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Preisanstieg bei Baumetallen, gleichwohl sei "Sparen trotz Preisexplosion möglich"

(28.7.2006) Eine verstärkte Nachfrage aus Asien treibt die Rohstoffpreise für Baumetalle zu immer neuen Rekordwerten. Der Rohstoff Blei hat sich aber von der allgemeinen Preisspirale abgekoppelt und zeigt sogar 2005/2006 leicht rückläufige Preise. Stefan Schneider, Vorstandsvorsitzender der Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V., beurteilt die aktuelle Entwicklung und nennt Gründe für diese Situation.

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Bild von der Gütegemeinschaft Bleihalbzeug aus dem Beitrag "Saturnblei: über 50 Tonnen meisterlicher Schutz für die Frauenkirche" vom 12.1.2006

Die Börsenpreise vieler Baumetalle sind innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen:

  • Aluminium um über 40%,
  • Kupfer um rund 100% und
  • Zink sogar um gut 150%.

Mit einem Minus von 2,5% weist Blei dagegen im Jahresvergleich für den Monat Juni 2006 als einziges Baumetall eine rückläufige Preisentwicklung auf. Ein wesentlicher Grund dafür ist eine verstärkte Erzförderung. Zudem verfügt Blei durch eine Recyclingquote von nahezu 100% ber eine bedeutende zusätzliche Rohstoffquelle. Ein weiterer Aspekt sei der niedrige Energiebedarf zur Bleiproduktion. Bei Aluminium etwa resultiert der hohe Börsenpreis auch aus den hohen Rohstoffkosten für Strom, die rund 30% der Produktionskosten ausmachen.

Es lässt sich aktuell nur schwer sagen, wie sich die Rohstoffpreise entwickeln werden. Die Marktdaten sprechen für eine weitgehende Preisstabilität bei Aluminium, Zink, Kupfer und Blei. Alle Rohstoffpreise werden allerdings weiterhin stark von Spekulanten beeinflusst.

Welche Sparpotenziale bieten sich bei der Auswahl von Baumetallen?

Entscheidend ist laut Stefan Schneider, Vorstandsvorsitzender der Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V., eine hohe Wirtschaftlichkeit auf der Basis kalkulierbarer Größen. Dadurch ist Sparen auch trotz der Preisexplosion möglich. Bei der Auswahl von Baumetallen gewinnen Kriterien wie leichte Handhabung, lange Lebensdauer und nachgewiesene Qualität an Gewicht. Traditionelle Werkstoffe wie "Saturnblei", die heute mit modernsten Beschichtungen versehen werden können, versprechen demnach die höchsten Sparpotenziale.

Handwerker sollten überlegen, welche Einsparmöglichkeiten es am Material gibt, ohne die Qualität der Ausführung zu beeinträchtigen. "Saturnblei" ist auch in einer plissierten Variante erhältlich. Damit lässt sich der Werkstoff bereits ab einer Dicke von nur einem Millimeter leicht formbar verlegen. Ein weiteres Sparpotenzial bietet die Entsorgung von auf Baustellen demontierten Altmetallen, da mit den Börsenpreisen auch die Schrottpreise steigen. Die Erlöse hierfür liegen weit über einem Beitrag für die Kaffeekasse.

Marktaussichten für Walzbleiprodukte

Die Aussichten für Walz- und Stranggussprodukte aus Blei sind der Gütegemeinschaft Bleihalbzeug zufolge durchweg positiv. Nach Erhebungen der Internationalen Blei- und Zinkstudiengruppe wird der Markt weiter wachsen. Die größte Nachfrage erwartet die Gütegemeinschaft in den Ländern Großbritannien, Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

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