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Kommunikationsstrategie „Wegweiser Hauskauf“ soll zur energetischen Sanierung motivieren

Kommunikationsstrategie „Wegweiser Hauskauf – Energetisches Modernisieren zahlt sich aus“
Kommunikationsstrategie „Wegweiser Hauskauf - Energetisches Moderni­sieren zahlt sich aus“
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Beispiel für eine Ausgabe des Leitfadens "Wegwei­ser Hauskauf" aus der Region Bremen
Beispiel für eine Ausgabe des Leitfadens "Wegwei­ser Hauskauf" aus der Region Bremen (Bild vergrößern)
  

(3.5.2015) Jährlich wechseln in Deutschland etwa 150.000 Ein- und Zweifamilienhäuser den Eigentümer. Viele nutzen diesen Anlass für umfangreiche Sanierungsarbeiten. Dies ist zugleich ein guter Zeitpunkt, um das „neue“ Eigenheim auch energetisch zu modernisieren. Doch häufig verstreicht er un­genutzt. Deshalb hat das ISOE - Institut für sozial-ökologi­sche Forschung gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) sowie Klima- und Verbraucher­schutzexperten die Kommunikationsstrategie „Wegweiser Hauskauf - Energetisches Modernisieren zahlt sich aus“ incl. einem Leitfaden für die Umsetzung entwickelt.

Obwohl sich drei Viertel aller Käufer von Wohneigentum für eine Sanierung entscheiden, würden viele sinnvolle energe­tische Maßnahmen derzeit nicht umgesetzt - so die Beobach­tung der Experten. „Häufig sind den neuen Besitzern die bau­technischen Möglichkeiten gar nicht bekannt“, erklärt ISOE- Energieexperte und Projektleiter Immanuel Stieß. Auch änder­ten sich regelmäßig finanzielle Fördermöglichkeiten und ge­setzliche Anforderungen, so dass es schwierig sei, den Über­blick zu behalten. „Weil in der energetischen Sanierung aber erhebliche Potenziale für den Klimaschutz liegen, sollte das Gelegenheitsfenster beim Hauskauf für eine energetische Mo­dernisierung unbedingt genutzt werden“, sagt Stieß.

Wegweiser Hauskauf – Energetisches Modernisieren zahlt sich aus

Die Kommunikationsstrategie „Wegweiser Hauskauf - Energe­tisches Modernisieren zahlt sich aus“ wurde als Maßnahme der nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Das zentrale Element dieser Strategie ist eine Informationsmappe für Neueigentümer. Sie umfasst Themen wie Eigentumserwerb sowie energetisches Mo­dernisieren und bietet mit Infografiken und Modellbeispielen einen leicht verständlichen Überblick über die wichtigsten Schritte vom Altbau bis zum energieeffizienten Eigen­heim. Sie listet außerdem Beratungsangebote und Adressen unabhängiger Klimaexper­ten auf.

In drei Pilotregionen wurde die Informationsmappe bereits eingesetzt. „Wir konnten mit unserer Evaluation zeigen, dass zahlreiche Neueigentümer durch die Mappe motiviert werden konnten, sich mit energetischer Sanierung zu beschäftigen. Viele suchen an­schließend eine Energieberatung auf“, bilanziert Energieexpertin Julika Weiß vom IÖW. Die Interessenten hätten dann auch tatsächlich weitreichende, anspruchsvolle Maßnahmen umgesetzt.

Kommunikationsstrategie auf alle Regionen in Deutschland übertragbar

„Die Kommunikationsstrategie kann auf alle anderen Regionen in Deutschland übertra­gen werden“, betont Projektleiter Immanuel Stieß vom ISOE. Dazu wurde zudem auch ein Leitfaden veröffentlicht. Energie- und Klimaschutzagenturen, Verbraucherzentra­len, kommunale Klimaschutzmanager und auch nichtkommerzielle Einrichtungen sollen sich mit Hilfe des Leitfadens zunächst einen Überblick über alle notwendigen Schritte verschaffen können, um dann eigene Kampagnen für die Zielgruppe der Eigenheimer­werber umzusetzen.

„Wir haben dazu im Leitfaden aufgeführt, wer geeignete Multiplikatoren sind, welche Angebote kommuniziert werden sollen und welche Materialien sinnvoll sind“, sagt Julika Weiß. Außerdem wird beispielhaft gezeigt, wie ein regionales Expertennetzwerk aufge­baut werden kann.

Die Bremer Energie-Konsens GmbH, die Klimaschutzagentur Region Hannover GmbH und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. haben ihre Expertise als Praxispart­ner in das Projekt eingebracht und den Wegweiser in den Pilotregionen Aachen, Bre­men (Bild), Hannover und Siegburg erstmals in der Beratung eingesetzt.

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