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Mineralienschlucht aus Gabionen auf der Landesgartenschau 2006 in Wernigerode

(17.7.2006) "Harzblicke erleben" heißt das Motto der diesjährigen 2. Landesgartenschau Sachsen-Anhalts in Wernigerode. Die "bunte Stadt am Harz" ist bekannt für das prachtvolle alte Fachwerk-Rathaus und jetzt auch durch die Landesgartenschau.

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Vom 27 Meter hohen Aussichtsturm schaut man direkt auf die aufwändig angelegten Themengärten.

Bereits im Februar 2001 hatte sich die Stadt Wernigerode für die Landesgartenschau 2006 beworben und den Zuschlag durch die Landesregierung erhalten. 2003 fand dann ein zweiphasiger landschaftsarchitektonischer Ideen- und Realisierungswettbewerb statt, aus dem das Büro hutterreimann+cejka aus Berlin/Wien als Sieger hervorging. Der Siegerentwurf sah als herausragendes, zentrales und landschaftsgestalterisches Element eine verbindende Promenade vor, die heute als 1,2 Kilometer lange Seepromenade die mittelalterlichen Teiche durch die Mineralienschlucht hindurch verbindet. Das 35 Hektar große Gelände - mit einer Wasserfläche von 16 Hektar - erstreckt sich nördlich des historischen Stadtzentrums von Wernigerode. Wesentliche Schwerpunkte der Planung lagen auf dem Erhalt landschaftsprägender Elemente, der Rekultivierung von Industriebrachen und auf dem Schutz von Biotopen. Der 2300 Meter lange Rundweg durch die Gartenschau bietet dem Besucher über 100 thematische Flächen und Themengärten. Einen spektakulären Blick über das Gelände der Landesgartenschau verspricht der 27 Meter hohe Aussichtsturm.

Die "Mineralienschlucht" als Teil der Seepromenade entstand durch einen etwa 100 Meter langen Einschnitt in das Gelände. Wie Frank Schröder, Prokurist der Landesgartenschau mitteilt, ist dort mit Hilfe von Gabionenwänden (Drahtkörbe mit Steinfüllung) ein erlebbarer maßstäblicher geologischer Nord-Süd-Schnitt durch den Harz entstanden. Die Mineralienschlucht stellt als "geologisches Fenster" Gesteine und Minerale vor, die ein 15 Kilometer langes Profil durch den Harz vom Lustberg im Norden bis zum Hahnenkopf bei Rübeland im Süden abbilden. Der Besucher hat beim Gang durch die Mineralienschlucht die Gelegenheit, die Zusammenhänge von Landschaftsformen, Gesteinen und geologischem Baustil durch Betrachtung der Schautafeln und den zugeordneten Gesteinsbruchstücken in den Gabionen zu erkennen (Bild und Detail).

Die Bauarbeiten für die Landesgartenschau in Wernigerode wurden im März 2006 abgeschlossen. Die verbauten Gabionen wurden von der Firma Rothfuss aus dem süddeutschen Hemmingen geliefert. Das Unternehmen hat sich besonders der Entwicklung und Herstellung von vielfältig verwendbaren Gabionen gewidmet (siehe z.B. Beitrag "Fassadengestaltung durch Steinkörbe" vom 20.7.2005) und war bereits auf mehreren Landes- und Bundesgartenschauen mit interessanten Projekten vertreten.

Die Landesgartenschau Wernigerode hat noch bis zum 8. Oktober 2006 geöffnet. Nach der Landesgartenschau soll das Gelände als öffentlich zugänglicher Stadtpark in veränderter Form weiter genutzt werden.

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