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Nach dem Hochwasser: Ziegelhäuser trocknen schneller

(25.10.2005) Extrem starke Stürme, Niederschläge und Überschwemmungen: Auf katastrophale Unwetter müssen sich auch die Deutschen einstellen. Selbst im hoch gelegenen Bayern steigt die Hochwassergefahr. Inventar und Mobiliar lassen sich bei rechtzeitiger Hochwasserwarnung in höhere Geschosse retten. Wie das Haus mit dem Wasser fertig wird, liegt in erster Linie an der Bauweise.

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Wenn das Wasser steigt, zeigt sich eine der Stärken der Ziegelbauweise: Ziegelhäuser überstehen das Hochwasser im Vergleich zu vielen anderen, vor allem den Leichtbaukonstruktionen, bemerkenswert gut. Denn im Gebäude stehendes Wasser kann die Konstruktion nicht grundlegend zerstören. Durch die Kapillarstruktur des Ziegels trocknen die Wände in kurzer Zeit wieder völlig aus. Somit gewinnen monolithische Ziegel-Außenwände ihre Dämmwirkung schnell wieder zurück. Zudem halten sich die Sanierungskosten in vertretbaren Grenzen.

Bei mit Dämmstoff verfüllten Ständerkonstruktionen dagegen saugt sich die Gefachdämmung mit Wasser voll. Der nasse Dämmstoff verliert dann seine Dämmwirkung und sackt unter dem Gewicht des aufgenommenen Wassers zusammen. Er verrutscht von außen unsichtbar in der inneren leichten Wandkonstruktion, wodurch sich die Dämmwirkung erheblich reduziert. Zusätzlich trocknet der nasse Dämmstoff nur extrem langsam, weil der nichtkapillare und diffusionsdichte Wandaufbau die Austrocknung behindert. Besitzer von betroffenen Leichtbauhäusern müssen mit Schimmel innerhalb der Wände und Decken, Fäulnis und hohen Heizenergiekosten rechnen. Im Extremfall ist ihr Heim nicht mehr bewohnbar und abbruchreif.

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