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Ökopflaster mit Schadstoff-Filter

  • DIBt erteilt die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

(18.8.2006) Die Fachwelt ist sich einig: Das Regenwasser von Verkehrsflächen gehört in den Boden. Aber auch die Schwermetalle und Mineralöle? Das Problem haben die natürlichSTEIN-Mitgliedswerke Klostermann und Godelmann durch abwasserbehandelnde Pflasterbeläge eigenen Angaben zufolge gelöst. Für die Öko-Innovation besitzen die natürlichSTEIN-Gesellschaftsunternehmen Klostermann und Godelmann als einzige Hersteller die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik, Berlin. Damit wird der Anwendungsbereich der wasserdurchlässigen Verkehrsflächenbefestigung erheblich erweitert. Die Zulassung schafft zudem eine sichere Grundlage für Ingenieure, Bauherren und Genehmigungsbehörden bei Planung und Bau solcher Anlagen.

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Im Kern geht es um Pflasterbeläge zur Behandlung und Versickerung mineralölhaltiger Niederschlagsabflüsse von Verkehrsflächen. Dabei bezieht sich die Zulassung auf die Pflasterdecke, also Steine plus Fuge und Bettung (DIBt-Zulassungsnummer Z-84.1-2). Im Detail:

  • haufwerksporige Betonpflastersteine der Produktline geoSTON mit feinporigem mircro-Vorsatz von Klostermann und Godelmann sowie
  • spezielles Fugen- und Bettungsmaterial nach Zulassungsvorgabe.

So hergestellte Pflasterdecken sollen eine dauerhafte Versickerung von mehr als 270 l/(ha • s) leisten und gleichzeitig Schadstoffe vor der Verlagerung in tiefere Bodenschichten und in das Grundwasser zurückhalten.

Breitbandfunktion

Die Leistung in punkto Wasserdurchlässigkeit, Schadstoffrückhalt und die Regeneration des Belages sind wesentliche Bestandteile des Zulassungsverfahrens. Die Sickerfähigkeit wird sowohl an einer neu verlegten Pflasterdecke als auch am simulierten Alt-Zustand geprüft. Geprüft wird zudem das Rückhaltevermögen der Pflasterdecke gegenüber Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), den Schwermetallen (SM) Blei, Kupfer, Zink, Cadmium und abfiltrierbaren Stoffen (AFS).

Darüber hinaus wird die Säureneutralisationskapazität des Belages bestimmt. Sie dient als Indikator für die dauerhafte Umwandlung des pH-Wertes des Niederschlagswassers vom sauren ins alkalische Milieu. Dies wiederum aktiviert die chemischen Reinigungsmechanismen für gelöste Schwermetalle, hier Adsorption und Fällung.

Regenerationsfähig

Wesentlicher Bestandteil der Zulassungsvoraussetzung ist die Regenerationsfähigkeit der Pflasterdecke. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Funktionen der Versickerungsanlage, nämlich ausreichende Wasserdurchlässigkeit und ausreichender Schadstoffrückhalt, über den vorgesehenen Nutzungszeitraum verfügbar sind.


Die spezielle feinkörnige Vorsatzschicht des geoSTON MICRO filtert Schadstoffe aus dem Niederschlagswasser

Mit dem von den Gesellschaftsunternehmen entwickelte Regenerationsverfahren geoCLEANING werden die in der Belagsoberfläche angelagerten Schadstoffpartikel in konzentrierter Form aufgenommen. Gleichzeitig wird die hydraulische Funktion des Belages wieder hergestellt. Schadstoffsenken und Überlaufereignisse sind so durch regelmäßige Wartung vermeidbar. Das Verfahren ist Teil der Bauartzulassung.

Anwendungsbereiche

Im Gegensatz zum DWA-Arbeitsblatt A 138 sind Flächenversickerungsanlagen, die nach Maßgabe der vorliegenden Bauartzulassung errichtet werden, so genannte "Anlagen zur Behandlung und Versickerung von Niederschlagswasser". Auf Grund der nachgewiesenen Reinigungs- und Regenerationseigenschaften reicht der Anwendungsbereich weit über das bisher Zulässige nach ATV-DVWK Merkblatt M 153 hinaus. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die qualitativen als auch hydraulischen Anforderungen.

Die vom Deutschen Institut für Bautechnik erstmals erteilte Bauartzulassung für abwasserbehandelnde Verkehrsflächenbefestigungen kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des urbanen Wasserkreislaufes leisten. Schließlich stellen Verkehrsanlagen, bei denen das aufkommende Niederschlagswasser am Ort versickert, nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch eine sinnvolle Alternative zur konventionellen Bauweise dar.

Die Vorteile: Aufwändige Entwässerungseinrichtungen können entfallen. Und je nach Kanalisationssystem auch die Behandlung und/oder Einleitung der abfließenden Niederschläge in ein Gewässer. Ergebnis: Die hydraulische und qualitative Belastung von Fließgewässern und Grundwasser wird reduziert, Kosten und Gebühren für Abwasser sinken.

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