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Architekturpreis "Zukunft Wohnen 2009" entschieden


sc11 Wohnungsbau, Berlin (Zanderroth Architekten) Bild vergrößern

(7.9.2009) Zum achten Mal wurde der Architekturpreis "Zukunft Wohnen" ausgelobt. Für das Jahr 2009 wurden insgesamt sieben Preisträger prämiert. Gestiftet wird der Preis alle zwei Jahre von den deutschen Zement- und Betonherstellern. Er ist mit 24.000 Euro dotiert und wird in verschiedenen Kategorien vergeben. Dazu kommen weitere 4.000 Euro Preisgeld der Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau e.V. (FDB) für die Stiftung ihres Sonderpreises "Wohnen und Fertigteilbau"

Die Fachjury unter Vorsitz von Doris Gruber, Vizepräsidentin des Bundes Deutscher Architekten, prämierte sieben Preisträger aus insgesamt 188 eingereichten Projekten. Es ging Auslober und Jury weniger um die nur ästhetisch überzeugenden Lösungen, sondern auch um Qualität, Nutzungsflexibilität, Dauerhaftigkeit und energieeffizientes Bauen. "Die zentrale Frage", so Doris Gruber, "die unsere Diskussionen geprägt hat, war, inwieweit die eingereichten Projekte tatsächlich einen exemplarischen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Wohnens in unserer Gesellschaft darstellen."


Haus W, Lilling (att Architekten) Bauherr: Edda und Thomas Wesolowski, Gräfenberg (Bild vergrößern)

Das prämierte Ensemble von att Architekten in der bayerischen Gemeinde Lilling/Gräfenberg (siehe Google-Maps) zeigt dies in der Kategorie "Wohnen auf dem Land" (Bild oben, siehe auch Beitrag "Architekturpreis 'Gut bedacht 2007' zum dritten Mal verliehen" ). Dort findet das Wohnen innerhalb gewachsener Siedlungen statt. Verdichtete Strukturen bestimmen die Zukunft: aus energetischen, wirtschaftlichen, aber auch sozialen Gründen.


Alfred-Delp-Weg, Göttingen (Sergio Pascolo Architects) das ganze Bild
 

Die Jury vergab in der Kategorie "Wohnen in der Stadt" zwei Preise und unterstreicht damit die besondere Bedeutung des innerstädtischen Wohnens. Die beiden prämierten Projekte in ...

Innerstädtisches Wohnen einer ganz anderen Ausprägung zeigt die prämierte Sanierung eines Wahrzeichens des modernen Nachkriegsstädtebaus in Dresden von Knerer und Lang Architekten (siehe Bild, Google-Maps und ggfl. noch vor der Sanierung: Bing-Maps), Preisträger der Kategorie "Wohnen im Bestand". Auch hier sieht die Jury vorbildliches Weiterbauen an der Identität der Stadt. Wohnen im Zentrum zu ermöglichen, wird als elementare städtische Aufgabe wahrgenommen.

Weitere mit Preisen bedachte Bauten liegen in den Gemeinden Wutöschingen ("Custom-Made", nächstes Bild unten, Architekt Matthias Maurer) und Hohenkammer ("Neubau und Erweiterung: Gästehaus Schloss Hohenkammer" von Brückner & Brückner Architekten BDA - siehe letztes Bild ganz unten sowie Google-Maps).


Custom-Made, Wutöschingen (Matthias Maurer, Freier Architekt) Bauherr: Familie Hartmann, Wutöschingen (Bild vergrößern)

Der Sonderpreis "Wohnen und Fertigteilbau" wurde von der FDB in diesem Jahr an das Architekturbüro Wallner aus München für das "Wohnhaus am Stadtpark in Neu-Ulm" verliehen (Bild unten rechts). "Insgesamt ist ein Bauwerk mit vielen Komponenten aus dem konstruktiven Fertigteilbau entstanden, bei dem sich formaler Anspruch, Wohnqualität und Ressourcenschonung auf hohem Niveau treffen.", so die Begründung der Jury für die Vergabe des Sonderpreises.


Wohnhaus am Stadtpark (Architekturbüro Wallner) Bild vergrößern

Der unspektakuläre Titel des Projektes lässt nicht ahnen, was sich hinter diesem Projekt verbirgt: Ein sechsgeschossiges Wohnhaus mit 11 Wohnungen, das - Ressourcen schonend im KFW 40 Standard konzipiert - mit seinen flexiblen Grundrissen und der barrierefreien Planung verschiedene Nutzungsszenarien durch seine Bewohner zulässt und somit wesentliche Aspekte des nachhaltigen Bauens umsetzt. Dazu trägt unter anderem die Gebäudehülle bei, die durch ihre klare Kubatur besticht. Konstruktiv handelt es sich um eine Stahlbeton-Sandwichkonstruktion, die komplett im Werk vorgefertigt wurde. Die Einfärbung der Vorsatzschicht aus Architekturbeton erfolgte mit Hilfe von Weißzement und roten Sanden.

"Insgesamt hat sich ein wirklich interessantes Spektrum an völlig verschiedenen Projekten für den Preis beworben. Generell zeigt sich ein ausgeprägtes Bewusstsein für qualitätvolles Bauen, und zwar bei Bauherren, Architekten und den Ausführenden." so Andreas Kern, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie, der den Auslober in der Jury vertrat.


Neubau und Erweiterung Gästehaus Schloss Hohenkammer (Brückner & Brückner Architekten BDA) Bauherr: Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, München (Bild vergrößern)

Die öffentliche Preisverleihung des diesjährigen Architekturpreises Zukunft Wohnen findet am 8. Oktober 2009 im Rahmen des Fachsymposiums "Zukunft Wohnen" in Essen statt. Veranstaltungsort ist die Zollverein School of Management and Design, Zeche Zollverein.

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