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Berker 1919, Berker 2009

(3.7.2009) Berker 1919, Berker 2009 - das sieht nach einer deutschen Erfolgsgeschichte aus, ein Stück Industriekultur. Immer wieder musste sich der Lichtschalter-Hersteller neu erfinden. Immer wieder war laut eigener Aussage mutiges Change Management gefordert. Dass diese teils schmerzhaften Anpassungsprozesse bewältigt wurden, spricht für die Entscheider, das Engagement der Familie und vor allem für den deutschen Mittelstand, der seinen Härtetest bei bisher jeder Krise bestanden hat.


Bild aus dem Beitrag "Klassiker (Berker-Schalter) treffen auf Klassiker (Bücher)" vom 18.10.2008

Was haben das Hotel Sacher in Wien, der Flughafen Schiphol in Amsterdam, die Villa Hügel in Essen, das Kingdom Center in Riad und die Anna Amalia Bibliothek in Weimar gemeinsam? Alle diese Gebäude werden von einem Familienbetrieb erleuchtet bzw. geschaltet, der im Sauerland seine Wurzeln hat: der Berker GmbH & Co. KG, Hersteller von Lichtschaltern und Elektrotechnik mit über 600 Mitarbeitern, über 6000 Artikeln und rund 120 Millionen Euro Umsatz.

Ob Robert und Hugo Berker diesen Erfolg Anfang des vergangenen Jahrhunderts vorausahnten, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass die beiden Gründer keinen leichten Start hatten. Denn als die Brüder im Jahr 1919 den Grundstein für ihre "Spezialfabrik für elekrotechnische Installations-Apparate" legten, war der Erste Weltkrieg gerade mal ein Jahr zu Ende. Ähnlich wie heute, so war auch damals die Zeit höchst instabil und voller Risiken. Doch davon ließen sich die Sauerländer nicht beirren. Im Gegenteil. Robert und Hugo Berker glaubten fest an den Fortschritt. Die Inspiration für das erste Produkt - einen "Drehknebelschalter" - lieferte ihnen sogar das "Bauhaus", die 1919 von Walter Gropius gegründete Schule für Kunst, Architektur und Produktdesign. Die Berkers waren begeistert von der klassischen Moderne und der ausgeprägten Funktionalität - siehe auch Beitrag "'Blueprint' über Details der Restaurierung des Dessauer Bauhaus-Ensembles" vom 10.11.2004.

"Neues erdenken heißt, Bestehendes hinterfragen". Dieser Gedanke wurde zum Leitsatz des jungen Unternehmens. Regelmäßig kamen die Technik, die Werkstoffe, die Gestaltung und das Handling auf den Prüfstand. So entstanden ...

  • bahnbrechende Produkte (1948) wie der wassergeschützte Drehschalter aus schwarzem Bakelit, der die damals üblichen Materialien Guss und Porzellan ersetzte,
  • nützliche Produkte (1950) wie der kugelrunde Taster, der bei Dunkelheit die Buchstaben "LICHT" leuchten lässt,
  • handwerkerfreundliche Produkte (1966) wie der quadratische Schalter mit der abnehmbaren Abdeckplatte, der dem Maler die Arbeit erleichterte,
  • edle Produkte (1972) wie das Schalterprogramm mit Verblendungen aus "Edelstahl Rostfrei",
  • brillante Produkte (2007) mit Swarovski-Kristallen (siehe u.a. "Technik trifft Glamour: Berker-Schalter mit Swarovski Kristallen"),
  • nostalgische Produkte (1999/2007) wie die Neuauflage der Modelle im Bauhaus-Design mit der "Serie 1930" in Kunststoff, später in Rosenthal-Porzellan (siehe "Porzellanschalter: Berker Serie 1930 Porzellan made by Rosenthal" vom 19.12.2007), oder
  • haptische Produkte (2009) wie der "Berker Q.1" mit einer samtig-sinnlichen Oberfläche (siehe "Berker Q.1: Feel it" vom 9.4.2009).

Zu allen Zeiten gab es auch technologische Durchbrüche: wie das Baukastensystem, mit dem sich Oberflächenfarben und -materialien kombinieren ließen oder die Systeme der zentralen Haussteuerung via Touchdisplay oder Internet.

Ein Manager führt wie ein Familienunternehmer

Im Laufe der Jahrzehnte wuchs der Familienbetrieb aus Schalksmühle über die Region hinaus zu einem international anerkannten Anbieter für innovative Installations- und Systemtechnik. Die Grundwerte blieben dennoch erhalten. Nach wie vor versteht sich die Marke Berker als zeitlos und aktuell, emotional und nützlich, bodenständig und gleichzeitig offen für die Herausforderungen der Zukunft, "auf die eigene Art" eben, wie der Claim lautet. In einem Interview brachte Geschäftsführer Dietmar O. Böcking die Unternehmensphilosophie auf den Punkt: "Wir sind für einen Mittelständler sehr modern in Management und Strategie, aber geradezu konservativ in der Verbindlichkeit, die man von uns erwarten darf."

Böcking, ein Diplom-Kaufmann mit Münsteraner Abschluss, ist der erste familienfremde Chef. Der ehemalige Kienbaum-Berater und Vaillant-Manager kam 1998 ins Unternehmen, zunächst als kaufmännischer Geschäftsführer, dann als Sprecher der Geschäftsführung. Er initiierte einen Total Quality Management-Prozess ("Berker Best Form"), machte Markenpflege zur Chefsache, baute eine eigene Vertriebsmannschaft auf, stärkte das internationale Geschäft und positionierte Berker als Design-Marke für anspruchsvolle Zielgruppen.

Berker wird internationale Design-Marke

Wie gut sich die Marke Berker in den vergangenen zehn Jahren entwickelte, zeigen die zahlreichen Auszeichnungen - darunter der "iF product design award", der "red dot design award" und der "Good Design Award" - und die großen internationalen Fortschritte. Mit Tochtergesellschaften in Holland, Polen, Russland, Shanghai, Singapur und in der Türkei sowie rund 40 weiteren Vertretungen deckt das Unternehmen heute 50 Länder ab. Berker hat mit einem Auslandsanteil von über 40 Prozent mittlerweile einen Internationalisierungsgrad erreicht, der deutlich über dem vieler Wettbewerber liegt.

Berker-Vision: Der iPod in der Gebäudeautomation

Die Zukunft im Hause Berker soll aber nicht nur vom internationalen Wachstum bestimmt werden. Große Herausforderungen warten auch im Energiemanagement, in der Gebäudesystemtechnik sowie in der Gewerke übergreifenden Zusammenarbeit mit Partnern der Jalousie-, Heizungs-, Klima-, Sicherheits- und Unterhaltungstechnik. Es geht dabei vor allem darum, die Funktionsabläufe in Gebäuden nach vorgegebenen Einstellwerten selbständig zu steuern sowie die Bedienung und die Überwachung zu vereinfachen. "Ein einziger Touchscreen reduziert die dahinterliegende Komplexität und ist so einfach zu bedienen wie der iPod oder das iPhone", umreißt Dietmar O. Böcking den Auftrag für seine Produktentwickler.

Um die Technik der Zukunft zu testen, beteiligt sich Berker schon heute an zahlreichen Projekten:

  • am "inHaus-Zentrum" der Fraunhofer Gesellschaft in Duisburg (siehe auch "inHaus2 ist eröffnet" vom 9.11.2008),
  • am "Haus der Gegenwart" in München und
  • am "Medialen Haus" in Rednitzhembach bei Nürnberg.

Wie ernst Berker die Vernetzung nimmt, zeigt sich aber nicht nur am Engagement in Pilotprojekten, sondern auch an konkreten Investitionen. Seit 2007 gehört die RaumComputer Entwicklungs- und Vertriebs GmbH zur Berker-Gruppe - siehe beispielsweise auch Beitrag "Berker EnergyGuard - Systemstudie zum Energiemonitoring" vom 26.5.2008.

Weitere Informationen zu Berker können per E-Mail an Berker angefordert werden - siehe zudem Beitrag "Der neue Berker: Der Katalog 2008/2009 liegt jetzt vor" vom 18.11.2008.

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