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Photovoltaik: Preise fallen auch 2007

  • Erhöhte Nachfrage zum Jahresende

(21.12.2006) Vertreter der deutschen Photovoltaik-Branche zeigen sich für das kommende Jahr optimistisch. Im Rahmen einer Befragung von EuPD Research unter 250 Unternehmen gab rund die Hälfte der Teilnehmer an, 2007 eine gleich bleibende Geschäftslage zu erwarten. 20 Prozent gehen von einer deutlichen oder sehr deutlichen Steigerung der Geschäftstätigkeit aus. Im Bezug auf die Entwicklung der Kundenpreise rechnen die Befragten für den Anfang des kommenden Jahres mit weiteren moderaten Preissenkungen.

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"Anfang des ersten Quartals 2007 werden die Endkundenpreise nochmals um etwa fünf Prozent nachgeben. Darüber hinaus wird die Preisentwicklung sehr davon abhängen, wie viel Ware am Markt ist", erklärt Michael Forst, Geschäftsführer von Europressedienst (EuPD), im Gespräch mit pressetext (siehe auch Beitrag "Solarstrom: 'Anlagen zu teuer; Interessenten sollten mit Kauf warten' vom 14.11.2006)

Nachdem die Branche in der ersten Jahreshälfte 2006 einen Nachfragerückgang verzeichnete, fielen die Endkundenpreise im Herbst um rund vier Prozent gegenüber den Sommermonaten. Trotzdem sei der Preisverfall bisher nicht so stark wie ursprünglich von der Branche angenommen, so der Tenor unter den befragten Marktteilnehmern, Verbandsvertretern und Experten. Die Preise liegen weiterhin fünf bis zehn Prozent über dem Preisniveau von 2003, als Grund sind die gestiegenen Preise für den Silizium. Der Preis des knappen Rohstoffes zur Solarzellenerzeugung erhöhte sich am Spotmarkt von 20 bis 30 Dollar pro Kilogramm im Jahr 2003 auf bis zu 300 Dollar im Jahr 2006. "Einige Experten sagen, Silizium wird ab Mitte 2007 wieder vermehrt verfügbar sein, andere erklären, dass es erst 2008 zu einer Entspannung kommt", so Forst über den aktuellen Rohstoffmangel.

Derzeit verzeichnet die Branche erneut eine gestiegene Nachfrage nach Photovoltaik-Produkten. Begründet wird dies von den Marktteilnehmern einerseits mit dem milden Winterwetter, das Installationen noch vor Jahresende ermöglicht. Andererseits sind auch die ab 2007 erhöhte Mehrwertsteuer sowie die um fünf Prozent verringerte Einspeisevergütung ausschlaggebend für das Kundeninteresse. "Wie sich die Nachfrage im nächsten Jahr entwickeln wird, kann man im Moment noch nicht sagen. Derzeit findet ein Endgeschäft statt, bedingt durch die Mehrwertsteuererhöhung", so Forst. Dieses könne sich auch im nächsten Jahr fortsetzen. Für 2007 ist die Überprüfung des deutschen Erneuerbare Energien Gesetzes, dessen Novellierung 2008 folgen soll. "Einige werden sich die Förderungen im nächsten Jahr noch sichern wollen, da man nicht weiß, was danach passiert", so Forst. Dadurch könnte es in der ersten Jahreshälfte 2007 erneut zum selben Effekt wie Ende 2006 kommen.

Die gesamteuropäische Entwicklung des Photovoltaik-Marktes werde darüber hinaus von den aktuellen Entwicklungen am spanischen und italienischen Markt wesentlich beeinflusst. Aufgrund der derzeitigen Anpassungen der jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen geht Forst davon aus, dass beide im kommenden Jahr mehr Mengen aufnehmen können als 2006, was gleichzeitig die Preisentwicklung beeinflusst.

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