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ZVDH: "Gewerkschaft begeht Hausfriedensbruch"

(14.10.2005) Die dritte Tarifrunde 2005 zwischen der kleinen Tarifkommission des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wurde durch eine von der Gewerkschaft angesetzten Demonstration gestört, die darin gipfelte, dass die Demonstranten Hausfriedensbruch begingen und Funktionäre der Gewerkschaft in den Sitzungsraum der kleinen Tarifkommission eindrangen.

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Karikatur aus der Meldung "IG BAUs 'Krisenschmarotzer' sorgen für Stimmung(en) vom 7.10.2005

Wie der ZVDH berichtet konnte die begleitende Polizei dieses strafrechtliche Verhalten nicht unterbinden und entschuldigte sich im Nachhinein beim Hausherrn. Die Verhandlungsführer der Tarifkommission der IG BAU, die zu diesem Zeitpunkt in Tarifgesprächen mit ihren Partnern des ZVDH waren, ließen ihre Partner zurück, um sich den Demonstranten zuzuwenden. Dies alles geschah in den Räumen der Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks. Die Neutralität des Verhandlungsortes wurde damit nachhaltig verletzt. Die kleine Tarifkommission des ZVDH wollte unter diesen Bedingungen an diesem Tag keine weiteren Gespräche führen.

ZVDH: "IG BAU bricht Wort"

Die Überbetrieblichen Ausbildungsstätten im Dachdeckerhandwerk erhalten auf Grund des Tarifvertrages Berufsbildung einen Kostenersatz durch die Lohnausgleichskasse (LAK). Nach einer mit der Gewerkschaft in diesem, wie in den Vorjahren, abgeschlossenen Vereinbarung stehen die Gelder dafür bis zum Jahr 2008 der LAK zur Verfügung. Entgegen der langjährigen Praxis und dem im Jahr 2003 gegebenen Wort verweigere laut ZVDHdie IG BAU die Unterschrift zur Auszahlung der Mittel an die Ausbildungsstätten. Damit gefährde die Gewerkschaft die zukünftige Ausbildung im Deutschen Dachdeckerhandwerk.

Zum Verhandlungsstand:

Die Gewerkschaft hat die Tarifverträge für Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütungen gekündigt. Während die IG BAU Einkommensverbesserungen der Arbeitsnehmer fordere, stehe bei den Arbeitgebern die Existenz der Betriebe und damit die Sicherung der Arbeitsplätze der Arbeitnehmer im Vordergrund.

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