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Gustav-Lübcke-Museum in Hamm: Dachsanierung bei laufendem Museumsbetrieb

(7.8.2014) Bei laufendem Museumsbetrieb wurde das komplette Dach des Gustav-Lüb­cke-Museums in Hamm neu aufgebaut (siehe Bing-Vogelperspektive und/oder Google-Maps). Keines der wertvollen Exponate unter dem Dach durfte dabei zu Schaden kom­men - dafür engagierten sich neben der Frittgen Dachdecker GmbH Flachdachexper­ten der Vedag GmbH und das Architekturbüro ulrich+bahr+arte planung+baumanage­ment GmbH.


Foto: Gustav-Lübcke-Museum

Die Ursprünge des Gustav-Lübcke-Museums reichen bis in das Jahr 1886 zurück. 1993 zog das Museum in einen sehenswerten Neubau, der auf 4.000 m² Platz für Dauer- und Wechselausstellungen bietet. Das Museum zeigt immer eine Sammlung zur Stadt und Regionalgeschichte, eine Ägyptische Sammlung und eine Sammlung Angewandter Kunst sowie Malerei des 20. Jahrhunderts.

2013 startete eine umfassende Sanierung des Museums, bei der zunächst das Dach erneuert wurde. Dabei sollte der laufende Museumsbetrieb nicht unterbrochen werden. Das Dach musste also auch während der Sanierung absolut dicht sein.

Änderung der Entwässerung erfordert hohe Aufbauten

Die Ausgangssituation auf dem alten Dach offenbarte einige Herausforderungen für den geplanten Neuaufbau. „Das Dach war bereits an mehreren Stellen undicht. Dazu gab es auf den verschiedenen Dachteilen sowohl Betondecken, als auch Stahltrapez­blech- und Holzkonstruktionen als Untergrund. Auf einem größeren Teil des Daches musste die innenliegende Entwässerung komplett nach außen gebracht werden“, fasst Jürgen Brauner von der Vedag GmbH die Bedingungen zusammen.


dieses Foto und alle weiteren: Architekturbüro ulrich+bahr+arte planung+baumanagement GmbH

Hinzu kam, dass die Attikaverkleidung des Gebäudes und damit die Außenansicht nicht verändert werden durfte. So wurde eine Gefälledämmung, konzipiert, die es ermög­lichte, die Entwässerung nach außen zu bringen, ohne dass der Aufbau zu hoch wur­de.

Die alte innenliegende Unterdruck-Entwässerung zeigte an einigen Stellen des Daches erste Schwächen. Darüber hinaus waren die genauen Dimensionen der innenliegenden Rohre nicht mehr nachzuvollziehen. „Deshalb haben wir uns für die neue Lösung mit einer außenliegenden Entwässerung entschieden“, erklärt Architekt Uwe Ulrich. Die neue Entwässerung wurde dabei als Attikaentwässerung von der Firma Loro umge­setzt. Dabei werden die außenliegenden Leitungen durch die Attikaaufkantung vom Dach geführt und über Fallrohre abgeleitet.

Damit das Wasser auf dem Dach künftig auch entsprechend abfließt, mussten die Tiefpunkte von innen nach außen gelegt werden. Problematisch war hier auch, dass insbesondere die Betondecke bereits in sich ein Gefälle aufwies. „Wir mussten teil­weise zwei bis drei Gefälledächer übereinander legen, um zunächst eine waagerechte Ausgangslage zu schaffen und dann das Gefälle nach außen zu legen“, so Dachdecker Martin Frittgen.

  • Zu Beginn wurde das Altdach komplett abgetragen.
  • Auf den Unterbau wurde im ersten Schritt eine Dampf­sperre verlegt (Vedagard AL G4E).
  • Dann wurde je nach Gefällesituation eine zwei- bis drei­lagige Gefälledämmung aufgebracht (Vedapor EPS). „Hier musste teilweise auf loses Dämm-Material zum Höhen­ausgleich zurück gegriffen werden“, so Uwe Ulrich.

Aufgrund der besonderen Ausgangslage ergaben sich so Gefäl­lesituationen von vier bis fünf Prozent auf dem Dach und Auf­bauten von bis zu 50 cm Höhe. „Da war es eine echte Heraus­forderung und viel Detailarbeit, die Abdichtung auf das passen­de Maß an die Attika zu führen“, so Martin Frittgen. Insbeson­dere in der Vorbereitung auf diese Arbeiten seien die detaillier­ten Gefälleberechnungen von Vedag eine große Unterstützung gewesen.

Abgedichtet wurde das Dach zweilagig:

  • Als Unterlagsbahn kam eine nageldurchreißfeste, kaltselbstklebende Elastomerbi­tumen-Bahn mit spezieller Naht-Fügetechnik zum Einsatz (Vedatop SU Safety).
  • Als Oberlagsbahn wurde eine hochstandfeste Polymerbitumenbahn verlegt, die besonders resistent gegen UV-, Witterungs- und Alterungseinflüsse ist (Vedatop DUO Performance).

Auch die Verlegung der Abdichtung war nicht frei von weiteren Herausforderungen. Insgesamt 24 Lichtkuppeln waren auf dem Dach verbaut. „Fünf davon haben wir ge­schlossen, die anderen 19 mussten natürlich auch wieder sorgfältig abgedichtet wer­den“, erzählt Martin Frittgen. Dazu kamen Detailarbeiten an den gerundeten Wandan­schlüssen unter der Klinkerfassade und die Berücksichtigung verschiedener Lichtbänder.

Weitere Informationen zu Gefälledächern und entsprechenden Dachbaustoffen können per E-Mail an Vedag angefordert werden.

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