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Saint-Gobain und Schüco kooperieren in Sachen „Dynamisches Glas“

(6.7.2015) Guillaume Le Gavrian, CEO der Vetrotech Saint-Gobain International AG und hauptverantwortlich für den Vertrieb von SageGlass zuständig, sowie Andreas En­gelhardt, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Schüco In­ternational KG aus Bielefeld, haben einen Kooperationsvertrag mit der Intention unter­schrieben, dynamisches, schaltbares Glas in Deutschland weiter zu etablieren:

In der Partnerschaft zwischen Saint-Gobain und Schüco sollen in Deutschland ver­stärkt Referenzobjekte mit SageGlass ausgestattet werden - eingesetzt in Schüco Fenster- und Fassadentechnologie. SageGlass ist ein elektronisch tönbares Glas für Fenster, Türen, Oberlichtsysteme und Fassaden, mit dem sich Sonnenlicht ohne Ja­lousien oder Rollläden kontrollieren lässt. Zurzeit kann das Spezialglas mit ausgewähl­ten Fensterkonstruktionen der Serien Schüco AWS in 75, 90 und 120 mm Bautiefe und in Schüco Türkonstruktionen mit 75 und 90 mm Bautiefe kombiniert werden. Auch das Fassadensystem FW 60+ eignet sich für die entsprechende Glasaufnahme.

Funktionsweise

SageGlass ist als 2- oder 3-fach Isolierglas erhältlich. Das Herzstück, die elektrochro­me Beschichtung, befindet sich geschützt vom Glasaufbau auf der Innenseite und be­steht aus fünf Nanoschichten. Eine Niederspannung von 5 Volt ist nötig, um die La­ge von Lithiumionen und -elektronen so zu verändern, dass sich das Glas von hell bis dunkel verfärbt. Beim Abdunkeln bleibt die Sicht nach draußen immer erhalten. Ein Aufheben der Spannungspolarität bewirkt, dass die Ionen und Elektronen in ihre ur­sprüngliche Lage zurückkehren und somit auch das Glas wieder seinen hellen Zustand erreicht. Der Energieaufwand pro Quadratmeter soll pro Tag im Durchschnitt bei weni­ger als 3 Watt liegen. 

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erklärender 4½ Minuten-Clip aus dem Nachbarbeitrag „Elektrochromes Glas in der Finalrunde beim Europäischen Erfinderpreis 2015“ (Thumbnails für eine schnelle Inhaltsübersicht)

Elektrochromes Glas erlaubt es, Blendlicht und die solare Hitzeeinstrahlung im Gebäu­deinnern zu kontrollieren - unabhängig von der Gebäudehöhe. Darüber hinaus senkt die nachhaltige Verglasung die Energie- und Gesamtbetriebskosten eines Gebäudes, weil Klima- und Beleuchtungskosten reduziert werden - in der Konsequenz, dass bis zu 8 Punkte für eine LEED-Zertifizierung erreichbar sind.  Ferner weist SageGlass ein Lichttransmissionsspektrum von 60 bis <1% auf. Damit kann ein Ausbleichen von Mö­beln, Teppichen oder Kunstwerken verhindert werden - siehe auch Baulinks-Beitrag „SageGlass: Sage (nach Übernahme durch Saint-Gobain) mit elektrochromem Glas auf der BAU“ vom 6.2.2013.

Weitere Informationen zu Fenstern und Fassaden mit elektrochromer Verglasung können per E-Mail an Schüco bzw. per E-Mail an SAGE Electrochromics angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: