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documenta urbana - auf dem weg zur stadt der zukunft

  • Die Inversion des Raumes: Nah ist fern, fern ist nah Symposium am 4. November 2006, 10-18 Uhr an der Kunsthochschule Kassel

(29.10.2006) Vor 24 Jahren hat es in Kassel eine erste documenta urbana gegeben. Auf Anregung von Arnold Bode, dem Initiator der documenta, verwirklichten 1982 internationale Avantgarde-Architekten in der Kasseler Dönche eine experimentelle Wohnsiedlung. Parallel dazu und als kritische Alternative schuf Lucius Burckhardt einen Rahmen für die künstlerische und theoretische Auseinandersetzung mit der Stadt. Unter dem Titel "documenta urbana - sichtbar machen" ist diese umfangreich dokumentierte und publizierte Aktion in die Annalen eingegangen.

An diesen Ideen anknüpfend haben Manuel Cuadra, Helmut Holzapfel und Wolfgang Schulze, Professoren der Universität in Kassel, im Jahr 2005 die documenta urbana reaktiviert: "documenta urbana - auf dem weg zur stadt der zukunft" will die kritische Reflexion mit der künstlerischen und planerischen Auseinandersetzung mit der Stadt der Gegenwart verbinden. Begonnen wurde dieser öffentliche Diskurs vor einem Jahr in Form eines international besetzten Symposiums (siehe Meldung "Uni Kassel entwickelt Visionen urbaner Entwicklungen" vom 5.10.2005).

Das zweite Symposium dieser Reihe wird am 4. November 2006 stattfinden. Unter dem Titel "Die Inversion des Raumes: Nah ist fern, fern ist nah" soll die Umkehrung der natürlichen Wahrnehmung von Entfernung thematisiert werden: Nahes erscheint den Menschen heutzutage vielfach fremder und weniger relevant als Entferntes. Worin die "Inversion des Raumes" tatsächlich besteht, wie die Menschen mit ihr umgehen, welche Folgen sie für die Stadt und die Architektur hat, das alles soll Thema dieser Veranstaltung in den Räumen der Kunsthochschule Kassel sein. Wie ein roter Faden wird sich die Frage nach einem aktuellen Verständnis von Nähe und Ferne durch die prominent besetzten Debatten der Theoretiker, die Performances der Künstler und die Werkberichte der Architekten und Städtebauer ziehen, von denen sich die einen als "global player", die anderen ausdrücklich als "local player" sehen und als solche einen Namen gemacht haben.

Dabei sind der weltweit agierende Hamburger Architekt Meinhard von Gerkan, der derzeit in China eine Stadt für 800.000 Einwohner projektiert, und der Argentinier Jorge Mario Jáuregui, der sich für die soziale und urbanistische Integration der Favelas von Rio de Janeiro einsetzt und für seine Konzepte und Realisierungen den "Veronica Rudge Green Prize in Urban Design" der Harvard University erhalten hat. Die theoretischen Beiträge stammen von Jesko Fezer aus Berlin, Leo Findeisen aus Wien, Wolfgang Sachs aus Wuppertal und Michael Zinganel aus Graz. Die Kunst ist vertreten durch die documenta 12-Künstlerin Imogen Stidworthy aus Liverpool und Marko Kosnik aus Ljubljana.

Weitere Aktivitäten sollen 2007 parallel zur documenta 12 folgen.

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