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Europäische Architekten überzeugt von Designvielfalt im Fertigteilbau

(23.8.2010) Dass der Einsatz von Fertigteilbauelementen den Bauprozess wesentlich vereinfachen kann, wissen Architekten schon seit den Anfangstagen des Fertigteilbaus zu schätzen. Trotzdem taten sich die Planer lange damit schwer: Häufig wurde über mangelnde Vielfalt bei den Gestaltungsmöglichkeiten geklagt. Die Anwendung von Fertigbauteilen ginge zu Lasten des Designs, hieß es, Fertigteilbau sei einfach zu eintönig. Doch seit diesen Tagen hat sich der Fertigteilbau wesentlich weiterentwickelt. So kommt es, dass Architekten heutzutage durchaus begeistert reagieren, wenn die Rede auf die Anwendung von Fertigteilbauelementen kommt. Nur bei den Deutschen überwiegt die Skepsis nach wie vor.

Frage: Können heutzutage architektonisch gut aussehende Gebäude mit vorgefertigten Bauteilen errichtet werden? (in %, n=1,200)

Wie das europäische Architektenbarometer zeigt, bestätigen 86 Prozent der niederländischen Architekten, dass sie heutzutage attraktive architektonische Entwürfe erstellen können, bei denen sie auf Fertigbauteile zurückgreifen. Diese Ansicht teilen sie mit Architekten in Italien (75 Prozent), Frankreich (67 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (53 Prozent). Einzig die deutschen Planer sind kaum dieser Ansicht (nur zu 29 Prozent). Im Gegenteil stimmen sogar 47 Prozent der deutschen Architekten (überhaupt) nicht zu.

Trotz alledem erwarten auch 61 Prozent der deutschen Architekten, dass die Anwendung von Fertigteilbauelementen sich angesichts eines schrumpfenden Arbeitsmarkts erhöhen wird. Aus demselben Grund erwarten die französischen (63 Prozent) und holländischen Befragten (53 Prozent) dasselbe.

Diese und viele weitere Ergebnisse werden im Europäischen Architektenbarometer veröffentlicht, einer internationalen Marktforschung unter 1.200 europäischen Architekten. Vier Mal im Jahr wird die Studie von Arch-Vision im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden durchgeführt. Erhoben werden Entwicklungen wie das Umsatz- und Auftragsvolumen bei. Neben diesen Indexgrößen wird jedes Quartal ein Sonderthema in den Mittelpunkt gestellt. Denn schließlich sind die Architekten nicht nur ein guter Frühindikator für das zukünftige Bauvolumen, sondern sie haben auch großen Einfluss darauf, wie Projekte gebaut werden und welche Materialien dabei zum Einsatz kommen.

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