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Glaubensfrage? Einbruchschutz bei Garagentoren nach TTZ oder WK2?

Jürgen Hartrampf, Vice President Marketing & Business Development bei Cardo Garage Door AB aus Malmö (in Deutschland durch Normstahl)(1.9.2009) Der Einbruchschutz bei Garagentoren ist in der Branche offensichtlich ein Dauerbrenner. Man spricht dabei entweder von den Richtlinien oder Normen nach TTZ oder WK2. Wir fragen Jürgen Hartrampf, WK2-Beführworter und Vice President Marketing & Business Development bei Cardo Garage Door AB aus Malmö (in Deutschland durch Normstahl vertreten), nach dem Unterschied zwischen diesen TTZ und WK2:

Jürgen Hartrampf: Die WK2-Normen richten sich vor allem nach der EU-Norm ENV 1627 - 1630. Diese wird angewandt für alle Bauelemente, die sich öffnen lassen und in der Fassade eines Gebäudes eingebaut sind, wie z.B. Fenster, Türen oder auch Garagentore. Die Norm regelt die Anforderungen an das Material/Bauelement gemäß mehrerer qualitativer Erkenntnisse in Bezug auf den Einbruchschutz. Objektiv ausgedrückt: Es wird dadurch ein hoher Standard an Schutz gegen Einbruchversuche garantiert. Es wird zwischen mehreren Einbruchschutzklassen, WK1 (geringer Schutz) - WK6 (stärkster Schutz), unterschieden. In Niveaustufe 2 muss das getestete Objekt z.B. einen 3 Minuten lang andauernden Angriff standhalten, bei dem "einfache" Werkzeuge wie Schraubenzieher und Schraubenschlüssel verwendet werden. Für die Prüfung wird dem "Einbrecher" insgesamt 15 Minuten Zeit gewährt um das Tor zu öffnen. Die reine Angriffszeit darf dabei nur 3 Minuten sein. Das hört sich kompliziert an, bedeutet aber lediglich, dass sich der Prüfer nachdem er mit körperlicher Gewalt versucht hat z.B. das Schloss aufzuhebeln von der körperlichen Anstrengung erholen darf, bevor er das Tor erneut an einer anderen Stelle attackiert. Sollte in dieser Zeit der Einbruch nicht gelingen, lässt der Einbrecher von seinem Vorhaben ab, so die Aussage der Landeskriminalämter.

Ergänzungsfrage: Was hat es mit der Richtlinie TTZ auf sich?

Jürgen Hartrampf: Ich würde sagen, es wäre besser ein spezielles Schutzniveau nur für Garagentore einzuführen. Werkzeuge und Kriterien für den Einbruchsversuch sind beim TTZ-Test viel beschränkter als bei einer WK2-Zertifizierung. Einbruchtests besagen, dass Anforderungen für den TTZ-Test nicht existieren, die in der WK2-Prüfung zur Anwendung kommen. Diese Kriterien beziehen sich auf die verschlossenen Tore wie z.B. Laufschienen oder Bodenbefestigung. Es gibt bei der TTZ Prüfung auch keine Vorabtests, bei denen vermeintliche Schwachstellen des Tores analysiert werden. Somit ist eine Ausarbeitung eines richtigen Angriffplans auf die Schwachstellen eines Tores nicht möglich, dies ist bei der WK2 Prüfung anders. Die WK2 Prüfung ist deshalb aussagekräftiger.

Abschlussfrage: Herr Hartrampf, TTZ oder WK2, was ist Ihrer Meinung nach das Seriösere?

Jürgen Hartrampf: Im Dezember letzten Jahres hat das unabhängige, holländische Institut SKG einen Bericht herausgebracht, der besagt, dass das Schutz-/Widerstandsniveau gegen Einbruch beim TTZ gegenüber der Klasse 2 der Europäischen Norm unterlegen sei. Die Resultate der durchgeführten Tests in Übereinstimmung mit den Richtlinien TTZ lassen sich nicht mit einer Zertifizierung nach der WK-Norm vereinbaren.

Weitere Informationen zum Einbruchschutz bei Garagentoren können per E-Mail an Normstahl angefordert werden.

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