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Studie „Wohnen 2045“ von Allianz und Prognos

(20.3.2016) Die regionalen Wohnungsmärkte in Deutschland haben in den nächsten 30 Jahren mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen: Während die Nach­frage nach Wohnraum in den wirtschaftsstarken Zentren weiter steigt, müssen struk­turschwache Regionen damit rechnen, weitere Teile ihrer Bevölkerung zu verlieren - u.a. zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Allianz und Prognos, die die Entwicklung von Bevölkerung und Wohnungsbedarf bis ins Jahr 2045 untersucht.

Laut der Studie wächst die deutsche Bevölkerung bis 2045 auf 85 Mio. Menschen an. „Deutschland hat sich seit 2011 sukzessive zu einem Einwanderungsland entwickelt. Für die nächsten 30 Jahre ist daher nicht mit einer Entlastung bereits angespannter Wohnungsmärkte durch eine schrumpfende Bevölkerung zu rechnen“, resümiert Dr. Peter Haueisen, Projektleiter der Allianz Baufinanzierung. Entscheidender Treiber da­für, dass sich die Wohnungsmärkte regional so unterschiedlich entwickeln, sei die Binnenwanderung. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre seien jedes Jahr 3,8 Mio. Menschen über die Kreisgrenzen hinweg umgezogen: Die Studie erklärt ...

  • 73% der Veränderungen am Wohnungsmarkt mit der Binnenwanderung und
  • 27% mit Zuwanderungen.

Die Zuwanderung aus dem Ausland verstärke jedoch zusätzlich die Effekte der Binnen­wanderung, denn auch sie konzentriere sich auf die wirtschaftsstarken Regionen.

Die Binnenwanderung zeigt folgende Tendenzen:

  • Jüngere Menschen ziehen vor allem in Groß- und Universitätsstädte.
  • Für 30- bis 50-Jährige ist dagegen auch das gut angebundene Umland wirt­schaftsstarker Ballungsräume wie München, Berlin, Frankfurt, Hamburg und Stuttgart attraktiv. Der Druck auf die Wohnungsmärkte nimmt in diesen Re­gionen überproportional zu.
  • Neben den Effekten der Zuwanderung ist dafür auch der anhaltende Trend zu mehr Singlehaushalten verantwortlich.
  • Während die Zahl der Haushalte bis 2045 in Deutschland insgesamt um 14% zunehmen werde, soll sie in den wirtschaftsstarken Gebieten um 18% steigen.

Ein Blick auf die zehn Regionen in Deutschland, in denen die Nachfrage nach Wohnun­gen langfristig am höchsten ist, zeigt, dass diese ihre Bautätigkeit teils massiv stei­gern müssen. Schon jetzt ist in vielen dieser Regionen der Wohnraum knapp. Stei­gern diese ihre Bautätigkeit nicht, fehlen allein dort in den nächsten 15 Jahren weite­re 940.000 Wohnungen und Häuser. Bis 2045 könnten sich die Märkte wieder etwas entspannen, aber nur, wenn die Bautätigkeit nicht wieder nachlässt. 


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Die wirtschaftsstarken Regionen sollten deshalb gemeinsam mit ihren benachbarten Regionen Lösungen für die Ungleichgewichte an den Wohnungsmärkten erarbeiten und umsetzen. „Dafür müssen sich alle Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft an ei­nen Tisch setzen“, betont Peter Haueisen.

Aber auch strukturschwache Regionen wie in Ostdeutschland, Nordhessen und im Saarland stehen vor der Herausforderung, die Attraktivität ihrer Standorte bezogen auf das Angebot an Arbeitsplätzen und die Wohnqualität zu erhalten und weiter zu steigern. „Gezielte Investitionen in verkehrs- und wirtschaftsnahe Infrastruktur, auch in die digitale Anbindung und Stadtentwicklung, sind gerade deshalb wichtig“, stellt Tobias Koch, Projektleiter des Wirtschaftsinstituts Prognos, fest. Städte wie Leipzig, Erfurt und Regensburg hätten bereits gezeigt, dass sich Investitionen in Infrastruk­tur, aber auch in die Forschung und Hochschulen mittelfristig auszahlten, um sich im Standortwettbewerb erfolgreich zu behaupten.

Darüber hinaus müssen sich alle Städte und Gemeinden in Deutschland auf die Bedürf­nisse einer immer älter werdenden Bevölkerung einstellen. Das gilt jedoch in besonde­rem Maße für die strukturschwachen Gebiete. Dort steigt aufgrund der Binnenwande­rung der Altersdurchschnitt der Bevölkerung deutlich stärker als in den wirtschafts­starken Gebieten.

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