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Alles klar!? Verfahren zur weitergehenden Abwasserbehandlung (à la ACO Haustechnik)

(2.9.2013) In der Verfahrenstechnik wird unter Ausnutzung chemisch-physikalischer und/oder biologischer Vorgänge aus einem Ausgangsmaterial ein Produkt geschaffen. Dazu zählt auch das Recycling von Stoffen. In der Technischen Gebäudeausrüstung ist im Rahmen von Umweltschutz und Ressourcenschonung insbesondere die Wieder­gewinnung von Wasser bzw. die vorhergehende Behandlung von Abwasser zu einem wichtigen Thema avanciert. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und den Ab­wasserverhältnissen müssen Abwässer auf unterschiedliche Arten und unter Einhal­tung rechtlicher Vorgaben behandelt werden.

Biologische und chemische Abwasserbehandlung in der Gastronomie

In der Gastronomie kommen als erste Stufe der Abwasserbehandlung in der Regel Fettabscheider zum Einsatz. Sie trennen Abwasserbestandteile unter Ausnutzung ih­rer unterschiedlichen spezifischen Dichten mittels der hydraulischen bzw. strömungs­technischen Verhältnisse im Abscheidebehälter. Die nach diesem Prinzip arbeitenden Fettabscheider können jedoch keine gelösten oder kolloidal vorliegenden Abwasserin­haltsstoffe wie beispielsweise Emulsionen aus Fett, Öl und Wasser abtrennen. Daher sind weitergehende, biologisch oder chemisch-physikalisch arbeitende Abwasserbe­handlungsanlagen einzuplanen.


ACO Biojet-PE (Bild vergrößern)

Bei der biologischen Abwasserbehandlung gelangt das im Fettabscheider vorbe­handelte Abwasser in eine Standardbiologie. Standardbiologien sind dafür konzipiert, den Anteil an schwerflüchtigen lipophilen Stoffen auf unter 100 mg/l zu reduzieren so­wie den Biologischen Sauerstoffbedarf (BSB5) und den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB), die als Schmutzstoffparameter zur Beurteilung der Verschmutzung von Abwas­ser dienen, deutlich zu verringern. Mit der Abwasserbehandlungsanlage ACO Biojet beispielsweise bietet ACO Haustechnik ein System zur Nachbehandlung fetthaltiger Gastronomieabwässer gemäß DIN EN 1825 / DIN 4040-100 an. Der ACO Biojet ist in zwei mal zwei Ausführungen erhältlich:

  • ACO Biojet-VA bzw. Biojet-F-VA aus Edelstahl (Werkstoff 1.4571) und
  • ACO Biojet-PE (Bild oben) bzw. Biojet-F-PE aus Kunststoff

Alle Varianten sind in erweiterbarer Modulbauweise gefertigt und eigenen sich zur Frei­aufstellung in frostgeschützten Räumen.

  • Die Standardbiologien ACO Biojet-VA und ACO Biojet-PE bestehen aus mehreren Biologiereaktoren und einer nachgeschalteten Sedimentationseinheit,
  • die Anlagen ACO Biojet-F-VA und ACO Biojet-F-PE verfügen zusätzlich über eine Filtrationseinheit.

In den Biologiereaktoren behandeln Mikroorganismen das organisch belastete Abwas­ser. Die dabei verwendeten Stämme von Mikroorganismen sollten keinerlei Risiko für Umwelt und Gesundheit darstellen. Anschließend gelangt das Abwasser in die Sedi­mentations-/Filtrationseinheit. Die noch im Abwasser befindlichen sedimentierbaren Feststoffe sin­ken zu Boden und werden dann wieder den Biologiereaktoren über die Rückfuhrpumpe als aktive Biomasse für den Abbauprozess zugeführt. Das gereinigte Abwasser wird automatisch in den Kanal abgezogen.

Für die chemisch-physikalische Abwasserbehandlung zur Reduzierung der Fett- und Ölkonzentration kommt bei ACO Haustechnik die kompakte Dosierstation Lipufloc zum Einsatz. Sie besteht aus einem Edelstahlgehäuse sowie aus einer direkt am Fett­abscheider montierten Zirkulationseinheit und eignet sich zur Freiaufstellung in frost­geschützten Räumen.


ACO Lipufloc (Bild vergrößern)

Eine  Dosierpumpe leitet das Flockungsmittel zeit- und mengenabhängig in die Zirkula­tionseinheit. Dabei handelt es sich um eine Abwasserpumpe, welche das vorbehandel­te Küchenabwasser aus dem Ablauf des Fettabscheiders nach Zugabe des Flockungs­mittels wieder in den Zulauf des Fettabscheiders befördert. Hierbei handelt es sich um ein Flockungsmittel auf Polymerbasis mit zusätzlicher Aluminium-Komponente. Es wird in geringer Dosierung dem Abwasserstrom beigemischt und beide Komponenten werden intensiv homogenisiert: Die stabile Emulsion aus Fett und Wasser wird dabei durchbro­chen und die partikulären Bestandteile binden sich zu großen flockenförmigen Struktu­ren, die sich im Fett- oder Schlammsammelraum konzentrieren. Das zentrale Element der Dosierstation ist die Steuereinheit. Sie gibt Auskunft über die Anlagenkonfiguration und den aktuellen Betriebszustand. Über das Bedien- und Anzeigeelement erfolgt auch die flexible Programmierung des Dosierablaufs in Abhängigkeit des Küchenbetriebs. Die Steuereinheit bietet ebenfalls eine Störmeldungsfunktion, mit der Störungen schnell und zielsicher identifiziert werden können.

Chemisch-physikalische Abwasserbehandlung in der Industrie

Als Industrieabwasser werden alle Abwässer bezeichnet, die bei industriellen Produk­tions- und Verarbeitungsprozessen anfallen, einschließlich Kühlwasser. Industrieab­wässer weisen häufig besondere Verschmutzungen durch organische Stoffe (z.B. in Brauereiabwässern) oder/und anorganische Stoffe (z.B. in der Metall- und Grundstoff­industrie) auf. Industrieabwasser muss deshalb in der Regel in industrieeigenen Anla­gen vorbehandelt werden, bevor es der öffentlichen Kanalisation zugeführt werden darf. Die Aufbereitung erfolgt abhängig von der Art des Abwassers im Flotations-, Neutralisations- oder Sedimentationsverfahren und unter Zugabe unterschiedlicher organischer und anorganischer Flüssigprodukte.

Das Flotationsverfahren dient zur Fällung/Flockung von be­lasteten Abwasseranteilen unter Verwendung eines flüssigen Trennmittels. Das Trennmittel fördert die Bindung von Schad­stoffen in einer Flocke. Diese werden daraufhin mit Hilfe von Gasblasen an die Oberfläche befördert. Aufgrund der Anhe­bung des Wasserspiegels dekantieren die Flocken in einen Schlammeindicker; das aufbereitete Wasser wird vom Boden der Anlage abgepumpt. Der Anwendungsbereich des Flota­tionsverfahrens umfasst Abwässer aus ...

  • der Entfettung/Reinigung von Stahlblechen,
  • Bäckereien/Konditoreien,
  • der Farbherstellung,
  • der Bootswäsche und Behälterwaschanlagen sowie aus
  • der Creme- und Hautpflegemittelherstellung.

Das Flotations-System von ACO Haustechnik heißt Demultor-flot. Es steht serienmä­ßig für eine Behandlungsmenge von bis zu 3.000 l/h zur Verfügung. Je nach Anwen­dungsfall kann dabei zwischen einem Durchlauf- oder Chargenverfahren gewählt wer­den, wobei beim Durchlaufbetrieb auch Parallelschaltungen für Abwassermengen bis zu 10.000 l/h möglich sind.

  • Im Durchlaufbetrieb durchströmt das Abwasser den Reaktor im freien Gefälle vom Zulauf zum Ablauf.
  • Im Chargenbetrieb wird das Abwasser dem Chargenreaktor aus einer Vorlage bis zum Erreichen des Maximalwasserstands zugeführt.

In beiden Fällen erzeugt das integrierte Rührwerk eine gleichmäßige Durchmischung. Um den für die Weiterbehandlung erforderlichen pH-Wert zu erreichen, wird dieser kontinuierlich gemessen und nach Bedarf Säure oder Base mengenproportional einge­mischt.

Beim Neutralisationsverfahren wird durch Zudosierung von Säure oder Base das belastete Abwasser neutralisiert, d.h ein neutraler pH-Wert erzielt. Das hierfür ent­wickelte System Demultor-neutra neutralisiert Abwassermengen von 1.000 bis 5.000 l/h im Durchlauf- oder Chargenbetrieb bei ständiger Durchmischung durch das Rühr­werk und Kontrolle des pH-Werts. Es eignet sich zur Freiaufstellung in frostgeschütz­ten Räumen für die Behandlung von Abwässern aus ...

  • Laboren,
  • Großküchen,
  • der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie aus
  • der Galvanik.

Das Sedimentationsverfahren dient zur Behandlung von Abwässern mit hoher Schmutzfracht und komplex gelösten Stoffen. Die Abwasserbehandlungsanlage ACO Demultor-sed kommt zum Einsatz ...

  • in Autohäusern mit Teilreinigung,
  • in Behälterwaschanlagen,
  • bei der Farbherstellung/Pinselreinigung sowie
  • bei der Geräte- und Motorreinigung.

Hierbei wird das Abwasser zunächst in einem Öl- oder Fettab­scheider vorbehandelt und anschließend der Sedimentations­anlage zugeführt. Den Abwässern werden über drei Chemika­liendosierpumpen Trenn- und Flockungsmittel in fester und/oder flüssiger Form zuge­geben und homogenisiert. Dabei findet eine Spaltung der Emulsionen sowie die Bin­dung der Schadstoffe in einer Flocke statt.

Im Sedimentationsreaktor erfolgt die Phasentrennung: Die Flocken sedimentieren und es bildet sich eine Klarwasserzone. Der so entstandene Schlamm wird abgepumpt; die Klarwasserphase wird abgezogen und das filtrierte Wasser der Kanalisation zugeführt. Im Durchlaufbetrieb bewältigt das System Demultor-sed Abwassermengen von 300 bis 900 l/h. Integrierte Überwachungsgeräte geben Störungen oder Mangelmeldungen für alle prozesstechnisch relevanten Parameter aus. Die Meldungen werden akustisch und optisch per Klartextanzeige am Steuerschrank angezeigt. Variabel einstellbare Be­handlungszeiten sowie eine stufenlos regelbare Zugabe von Chemikalien erlauben eine optimale Einstellung der Anlage bei geringstem Chemikalieneinsatz.

Abwasserbehandlungsanlagen nach Maß

Das optimale Reinigungs- und Abwasserbehandlungsverfahren lässt sich anhand einer repräsentativen Abwasserprobe bestimmen: In Laborversuchen werden mit Fällungs-/ Flockungsversuchen die richtigen Trennmittel sowie die entsprechende Dosiermen­gen ermittelt. Der Betreiber erhält dann die für den jeweiligen Anwendungsfall ideale technische Lösung. Neben der projektbegleitenden Planung, Auslegung, Realisation sowie Wartung und Pflege der verfahrenstechnischen Anlagen bietet der Systeman­bieter ACO Haustechnik Betreibern mit problematischen Abwässern auch die Entwick­lung speziell abgestimmter Trennmittel als Service an.

Weitere Informationen zur Abwasserbehandlung können per E-Mail an ACO Haustechnik angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: