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Szenariensteuerung für Brandschutzklappen per „Wildeboer-Net“

(11.8.2016) Die Wildeboer Bauteile GmbH hat ihr BS2 Kommunikationssystem „Wilde­boer-Net“ zur Steuerung von Brandschutzklappen um eine weitreichende Szenarien­steuerung erweitert. Damit lassen sich Auslösegruppen für das gemeinsame Schließen von Brandschutzklappen einrichten, wobei auch Teilnehmer wie Rauchmelder, Ventila­toren oder Warnsignale eingebunden werden können. Auf diese Weise ist es möglich, den Brandschutz zu optimieren - etwa durch ...

  • die Verhinderung von Kaltrauchübertragung oder
  • das vorsorgliche Abschotten von Brandabschnitten bei abgeschalteter Lüftungsanlage.


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Mit der Gruppensteuerung kann sowohl den bau- als auch den privatrechtlichen Brandschutzanforderungen - wie etwa den VDI- oder VdS-Richtlinien - entsprochen werden, was für mehr Rechtssicherheit bei Gebäudebetreibern, Bauherren und Planern sorgt.

„Oftmals beinhalten die Verträge von Feuer- und Betriebsausfallversicherern Sicher­heitsanforderungen, die über die gesetzlichen Brandschutzbestimmungen deutlich hi­nausgehen“, erinnert Vertriebsleiter Franz Ewald Koopmann. „Wird diesen Vorgaben nicht ausreichend nachgekommen, kann es im Ernstfall zu Problemen mit der Scha­densregulierung kommen. Mit dem erweiterten Wildeboer-Net lassen sich die hierfür notwendigen, komplexen Brandschutzszenarien schnell und einfach umsetzen.“

Nach § 14 der aktuellen Musterbauordnung (MBO 2002) sind bauliche Anlagen so zu gestalten, dass der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird. Konkretisiert wird dieses Schutzziel etwa durch die VdS-Richtlinie 2000. Diese weist darauf hin, dass Brandschutzklappen auch über Kanalrauchmelder oder eine Brandmeldeanlage auszulösen sein sollten, um in frühen Brandstadien die Ausbreitung kalter Rauchgase zu verhindern. Gleichzeitig empfiehlt die VdS-Richtlinie 2298, die Steuerung raumluft­technischer Anlagen so einzurichten, dass diese im Brandfall automatisch abgeschal­tet und Brandschutzklappen gezielt geschlossen werden können. Laut VDI 3819 sollte zudem das präventive Abschotten von Brandabschnitten beim Ausschalten der Lüf­tungsanlage möglich sein.

Zur Umsetzung dieser Vorgaben können beim erweiterten Wildeboer-System Auslöse­gruppen angelegt und diesen dann Brandschutzklappen sowie weitere Teilnehmer wie etwa Kanalrauchmelder oder Ventilatoren zugewiesen werden. Die Zuordnung der Komponenten in die jeweilige Gruppe erfordert dabei keinen zusätzlichen Programmie­rungsaufwand. Vielmehr lassen sich die jeweiligen Gruppenteilnehmer über eine Tabelle auswählen oder auch bereits bestehende Auslösegruppen wunschgemäß verändern. Diese reagieren dann automatisch nicht nur im Brandfall, sondern auch bei Störungen wie etwa Busunterbrechungen.

Ein Subnetzcontroller im Wildeboer-Net verwaltet bis zu vier nachgeordnete Netze mit jeweils maximal 32 Feld-Modulen für die Überprüfung von bis zu 256 Brandschutzklap­pen. Ein Prüfvorgang dauert wenige Minuten, so dass der Lüftungsbetrieb nur kurzzei­tig unterbrochen werden muss. Außerdem verfügt das Kommunikationssystem über eine abschnittsgenaue Fehlerlokalisierung und einen Rest-BUS-Betrieb nicht betroffe­ner Komponenten im Störungsfall.

Weitere Informationen zum Wildeboer-Net können per E-Mail an Wildeboer angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: