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Praxis-Tipp: Decken- und Wandanschlüsse von nichttragenden Porenbeton-Trennwänden

(27.10.2003) Nichttragende innere Trennwände aus Porenbeton-Mauersteinen und -Wandbauplatten haben sich seit Jahren bewährt. Sie dienen der Raumtrennung und dürfen nicht zur Gebäudeaussteifung herangezogen werden. Dadurch können sie ohne großen Aufwand nach dem Erstellen des Rohbaus wie auch im Gebäudebestand eingebaut und auch wieder entfernt werden, ohne die Standsicherheit des Gebäudes zu gefährden.

Die maximale Wandlänge ist aus Gründen der Rissesicherheit auf 12 m begrenzt. Die im Einzelfall tatsächlich zulässigen Wandlängen sind jedoch abhängig von Einbaubereich, Wandhöhe, Wanddicke und möglicher, durch ungewollten Deckenabtrag (z. B. infolge Kriechens und Schwindens der Stahlbetondecke) eintretender Auflast. Neben ihrer Eigenlast einschließlich Putz und möglicher Bekleidungen müssen Trennwände auch leichte Konsollasten (z. B. Bilder, Bücherregale, kleine Wandschränke), auf ihre Fläche wirkende statische Gebrauchslasten sowie stoßartige Belastungen aufnehmen und auf andere tragende Bauteile, wie Wände und Decken, abtragen können. Bei entsprechender Ausführung erfüllen nichttragende Trennwände aus Porenbeton die an sie gestellten Anforderungen hinsichtlich Brand-, Schall- und Wärmeschutz sowie nutzungsbezogener Beanspruchbarkeit.

1. Befestigung an angrenzende Bauteile

Die Standsicherheit der Trennwände wird erst durch die Verbindung mit den an sie angrenzenden Bauteilen erreicht. Die Verbindungen müssen die auf die Wände wirkenden Lasten aufnehmen und mögliche Formänderungen der angrenzenden Bauteile berücksichtigen. Man unterscheidet dabei:

  • Gleitende Anschlüsse

Gleitende Anschlüsse können ausgeführt werden, wenn mit unplanmäßigen Krafteinleitungen durch Verformung der angrenzenden Bauteile (z. B. höheres Schwinden) und dadurch mit erhöhten Spannungen in den Trennwänden zu rechnen ist. Sie werden durch Mauern von Nischen, durch Anordnen von Stahlprofilen oder durch Einbauen von senkrecht verschiebbaren Ankern (z. B. in Halfenschiene) hergestellt. Die seitlichen und oberen Anschlussfugen werden mit Montageschaum ausgeschäumt bzw. bei schall- und brandschutztechnischen Anforderungen mit Mineralwolle o. ä. ausgefüllt.

  • Starre Anschlüsse

Starre Anschlüsse können ausgeführt werden, wenn keine oder nur geringe Zwängungskräfte aus den angrenzenden Bauteilen auf die Wand zu erwarten sind. Sie bleiben im Regelfall auf den Wohnungsbau mit Wandlängen bis zu 5,0 m und geringen Deckenspannweiten beschränkt. Starre Anschlüsse werden durch Verzahnung, durch Ausfüllen mit Mörtel, durch Einputzen oder durch gleichwertige Maßnahmen wie Anker, Dübel oder einbindende Stahleinlagen hergestellt. Bei vermörtelter Anschlussfuge zwischen dem oberen Wandende und der Betondecke soll das Vermörteln der Anschlussfuge möglichst spät erfolgen.

2. Regeln zur schadensfreien Ausführung

  • Trennwände möglichst spät nach Fertigstellung des Rohbaus aufmauern,
  • Ausschalfristen und Nachbehandlung des Betons der tragenden Bauteile beachten, bei kürzeren Ausschalfristen geeignete Notstützen setzen,
  • mit dem Einba
  • mit dem Einbau der Trennwände im obersten Geschoss beginnen,
  • bei der Erstellung nichttragender Wände ca. 2 cm niedriger mauern als die tragenden Wände, damit keine Lasteinwirkung, beispielsweise durch Decken, entstehen kann,
  • bei größeren Deckenspannweiten und auf der untersten Decke, auf der eine Trennwand steht, eine Folie oder Pappe einlegen, um bei Durchbiegung der Decke einen Abriss der untersten Steinlagen zu verhindern,
  • Baumaterialien für die Trennwand vor starker Durchfeuchtung schützen, um Schwindverformungen gering zu halten,
  • bei Deckenspannweiten größer als 7,0 m können weitere Maßnahmen notwendig sein, z. B. die Einlage einer Fugenbewehrung zur Rissesicherheit.

bebilderte Praxistipps:

  • Bei Maßungenauigkeiten in der Boden- bzw. Deckenplatte wird die erste Schicht nichttragender Trennwände aus Porenbeton-Plansteinen und -Planbauplatten in ein bis zu 3 cm dickes Normalmörtelbett versetzt:

  • Nichttragende Trennwände sind je nach Deckendurchbiegung 1 bis 2 cm niedriger auszuführen als die tragenden Wände. Die Anschlussfuge zwischen Wand und Decke wird anschließend elastisch, z.B. mit Bauschaum, ausgefüllt. Der überschüssige Bauschaum wird nach dem Aushärten exakt abgeschnitten. Beim anschließenden Verputzen der Anschlussfuge empfiehlt sich ein Kellenschnitt. Dadurch bleiben evtl. auftretende und keinen Mangel darstellende feine Haarrisse fast unsichtbar:
 

Einseitig gehaltene Wände müssen mit Federankern elastisch an der Decke befestigt werden (Ankerabstand ca. 60 cm):


 

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