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Planungshilfe "Begrünte Schrägdächer" von ZinCo

(10.10.2005) Wer das Besondere sucht und mit seiner Immobilie Zeichen setzen möchte, der kann beim Bau oder bei der Sanierung im Wortsinne noch eines obendrauf setzen: die Begrünung des Daches. Nicht nur ökologisch und gestalterisch lässt sich damit punkten, sondern auch optisch. Dort, wo sonst das Auge erst beim dritten Blick hinschaut, folgt es sofort dem grünen Magneten. Weil eine solche Veredlung noch kein Allgemeingut ist, sorgt ein derart aufgerüstetes Dach für Gespräche, für Diskussionen, auch für Anerkennung:

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind Schrägdach-Begrünungen bei richtiger Planung und Ausführung dauerhaft und sicher. Sie speichern Wasser und verzögern den Abfluss von Überschusswasser, sie wirken schall- und wärmedämmend. Und sie bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Einige Dinge sind natürlich zu beachten, die das begrünte Schrägdach zu einem dauerhaften Erfolg werden lassen: da beispielsweise der Firstbereich schneller austrocknet als das Dach in Traufnähe, muss dem bei der Pflanzenauswahl Rechnung getragen werden. Auch die Schubabtragung und der Schutz vor Erosion sind Themen, mit denen man sich mit zunehmender Dachneigung intensiver beschäftigen muss (siehe auch Übersicht "Grün auf schräg".)

Attraktiv und außergewöhnlich

Da sich in Gefällerichtung Schubkräfte ausbilden, die mit zunehmender Neigung, Aufbauhöhe und Dachlänge größer werden, ist am Fußpunkt des Daches für ein stabiles Widerlager zu sorgen - Stichwort: "Schubschwellen". Die Dachentwässerung kann punktuell über Dachabläufe oder Wasserspeier erfolgen oder auch über außen liegende Dachrinnen. Um mehr Wasser aufnehmen / zurückhalten zu können, werden bei geneigten Dächern dickere Schutz- und Speichermatten eingesetzt als bei flachen. Genau deshalb empfiehlt es sich auch, mit zunehmender Neigung die Dicke der Substratschicht zu erhöhen. Bei stärker geneigten Dächern sollte die Möglichkeit einer Zusatzbewässerung für Trockenzeiten in Betracht gezogen werden.

Bis zu 30 Grad eignen sich Flachballenpflanzen. Bei steileren Dächern sollte man sich für vorkultivierte Vegetationsmatten oder Gitterelemente entscheiden. Die Vegetation selber kann eine Mischung aus Sedum-Arten und Stauden sein. Auch eine trockenheits-verträgliche Gras-Kraut-Mischung ist möglich.

Grün auf schräg - Ein paar Hinweise, die bei Planung und Ausführung von begrünten Schrägdächern behilflich sind:

Neigungen:

  • bis 8° Dachneigung "normale" Flachdach-Begrünung
  • ab 15° Dachneigung Dränelemente plus Jutenetz
  • ab 25° bis 30° Rasterelemente zur Sicherung der Substratschicht

Schubschwellen:

  • ab 20° mind. alle 10 m
  • ab 25° mind. alle 8 m
  • ab 30° mind. alle 5 m
    (bei Schneelasten über 75 kg/m² sind die Abstände zu verringern)

Substrathöhen:

  • bis 10° 8 cm Substratschicht
  • bis 20° 10 cm Substratschicht
  • ab 25° mit spezieller Systemerde
  • bis 30° Flachballenpflanzen
  • über 30° vorkultivierte Vegetations-Matten oder Gitterelemente

Für weitere Informationen sowie die Planungshilfe "Begrünte Schrägdächer":

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