Redaktion  || < älter 2006/0559 jünger > >>|  

Schöck ComBAR - die Glasfaserbewehrung für Sonderanwendungen

(3.4.2006) Vor allem innovative Systeme für den Beton- und Mauerwerksbau festigten den Ruf des badischen Bauteile-Herstellers Schöck, dessen statisch-konstruktive Kernkompetenzen bis vor Kurzem vor allem in den Bereichen Wärmedämmung und Schallschutz lagen. Seit fünf Jahren hat sich nun die Bewehrungstechnik zu einem weiteren Standbein des Bauzulieferers aus Baden-Baden entwickelt - als Vorzeigeprodukt profiliert sich hier die Glasfaserbewehrung Schöck ComBAR.

Glasfaserbewehrung, Glasfaserbetonbau, Bewehrungstechnik, Stahlbetonbau, Betonstahl, Korrosionsbeständigkeit, elektrische Isolation, Betonbauteile, Bewehrungsstahl, GFK, Glasfasern, Tunnelbau

Die Bewehrung von Betonbauteilen erfolgte bislang nahezu ausschließlich mit Betonstahl. Der stößt allerdings immer dann an seine Grenzen, wenn besondere Anforderungen hinsichtlich Korrosionsbeständigkeit, elektrischer Isolation, besonderer Resistenz gegen chemischen Angriff oder etwa leichte Zerspanbarkeit erfüllt werden müssen. Genau diese Aufgaben, bei denen Stahl an seine Grenzen stößt, kann glasfaserverstärkter Kunststoff bravourös erfüllen.

Mit ComBAR bietet Schöck einen Bewehrungsstab aus GFK, der hinsichtlich Bemessungsspannung und Verbundeigenschaften dem Bewehrungsstahl sehr ähnlich ist - und dennoch viel mehr leisten kann.

Seine besonderen Eigenschaften erhält Schöck ComBAR aus der Mischung von Kunstharz mit Glasfasern, das im Pultrusionsverfahren zu einem Bewehrungsstab verarbeitet wird. Durch die gerippte Oberfläche ähnelt ComBAR optisch dem Betonstahl und auch das Verbundverhalten und die Festigkeit sind mit BST 500 vergleichbar.

ComBAR ist steif, fest, bruchsicher und deutlich leichter als Betonstahl. Fügt man diesen Merkmalen noch die "Zerspanbarkeit" hinzu, prädestiniert sich das Produkt besonders für den Einsatz im Tunnelbau: Hier müssen Bewehrungen enorme Kräfte durch den ständigen Erddruck aufnehmen und der Zerspanbarkeit des Materials kommt eine besondere Rolle zu, da die im Durchmesser bis über 13 m breiten Tunnelbohrköpfe durch die Stirnwände der Anfahrschächte und somit durch die Schachtbewehrung getrieben werden. Eine Argumentationskette, die schon viele Verantwortliche bei internationalen Tunnelbau-Projekten überzeugen konnte, von denen die derzeit im Bau befindliche Nord-Süd-Linie der Amsterdamer U-Bahn die renommierteste und spektakulärste Adresse ist. In sechs Schlitzwänden wurden über 75 t der Glasfaserbewehrung ComBAR eingesetzt; aus geraden Stäben, Bügeln und Doppelkopfbolzen wird ein Bewehrungskorb geflochten, der anschließend betoniert wird und somit der Schlitzwand die erforderliche Stabilität gibt. Das geringe Materialgewicht erleichtert die Verarbeitung bei der Bewehrungsführung.


Tunnelbau ist aber nur einer der möglichen Einsatzbereiche von Schöck ComBAR. Da das Material thermisch trennend reagiert, nicht magnetisch ist und elektrisch isolierend wirkt, qualifiziert sich diese Glasfaserbewehrung auch für einen Einsatz im Wohnungs-, Straßen- und Brückenbau, im Hafenbau, bei medizinischen Einrichtungen, bei Energieversorgungseinrichtungen oder für Fundamente in aggressiven Böden.

Schöck begann mit der Entwicklung dieser Glasfaserbewehrung bereits im Jahr 1995. Nach einer Übergangszeit von 4 Jahren, in denen das Unternehmen den Alleinvertrieb eines amerikanischen Lizenzproduktes in Europa übernommen hatte, wurde 2000 mit einer Eigenentwicklung begonnen. Das Ergebnis ist nun ein verbesserter, zulassungsfähiger Bewehrungsstab an dessen Entwicklung maßgeblich das Institut für Baustoffe und Baukonstruktionen, München, das Institut für Werkstoffe und Mechanik im Bauwesen, Darmstadt, Lehrstuhl für Kunststofftechnik, Erlangen, der Kooperationspartner für die Produktion und nicht zuletzt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt durch Förderung des Projektes seit 2002 beteiligt sind.

siehe auch:

ausgewählte weitere Meldungen: