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Primärenergieverbrauch 2014 auf niedrigstem Stand seit der Wiedervereinigung

(4.1.2015) Der Energieverbrauch in Deutschland lag 2014 nach ersten Berechnungen bei rund 13.100 Petajoule (PJ) beziehungsweise 446,5 Millionen Tonnen Steinkohle­einheiten (Mio. t SKE). Das waren 4,8% weniger als im Vorjahr. Damit bestätigte sich die Herbstprognose der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, dass der Primärenergie­verbrauch in diesem Jahr den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreichen wird.

rund 5 Prozent weniger CO₂-Ausstoß

Den stärksten Einfluss auf den deutlich zurückgegangenen Energieverbrauch hatte die milde Witterung. Wie die AG Energiebilanzen berechnete, hätte der Energieverbrauch ohne Berücksichtigung des Witterungseinflusses um etwa ein Prozent unter dem Vor­jahresniveau gelegen. Da der Verbrauchsrückgang alle fossilen Energieträger betraf, die Erneuerbaren hingegen leicht zunahmen, rechnet die AG Energiebilanzen zudem mit einem Rückgang des energiebedingten CO₂-Ausstoßes in einer Größenordnung von gut 5%. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Stromerzeugung. Rechnerisch bereinigt um den Einfluss der milden Witterung dürften die CO₂-Emissionen um etwa 1% gesunken sein.

Der Mineralölverbrauch lag 2014 um 1,3% niedriger als im Vorjahr und erreichte ei­ne Gesamthöhe von 4.577 PJ beziehungsweise 156,2 Mio. t SKE. Maßgeblich zu dieser Entwicklung trugen der Nachfragerückgang beim schwerem Heizöl um 8% und beim leichten Heizöl um 14% bei. Demgegenüber nahm der Kraftstoffverbrauch insgesamt um rund 3% zu: Das Plus betrug beim Diesel 4%, bei Ottokraftstoff 2% und bei Flug­kraftstoff knapp ein Prozent. Der Absatz an Rohbenzin stieg kräftig um 5%.

Der Erdgasverbrauch ging um rund 14% auf 2.673 PJ oder 91,2 Mio. t SKE zurück. Hauptursache war die im Vergleich zu 2013 deutlich wärmere Witterung. Gesunken ist sowohl der Einsatz von Erdgas sowohl für Wärmezwecke als auch in der Kraft-Wärme-Kopplung. Hinzu kamen Produktionsrückgänge in der chemischen Grundstoffindustrie.

Der Verbrauch von Steinkohle ging um 7,9% auf 1.647 PJ beziehungsweise 56,2 Mio. t SKE zurück. Dies ist auch auf den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien zurückzuführen, rund 65% des gesamten inländischen Verbrauchs an Steinkohle wird derzeit zur Stromerzeugung verwendet. Während sich der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung um 11,7% auf 36,9 Mio. t SKE verminderte, verzeichne­te der Kohleeinsatz der Stahlindustrie infolge einer höheren Roheisenerzeugung einen leichten Zuwachs um gut ein Prozent auf 17,8 Mio. t.

Der überwiegend durch den Einsatz in der Stromerzeugung geprägte Verbrauch von Braunkohle ging 2014 um 2,3% erneut zurück und betrug 1.592 PJ beziehungsweise 54,0 Mio. t SKE. Infolge mehrerer Kraftwerksrevisionen sank die Stromproduktion der Braunkohlenkraftwerke um etwa 3%.

Der Beitrag der Kernenergie zum Energieverbrauch ging um 0,4% auf 1.058 PJ oder 36,1 Mio. t SKE zurück.

Die erneuerbaren Energien verzeichneten laut Energiebilanzen insgesamt einen Zu­wachs um 1,4% auf 1.449 PJ beziehungsweise 49,4 Mio. t SKE. Der Anteil der erneu­erbaren Energieträger am gesamten Primärenergieverbrauch stieg von 10,4% auf 11,1%. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) sank um 9%. Die Windkraft an Land und auf See steigerte ihren Beitrag leicht um etwas mehr als ein Prozent. Bei der Photovoltaik gab es ein Plus von knapp 14%. Insgesamt erhöhte sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 3,3%. Am Brutto-Inlandsstromver­brauch hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von 27,3% (Vorjahr 25,4%) - siehe auch Nachbarbeitrag „Erneuerbare Energien erstmalig wichtigster Energieträger im deutschen Strommix“.

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