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Baubeheizung im Winter ... mit Strom, Gas oder Öl?

(26.10.2009) In früheren Jahren war die Beheizung von Winterbaustellen eine Selbstverständlichkeit - die einzusetzende Heiztechnik wurde vom Gesetzgeber im Zuge der so genannten Winterbauförderung in manchen Perioden fast vollständig finanziert, und der Ölpreis war vernachlässigbar niedrig. In den letzten 20 Jahren hat sich die Situation grundlegend gewandelt. Winterbaubeheizung ist zu einem sichtbaren Kostenfaktor geworden, und so muss man heutzutage die Kosten-Nutzen-Frage stellen. Dies wiederum führt zur Frage, welche Technik am besten wie eingesetzt werden sollte.


Heylo Ölheizer - K120 - mit 110 kW Nennheizleistung, 8.900 m³/h Luftleistung und max. 10,1 kg/h Brennstoffverbrauch

Das Thema Winterbaubeheizung stellt sich in der Hauptsache während der Rohbauphase, also solange das fest installierte Heizsystem, in der Regel warmwasserbasiert, noch nicht funktionsfähig ist. Die in der Rohbauphase tätige Bauindustrie kauft heutzutage die Winterbaubeheizung in der Regel als Leistung zu, wobei sich die Kosten seitens der Subunternehmer in der Regel zusammensetzen aus ...

  • der Logistik (also Aufstellen, Versetzen, Abbauen),
  • den Mietkosten der Geräte und
  • von Fall zu Fall den Energiekosten.

Meist machen die im Fall von Öl typischerweise vom Bauunternehmen zu bezahlenden Energiekosten inzwischen den Großteil der Gesamtrechung aus. Daher kommt es in der Hauptsache auf die Kosten der Energie an sowie auf die Effizienz der eingesetzten Technik. Also auf das Verhältnis zwischen der verbrauchten Energie und Energie, die für die Erwärmung des Bauobjekts zur Verfügung steht.

Elektroheizer komfortabel, aber der Stromverbrauch ...

Aus Sicht des anbietenden Subunternehmers sind wegen ihres Handlings und der Sauberkeit direkt heizende Elektroheizer vermutlich das System der Wahl, vorausgesetzt am Bau steht Kraftstrom zur Verfügung - was in der Regel der Fall ist (im Bild rechts ein Gerät von Heylo - DE 20 - mit bis zu 18 kW Nennheizleistung, 1.050 m³/h Luftleistung und 26 A Stromaufnahme). Auch aus Effizienz-Sicht sind Elektroheizer auf den ersten Blick unschlagbar - was allerdings nur die halbe Wahrheit ist: Elektro-Energie ist gegenüber anderen Energiequellen, also Öl oder Gas, pro kWh deutlich teuerer, was sich beim gegenwärtigen Energiepreisniveau wiederum in einer deutlich höheren Endrechnung für das Bauunternehmen und damit letztlich für den Bauherren niederschlägt. Oftmals hört man den Hinweis "Elektrobeheizung ist preiswert, denn den Strom zahlt ja der Bauherr", aber diese Sichtweise sollte man sich nicht zu eigen machen.

Gas zu nass

Bleiben als Alternativen also Öl oder Gas. Gas scheidet dabei aus zwei Gründen aus. Zum einen entsteht bei der Verbrennung von Gas Wasser. Werden also im ja meist geschlossenen Rohbau sehr preiswerte direktbeheizten Gas-Systeme eingesetzt, verwandelt sich der Rohbau zum Feuchtraum, so dass technisch nachgetrocknet werden muss - was wiederum Geld kostet. Um diesen Effekt zu vermeiden, wären indirekt beheizte System zu verwenden, die allerdings in der Anschaffung und somit auch im Mietpreis sehr teuer sind, und ferner, bei entsprechenden Leistungen, hohe Kosten durch die Notwendigkeit von Gastanks und -leitungen verursachen.

Öl bleibt übrig

Bleibt also als einzige ökonomisch sinnvolle Alternative der Brennstoff Öl in Kombination mit indirekt beheizten Systemen. Insbesondere in den letzten Jahren hat die hierfür angebotene Technik bezüglich Verbrennungs-Effizienz und Geräuschentwicklung sehr gute Fortschritte gemacht (im Bild  rechts ein Heylo-Gerät - K 170 - mit 153 kW Nennheizleistung, 11.000 m³/h Luftleistung und max. 14 kg/h Ölverbrauch). Ölbasierte indirekte Heizsysteme sind beim Einsatz entsprechend moderner Technik gegenüber alternativen Systemen im geringen Energieverbrauch kaum zu schlagen. Moderne Systeme verfügen typischerweise über schallisolierte sowie vor Feuchtigkeit und Staub geschützte Brennersysteme, ferner über so genannte Diagonalventilatoren für geringes Geräusch bei hohen Luftleistungen, und - nicht zu vergessen - über hochflächige Wärmetauscher-Einheiten zur Maximierung des Wirkungsgrades. Neuerdings werden bei führenden Herstellern zudem stehende Brennkammer-Systeme verwendet, um die thermische Übertragung und damit den Wirkungsgrad zusätzlich zu erhöhen. Bei diesen Systemen sollte die Möglichkeit zum Umluftbetrieb selbstverständlich sein, um zusätzlich Energie zu sparen.

Unabhängig vom benutzten Brennstoff, dem System oder auch dem beauftragten Dienstleister kostet die Beheizung während der Bauphase im Winter in jedem Fall viel Geld. Viele Baufirmen, Projektträger oder auch Auftrageber stellen daher die Frage nach dem Nutzen der ungeliebten Baubeheizung. Da die Antwort oftmals ausbleibt, ist die Baubeheizung in vielen Ausschreibungen erst gar nicht vorgesehen. Diese Unterlassung kann im Nachhinein recht teuer werden, wenn auch für unterschiedliche Parteien am Bau in unterschiedlichem Maße.

Was also nutzt eine Winterbaubeheizung?

Zum einen sichert Baubeheizung den Baufortschritt. Wenn während längerer Kälteperioden der Baufortschritt stockt, können die daraus entstehenden Kosten ein Vielfaches der Kosten der Baubeheizung ausmachen. Diese Kosten trägt die Baufirma, und kann sie - da in der Ausschreibung nicht vorgesehen - nicht an den Bauherrn weitergeben.

Den Bauherrn treffen ohne Baubeheizung ferner Kosten, die noch deutlich höher sind als die bereits aufgeführten. Wir sprechen von zumindest erhöhten Heizkosten in den ersten beiden Jahren nach Fertigstellung des Baus, bis zu den Kosten einer eventuellen Schimmelpilzsanierung, wenn sich aufgrund von Feuchtigkeit nach Fertigstellung Schimmelpilz entwickelt. Die physikalischen Zusammenhänge lassen sich wie folgt erläutern: Während der Rohbauphase werden in das Gebäude, zum Beispiel über den Estrich und den Putz, erhebliche Mengen Wasser eingebracht.

Auf einer Wohnfläche von 120 m² sind am Ende der Bauzeit ca. 1.500 Liter überschüssiges Wasser enthalten, bzw. bis zu 200 Liter pro m³ Baustoff je nach Baustoffart. Feuchtes Mauerwerk hat geringere Isolierwerte als trockenes Mauerwerk. Daher muss in der kalten Jahreszeit stärker geheizt werden, bis das Mauerwerk auf ein Gleichgewichtsniveau ausgetrocknet ist. Die Heizkosten können je nach Situation in den ersten beiden Jahren nach Fertigstellung bei mangelnder Baubeheizung und Lüftung mehr als das Doppelte des üblichen Wertes erreichen. In modernen Bauten, die nach neuester Gesetzgebung mit Niedrigtemperatur-Heizsystemen ausgestattet sind, kann es sein, dass das Gebäude nie den notwendigen Trocknungsgrad erreicht, und sich eine Schimmelpilzproblematik entwickelt - mit entsprechenden Gesundheits- und Kostenfolgen.

Nun lässt sich zwar sagen, dass die hier beschriebenen Problemfelder für die Bauindustrie nicht relevant sind, da sie letztlich nur den Bauherrn betreffen, allerdings lässt sich im heutigen Umfeld eine solche Argumentation nicht ernsthaft vertreten. Eine Baubeheizung, falls notwendig in Verbindung mit technischer Trocknung, kann dem Bauherrn im späteren Verlauf nach Fertigstellung des Bauwerks viel Ärger und Kosten ersparen.

Weitere Informationen zu Baubeheizung können per E-Mail an HEYLO Drying Solution angefordert werden.

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