in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. In diesem Sinne er­scheint es in manchen Branchen wie dem Bausektor nicht als realitätsfremd, stellen­weise von einer Überregulierung zu sprechen.“

„Bauwirtschaft an vorderster Front gefährdet.“

Als Branche mit besonderem Interesse an Compliance-Fragen nennt das Diplomatic Council die Bauwirtschaft, gefolgt von Banken und Versicherungen, dem E-Commerce, der Immobilienwirtschaft, dem Transportgewerbe, der Pharmaindustrie, der Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie der Öffentlichen Verwaltung.

Die meisten Bauunternehmen sind laut DC von Compliance-Risiken auf mehreren Rechts­gebieten betroffen, etwa beim ...

  • Vergaberecht,
  • Human Resources Management (z.B. im Hinblick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Mutterschutzgesetz, das Teilzeitbefristungsgesetz oder diverse Sozialgesetzbücher),
  • Arbeitsstrafrecht,
  • Insolvenzrecht und beim
  • Datenschutzrecht.

Großunternehmen und Konzerne können zusätzlich mit Compliance-Risiken in folgenden Rechtsbereichen in Berührung kommen:

  • Börsen- und Kapitalmarktrecht,
  • M&A-Transaktionen,
  • IT-Sicherheit,
  • Umweltschutz und
  • Kartellrecht.

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