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Deubau-Preis 2016 für das Projekt „Kreativquartier München“

Deubau-Preis 2016 für das Projekt „Kreativquartier München“
  

(25.11.2015) Im Rahmen einer zweitägigen Sitzung hat die Fachjury Teleinternetcafe (Berlin) und Treibhaus (Hamburg) mit dem Projekt „Kreativquartier München“ zum Sieger des DEUBAU-Preises 2016 gekürt. Das Planerteam setzte sich damit gegen 44 konkurrierende Projekte durch.

Der Entwurf „Kreativquartier München“ zeigt laut Jury „ein schlüssiges städtebauliches Gesamtkonzept“ zur Erschlie­ßung eines 20 ha großen Areals nordwestlich der Münchner Innenstadt, auf dem sich bereits jetzt Ateliers, Werkstätten und freie Theater ange­siedelt haben (siehe Google-Maps).

Durch das Spiel mit dichten und aufgelockerten Strukturen soll ein gemischtes Quar­tier mit 900 Wohneinheiten, Hochschule, Gewerbe, Kunst und Kultur entstehen. Der Entwurf basiert auf einer Weiterentwicklung von Teilquartieren unter Freihaltung einer zentralen Grünzone mit einer attraktiven Freiraumgestaltung. Zudem überzeugte die Jury die vernetzte Arbeitsweise der Entwurfsverfasser, an deren Ende kein fertiger städtebaulicher Entwurf, sondern eine prozessuale Entwicklungsstrategie mit einer räumlichen und gedanklichen Vielfalt steht.

Anerkennungen für das „Duett Warnemünde“ und  „China Bamboo Hostels“

Mit der Anerkennung für das „Duett Warnemünde“ von Löser Lott Architekten GmbH / Katharina Löser hebt die Jury eine Arbeit im architektonischen Maßstab hervor, die mit einer hohen gestalterischen Qualität ein Beispiel zeitgemäßer Alltagsarchitektur in ei­nem historischen Kontext zeigt. Das „Duett Warnemünde“ umfasst zwei mehrgeschos­sige Bauten im historischen Stadtkern von Warnemünde, die unterschiedliche Wohn­formen ermöglichen (siehe HERE und oder Google-Maps).

Die Anerkennung für das Studio Anna Heringer mit „China Bamboo Hostels“ steht dagegen für die internationale Dimen­sion des Deubau-Preises, indem ein Werk gewürdigt wird, das von der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft auch in den vernachlässigten Teilen der Welt geprägt ist. Hinter dem Projekt „China Bamboo Hostels“ steht die Nutzung lokaler Res­sourcen und lokaler Arbeitskräfte. Somit ist die Errichtung der Hostels im ländlichen China nicht nur überaus nachhaltig, son­dern wirkt ebenfalls identitätsstiftend durch die Beteiligung der lokalen Bevölkerung.

Der DEUBAU-Preis

Anlässlich der DeubauKom wird der mit 15.000 Euro dotierte Deubau-Preis von der Stadt Essen und der Messe Essen im Zweijahrestakt ausgelobt. Er zeichnet junge Architektinnen und Architekten aus, die herausragende Beiträge zur baukulturellen Entwicklung der Gesellschaft leisten. Die offizielle Siegerehrung findet am 14. Januar 2016 in der Messe Essen satt.

Im Vorfeld der 2016er Ausschreibung hatten sich 45 Architekten und Architekturbüros beworben. 15 von ihnen wurden ins Finale eingeladen und durften ihre Projekte per­sönlich vor der fachkundigen Jury präsentieren. Neben dem Vorsitzenden der Fachjury Professor Christian Baumgart, DAI, beurteilten weitere elf Fachleute die eingereichten Arbeiten, unter ihnen auch die Preisträgerin aus dem Jahr 2014 Anne Kaestle, DUPLEX Architekten AG - siehe Baulinks-Beitrag „Deubau-Preis 2014 zur Förderung junger deutscher Architekten ist entschieden“ vom 29.4.2013.

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