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Studie: "Wohnungsprivatisierung erzeugt Wachstumsimpulse"

(12.7.2006) Ausländische Immobilieninvestoren tragen zum Wachstum der deutschen Wirtschaft bei und werden demnach zu Unrecht als "Heuschrecken" bezeichnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Wohnungsprivatisierungsgesellschaft Mondura Liegenschaften AG bei der Akademie für Immobilienwirtschaft (ADI) in Auftrag gegebene Untersuchung. Das Engagement der Finanzinvestoren binde Kapital im Inland, steigere den Modernisierungsgrad des Baubestands und erhöhe die Nachfrage nach Immobiliendienstleistungen.

"Insgesamt bewirken ausländische Investitionen in Wohnimmobilien eine Zunahme der Vor- und Dienstleistungen, was für das Jahr 2005 einer geschätzten Beschäftigungswirkung von rund 150.000 Erwerbstätigen entspricht. Da die Transaktionen im Wohnimmobilienbereich erst begonnen haben und bis 2008 steigen werden, ist in den nächsten Jahren mit höheren Wachstums- und Beschäftigungseffekten zu rechnen", so Prof. Hanspeter Gondring von der Akademie für Immobilienwirtschaft.

Die größten Einkommens- und Beschäftigungseffekte sind der Studie zufolge im mittelständischen Baunebengewerbe zu erwarten. Aber vor allem wird durch Wohnungsprivatisierung Kapital im Inland gebunden, wodurch zusätzliche Wachstumseffekte entstehen. Außerdem führt Privatisierung zu erhöhter Qualität des Bestandes, da verstärkt Investitionen in die Substanz getätigt werden können. Dadurch wird die Wohnzufriedenheit erhöht sowie langfristig und nachhaltig Wohnraum gesichert, auch für Ältere und sozial Schwache. Schließlich kann Wohnungsprivatisierung als Nebeneffekt den privaten Konsum fördern, da Eigentümer einer Immobilie im Lebenszeitraum über zehnmal soviel Vermögen aufbauen wie Mieter in vergleichbaren Einkommensverhältnissen.

Die Studie bewertet die Rahmenbedingungen für Wohnungsprivatisierung auch für die Zukunft positiv. Denn im Vergleich zum europäischen Ausland sei die Rentabilität von deutschen Wohnimmobilien seit den frühen 90er Jahren nahezu konstant geblieben. Fazit der Studie: "Dies bestätigt die Stabilität des deutschen Wohnimmobilienmarktes und bietet damit weiterhin gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Wohnungsprivatisierung."

Rund drei Millionen Wohnungen mit einem Verkehrswert von über 100 Milliarden Euro befinden sich in Deutschland derzeit im Besitz öffentlicher Institutionen. Diese erzielen jedoch aus ihrem Wohnimmobilienbestand nur noch geringe oder gar keine Erträge zur Deckung der Haushaltsdefizite. Im Gegenteil: Sie müssen zunehmend in den Wohnimmobilienbestand investieren. Insbesondere die Sozialwohnbauten aus den frühen 70er Jahren sind nach 30 bis 35 Jahren der Nutzung in der Sanierungs- und Modernisierungsphase angekommen. Die nötigen Investitionen bleiben jedoch aus. "Diese nichterfüllbare Aufgabe für die öffentliche Hand spricht sehr für eine sozialverträgliche Wohnungsprivatisierung", so ein Fazit der Studie.

Oliver C. Smits, Vorstand der Mondura Liegenschaften AG: "Die emotional und kontrovers geführte Diskussion um den Verkauf kommunaler Wohnungsbestände ist derzeit geprägt vom Eindruck, den aufmerksamkeitsstarke "Deals" angelsächsischer Investoren erzeugt haben. Die vorliegende Expertise der ADI liefert Thesen und Fakten, die in dieser Debatte zu kurz kommen. So wird übersehen, dass die ausländischen Investoren eine bedeutende Dynamik im deutschen Markt erzeugt haben, die erhebliche Wachstumschancen bietet."

Die vollständige Studie ist als Download erhältlich unter mondura.de.

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