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Bayern: Immobilienmarkt mit steigenden Preisen, doch ohne einheitliche Tendenz

(19.4.2001) VDM-Landesverband veröffentlicht Preisspiegel 2001 für 30 Städte und Gemeinden in Bayern. Steigenden Preisen bei hochwertigen Immobilien stehen Rückgänge in weniger gefragten Lagen gegenüber.

Der grundsätzliche Trend des letzten Jahres hält weiter an: Wohnimmobilien werden wieder teurer, wenn auch nicht in allen Städten und Regionen Bayerns. "Wir stellen eine weiter zunehmende Differenzierung der Preisentwicklung fest", fasst der bayerische Landesvorsitzende des Verbandes Deutscher Makler (VDM), Armin Prager, die Ergebnisse des Immobilienpreisspiegels 2001 für 30 Städte und Gemeinden des Freistaats zusammen.Gewonnen haben vor allem die auch bisher gefragten Lagen. Doch selbst innerhalb einer Stadt oder Region kann es zu gegensätzlichen Trends bei einzelnen Segmenten kommen. Insgesamt jedoch überwiegen die Preisanstiege, wobei sich innerhalb der Preisspannen für einfache bis hochwertige Objekte Verschiebungen nach oben ergeben haben. Wesentlich dazu trägt die Landeshauptstadt München bei. Sie verzeichnet in allen Segmenten klare, teilweise sogar drastische Zuwächse. "Ein Hinweis darauf, dass hochwertige Immobilien als Anlageform wieder mehr Attraktivität gewonnen haben", meint Armin Prager. Ob diese Investitionen in die sichere Immobilienanlage schon eine direkte Auswirkung der New Economy-Krise sind, möchte er allerdings nicht behaupten, schließt jedoch einen gewissen Zusammenhang nicht aus.

Mieten: weitgehend stabil mit einzelnen Anstiegen

Die Wohnungsmieten bestätigen die gegenläufigen Tendenzen des gesamten Marktes: Wenn es Veränderungen gibt, bleiben diese moderat und bewegen sich in beide Richtungen: sowohl nach oben als auch nach unten. Die Anstiege überwiegen jedoch.Grundsätzlich teurer geworden ist das Wohnen in den größeren Städten. In ländlicheren Regionen hingegen und in den Mittel- und Kleinstädten stagnierten die Mieten meist oder sanken sogar geringfügig. Die Quadratmetermieten für einfach bis mittel ausgestattete Wohnungen bewegen sich landesweit zwischen 5 DM und 20 DM. Besonders in Bad Kissingen und Kitzingen können anspruchslose Mieter billiger wohnen als noch ein Jahr zuvor.Wer mehr Komfort will, muss in einigen Städten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für mittel bis gut ausgestattete Wohnungen verlangen die Vermieter im Schnitt 11 bis 15 DM/m². Aber auch Quadratmetermieten von 17 bis 19 DM, z.B. in Holzkirchen, Lindau oder Garmisch-Partenkirchen, sind keine Seltenheit. Preiswerter geworden ist das komfortable Wohnen nur in Aschaffenburg und Weiden.Die mit Abstand höchsten Mieten sind nach wie vor in München zu bezahlen. Die Preisspanne beginnt für einfach ausgestattete Wohnungen bei 14 DM/m². In der Spitze klettert das Mietbarometer bis auf 28 DM/m².

Eigentumswohnungen: steigende und fallende Preise

Eher gefallen oder gleich geblieben sind die Preise für einfach bis normal ausgestattete Eigentumswohnungen. Vielerorts beginnen diese schon bei 1.500 DM für den Quadratmeter Wohnfläche. Dafür hat sich die Spanne bei besseren Ausstattungen nach oben erweitert. Die Quadratmeterpreise enden z.B. in Kitzingen oder Bayreuth nunmehr erst bei 4.000 DM bzw. 4.500 DM. Ähnliche Steigerungen gibt es in Würzburg und Holzkirchen. Deren Spitzenpreise reichen bis 5.200 und 6.300 DM. Als "Ausreißer" noch oben erweist sich einmal mehr die bayrische Hauptstadt: die Skala beginnt bei 4.500 DM und endet erst bei 11.000 DM/m² - im Vergleich zum Vorjahr ein Sprung um mehr als zwanzig Prozent.

Reihenhäuser: Nachfrage stagniert, Preise fallen leicht

Trotz einiger Städte, in denen man für´s eigene Reihen- oder Doppelhaus mehr Geld ausgeben muss als ein Jahr zuvor, stagnieren die Preise in diesem Segment eher. Das betrifft die gesamte Variationsbreite der Ausstattungen von einfach bis überdurchschnittlich. Vereinzelt sind auch fallende Preise zu beobachten. Eingebüßt haben z. B. Rosenheim, Holzkirchen und Würzburg. Steigende Preise sind dagegen in Lindau festzustellen; auch in Bamberg und Bayreuth ist das Wohnen im eigenen Haus etwas teurer geworden. Die Spannen reichen von 450.000 DM für einfache Ausstattungen bis 850.000 DM für`s Wohnen mit mehr Komfort als üblich.Am wenigsten Geld muss man in Neu-Ulm bezahlen: schon ab 220.000 DM kann man hier Hausbesitzer werden. Fast dreimal soviel dagegen muss ein Käufer in München investieren.

Freistehende Einfamilienhäuser: Preisanstieg geht vereinzelt weiter

Die gegensätzlichen Entwicklungen mit sowohl steigenden (z.B. Lindau und Kempten) als auch fallenden Preisen (z.B. Ingolstadt und Nürnberg) setzen sich bei den Einfamilienhäusern fort. Ein dominierender Trend ist dabei nicht auszumachen.In Schweinfurt, Kitzingen oder Bayreuth kann man z.B. schon ab rund 300.000 DM zum Hausbesitzer werden. Bessere Ausstattungen kosten in der Spitze jedoch mehr als 800.000 Mark. Dafür bekommt man in München oder Tutzing nicht einmal ein einfaches Häuschen. Das Wohnen in den eigenen vier Wänden ohne besonderen Komfort beginnt hier ab 900.000 DM, in Tutzing sogar erst ab 950.000 DM. Für hochwertiges Wohnen muss man deutlich mehr Geld ausgeben: Ein Haus durchschnittlicher Größe kann schon mal 3,5 Mill. Mark kosten.

Baugrund: Preise steigen weiter

Am günstigsten sind Baugrundstücke in Kitzingen und Cham. Erschlossene Flächen bekommt man schon ab 100 DM/m². Doch das sind Ausnahmen. Nähert man sich den Städten, klettern die Preise schnell auf ein paar hundert Mark. Im Berchtesgardener Land bekommt man Baugrund erst ab 400 DM/m², in Augsburg und Fürth ab 500 DM, in Holzkirchen ab 700. Richtig tief in die Tasche greifen muss man erneut in München. Und, wie auch bei den anderen Immobilien, in Tutzing. Ebenso wie in der Hauptstadt beginnt das Bauen in diesen Städten ab 1.000 DM je Quadratmeter Baugrund.

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