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Schwarze Solarmodule versprechen Ästhetik ohne Einbußen

(10.11.2010) Mit komplett schwarzen Photovoltaikmodulen bekleidete Dachflächen liegen im Trend. Statt wie bisher Module zu verwenden, deren weiße Tedlar-Folien die Fläche durch die hellen Bereiche zwischen den einzelnen Zellen und am Rahmen in ein Rastermuster unterteilen, verwendet man heute häufig Module mit schwarzen Folien, die den ästhetischen Effekt eines einheitlich schwarzen Daches erzeugen. Doch heizen sich diese Module unter Sonneneinstrahlung stärker auf und verlieren dadurch an Leistung. Das TEC-Institut für technische Innovationen im bayrischen Waldaschaff hat in einer 2 Jahre langen Testphase geprüft, wie hoch die Einbußen bei komplett schwarzen PV-Modulen wirklich sind.


"Jeder weiß, dass sich schwarze Oberflächen schneller erwärmen und auch, dass Photovoltaikanlagen bei Hitze weniger Leistung liefern. Unter Laien kursieren deshalb Gerüchte, dass der Stromertrag bei schwarzen Modulen immens einbrechen würde", erklärt der Chefingenieur des Institutes, Eberhard Zentgraf, und beschreibt damit die Ausgangsituation für eine zweijährige Testreihe:

  • Im ersten Jahr wurden die Messungen an schwarz-weiß gemusterten monokristallinen Modulen Antaris ASM 180 mit einer Modulleistung von 180 Wp vorgenommen,
  • im zweiten Jahr testeten die TEC-Ingenieure monokristalline Module mit ebenfalls 180 Wp, aber komplett schwarzer Oberfläche.

Es wurden laut Zentgraf nicht nur verschiedenste Konstellationen getestet, die sich aus Globalstrahlung, Windgeschwindigkeit und Außentemperatur ergeben sowie durch die geringfügigen Verschmutzungen, wie sie beispielsweise durch den Pollenflug im Frühjahr auftreten.

Obwohl die beiden Modultypen laut Presse-Info nicht 1:1 zeitgleich getestet wurden, sollen die Tests ergeben haben, dass die komplett schwarzen PV-Module mithalten können. Zwar erreichten sie in der Tagesspitze eine Temperatur von 69°C, die um 5°C höher lag als die Temperatur der Module mit schwarz-weißer Oberfläche, doch der Leistungsverlust habe gerade einmal 2,3% betragen - so Zentgraf. Bei guten Herstellern, die ihre Module sorgfältig nach Plus-Toleranzen sortierten, sei das noch in den allgemein üblichen Datenblatt-Nennleistungs-Toleranzen von ±3%.

"Außerdem werden diese hohen Temperaturen nur an wenigen Tagen im Jahr erreicht. Im Allgemeinen hat eine komplett schwarze Oberfläche also keine nennenswerten Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit eines PV-Moduls", resümiert Zentgraf.

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