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Passive House Award 2014 für sechs Gebäude und eine Region


(27.4.2014) Energieeffizientes Bauen ist nicht nur wirtschaft­lich, sondern kann zugleich eine Bereicherung für die Architek­tur sein - das zeigen die Gewinner des Passive House Awards 2014. Sechs Gebäude und eine Region wurden am 25. April zum Auftakt der Internationalen Passivhaustagung in Aachen ausgezeichnet:

  • ein Mehrfamilienhaus in Berlin,
  • ein Sanierungsprojekt in New York,
  • ein Seminargebäude in Südkorea,
  • das Kunstmuseum Ravensburg,
  • ein Reihenhaus in Philadelphia,
  • ein Gebäude-Ensemble in Finnland und
  • der Passivhaus-Stadtteil Bahnstadt in Heidelberg.

„Am Beispiel der Preisträger wird deutlich, dass auf der ganzen Welt gestalterisch he­rausragende Projekte im Passivhaus-Standard entstehen“, resümierte Prof. Dr. Wolf­gang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Energieeffizientes Bauen und Sanieren setze vielfach sehr positive ästhetische Akzente - und sei praktisch nebenbei auch noch gut für den Klimaschutz.

Boyen Street Zero-emission Building
„Boyen Street Zero-emission Building“ (Berlin, Germany), Deimel Oelschläger Architekten Partnerschaft (Foto: Deimel Oelschläger Architekten) (Bild vergrößern)

Schirmherr des Architekturpreises ist der Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Sigmar Gabriel unterstrich: „Der Passivhaus-Standard ist weltweit ein Maßstab für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Ich freue mich besonders, dass er mittlerwei­le über einzelne Gebäude hinausgehend auf Gebäude-Ensembles, ja sogar Stadtteile Ausstrahlung hat.“

In der Kategorie „Mehrfamilienhäuser“ wurde ein Nullemissionshaus in Berlin von Deimel Oelschläger - Architekten Partnerschaft ausgezeichnet (Bild oben). Die Jury des Awards würdigte nicht nur die energetischen Eigenschaften des Gebäudes, son­dern auch die abwechslungsreiche Fassade sowie die sorgfältig ausgearbeiteten De­tails an den Balkonen und Verschattungen.


„Tighthouse“ (Foto: Hai Zhang, Bild vergrößern)

Als bestes „Sanierungsprojekt“ wurde das „Tighthouse“ von Fabrica718 / Studio Cicetti in New York ausgewählt (Bild rechts). In dem 114 Jahre alten Reihenhaus im Stadtteil Brook­lyn sei in vorbildlicher Weise unter Beibehaltung des ursprüng­lichen Charakters moderner Wohnraum geschaffen worden.

Für eine „Weiterbildungseinrichtung“ im südkoreanischen Goesan wurde die deutsche ArchitekturWerkstatt Vallentin von der Jury ausgewählt (nächstes Bild unten). Hierzu wurde hervorgehoben, dass sich das inmitten von Wäldern und Ber­gen gelegene Gebäude nicht nur in die umgebende Landschaft einfüge, sondern dazu beitrage, diese noch aufzuwerten.

Seminar- and Appartmentbuilding
Seminar- and Appartmentbuilding“ (Goesan, South Korea), ArchitekturWerkstatt Vallentin (Fhoto: ArchitekturWerkstatt Vallentin) (Bild vergrößern)

Gewinner in der Kategorie „Sonderbauten / Bürogebäude“ ist das Kunstmuseum in Ravensburg von Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten. Bemerkenswert sei hier et­wa die Einbindung in das historische Stadtensemble durch die Ziegelfassade, erklärte die Jury - siehe Foto von Roland Halbe aus dem Baulinks-Beitrag „Deutscher Architek­turpreis für das Kunstmuseum Ravensburg, das erste Museum in Passivhausbauweise“ vom 25.4.2013.

Belfield Home
„Belfield Homes“ (Philadelphia, USA), Plumbob (Foto: Sam Oberter Photography) (Bild vergrößern)

In der Kategorie „Einfamilienhaus“ wurden gleich zwei erste Plätze vergeben:

  • zum einen an ein Projekt von Plumbob Architects in Philadelphia (Bild oben), das in einem dicht besiedelten Stadtteil mit einer praktischen Raumanordnung über­zeugte;
  • zum anderen an ein von Kimmo Lylykangas Architekts entworfenes Ensemble im finnischen Espoo (Bild unten), bei dem kompakte Hauskerne von intelligent ge­stalteten Hüllen umgeben werden.

In der Kategorie „Regionen“ ging der Award an das Umweltamt in Heidelberg, das mit einer weitsichtigen Energieplanung für den neuen Stadtteil Bahnstadt gezeigt hat, wie das Passivhaus auch für umfassende Bauvorhaben zum Standard werden kann.

Oravarinne Passive Houses
„Oravarinne Passive Houses“ (Espoo, Finland), Kimmo Lylykangas Architects (Foto: Kimmo Lylykangas Architects) (Bild vergrößern)

Der Passive House Award 2014 wurde vom Passivhaus Institut im Rahmen des euro­päischen Projekts PassREg (Passive House Regions with Renewable Energies) verlie­hen. Voraussetzung für die Teilnahme war eine Zertifizierung, mit der das Einhalten der Kriterien des Passivhaus-Standards nachgewiesen wurde (EnerPHit-Standard bei Sanierungen). Die Jury konnte sich bei der Bewertung somit allein auf die architekto­nische Qualität der Projekte konzentrieren. Die Gewinner in den Kategorien für Einzel­gebäude erhalten ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro. Insgesamt wurden mehr als hundert Projekte für den Award eingereicht. Die 21 Finalisten, einschließlich der sie­ben Preisträger, werden unter passivehouse-award.org vorgestellt.

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