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Grohe zeigt Bad-Konzepte für das Jahr 2020

(24.6.2005) Wie werden Häuser und vor allem Sanitärräume im Jahr 2020 aussehen? Welche neuen Funktionen sollen sie ihren Nutzern bieten, welchen Stellenwert werden sie einnehmen, und welche Ausstattungsobjekte sind nötig? Beeinflussen beispielsweise Wellness als Maxime für ein Zusammenspiel aus Gesundheit und Genuss einerseits und Cocooning als gesellschaftliches Phänomen des Rückzugs auf die heimische Privatsphäre andererseits weiterhin die Badgestaltung? Welche Lösungen erwarten die Menschen in 15 Jahren von den Herstellern im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung und dem durchschnittlich steigenden Lebensalter? Vor allem: Wie werden die relevanten Zielgruppen dieser nicht mehr so fernen Zukunft charakterisiert sein, z.B. hinsichtlich ihres Lebensstils und ihrer Anforderungen an Architektur und Innenarchitektur?


Sieht so möglicherweise das Bad eines Business-Nomaden im Jahr 2020 aus?

Um solche Fragen rechtzeitig beantworten und die Produktentwicklung auf künftige Anforderungen einstellen zu können, engagiert sich Europas größter Hersteller von Sanitärarmaturen, Grohe, mit intensiver Forschung und Entwicklung für fundierte Konzepte zukunftsfähiger Sanitärraumgestaltung. Ziel ist, einen möglichst verlässlichen Ausblick zu erstellen, mit dem marktgerechte Innovationen geplant und realisiert werden können. Unter dem Titel "Visions of Water 2020" stellte Grohe Journalisten und Kunden in zwei Veranstaltungen am 23. Juni erstmals Szenarien, Methoden der Innovations-Steuerung und Visionen künftiger architektonischer Lösungen vor.

Mit der "Roadmap" unterwegs auf neuen Wegen

Eine wichtige Basis dafür bilden Szenarien und Zielgruppenbeschreibungen, die Grohe anhand der so genannten "Sinus-Milieus" untersucht hat. Eine erste Fragestellung lautet, welchen Einfluss sich abzeichnende gesellschaftliche Megatrends auf ausgewählte Zielgruppen haben. Insbesondere ökonomische, ökologische, technologische und kulturelle Aspekte oder auch Umfeldfaktoren wie die Trinkwasserversorgung, bilden Schwerpunkte der prognostizierten Entwicklung. Die daraus abgeleiteten Handlungsspielräume bilden den Rahmen für eine "Roadmap", die den Weg zu den angestrebten Innovationen weist. Signale der Zukunft, die sich bereits erkennbar sind, werden als Einflussfaktoren erkannt und in die Planungen einbezogen. So entstehen auf fundierter Grundlage Visionen, die begreifbar gemacht und visualisiert werden. Ein Leitgedanke dabei ist, dass der Betrachtungshorizont über die heute schon klar erkennbaren Dinge deutlich hinausgehen muss.

Manfred Quirmbach, Leiter Forschung & Entwicklung bei Grohe, vergleicht die Entwicklung der Szenarien mit den so genannten "Concept-Cars" der Automobil-Industrie: "Wir bedienen uns im Wesentlichen genau der gleichen Projektionen über wahrscheinliche Entwicklungen der Gesellschaft, über die sich verändernden Bedürfnisse und die technischen Lösungen als adäquate Antworten darauf. Ähnlich wie die 'Concept-Cars' der Autohersteller, die oft einer Phase von fünf bis sieben Jahren bis zur Serienreife vorgreifen, entwickeln auch wir heute visionäre Produkte, die Meilensteine auf einer noch weiter gedachten Entwicklung darstellen können. Nur bauen wir keine Modelle von Bädern auf, um sie unseren Kunden zu zeigen, sondern erschaffen virtuelle Badwelten im Rechner."

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... oder so das Bad eines Luxusasketen?

Drei Zielgruppen stellvertretend im Fokus

Für die Abfrage bei den Kunden, ob das Konzept die Anforderungen, Wünsche und den Geschmack trifft, stehen nun verschiedene Optionen zur Wahl. Demonstrationen am Bildschirm lassen sich relativ einfach und ortsungebunden realisieren. Einen Ausflug in das Umfeld, die Häuser und Sanitärräume klar definierter Zielgruppen können Kunden neuerdings auch mittels 3D-Projektion in einer vollumgebenden so genannten "Cave" erleben (siehe Bild rechts und Meldung "VRfx - VR-Visualisierung mit anmutungstreuen Effekten").

Als relevante Zielgruppen für die "Visions of Water 2020" wurden ...

Ihnen gemein ist die Affinität zu Markenprodukten und die Bereitschaft, für innovative Ausstattung in ihrer Wohnumwelt entsprechend zu investieren. Die Ergebnisse der Untersuchungen über die zukünftigen Bedürfnisse dieser Zielgruppen wurden in umfangreichen Datensammlungen dokumentiert und in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart, in die Form einer Virtual-Reality-Visualisierung gegossen. Interaktiv lassen sich so die Lebensräume erforschen und Visionen des künftigen Umgangs mit Wasser aufzeigen.

Die Richtung ständig überprüfen

Die Einbindung professioneller Kundengruppen, wie Installateuren, Großhändlern, Architekten und Planern sowie von designbewussten, anspruchsvollen Endverbrauchern hat für Grohe mehrere Vorteile. Sie ist zum Beispiel notwendig, um immer wieder überprüfen zu können, ob die Ideen und Konzepte der langfristigen "Roadmap" auf der "richtigen Spur" liegen. Gegebenenfalls müssen die Planungen an neue Wünsche, Entwicklungen oder Marktgegebenheiten angepasst werden. Die Grohe Markt- und Marketingforschung hat dazu ein eigenes Verfahren konzipiert, mit dem die Kunden ihre Meinung zu aktuellen Projekten äußern können. Auf einer speziellen Internet-Plattform können von Grohe eingeladene Experten schon in frühen Phasen Einblicke erhalten, um Produktkonzepte zu bewerten, Preisvorstellungen zu artikulieren und Marktchancen einzuschätzen.


2020er Vision eines Bades für wohlhabende Senioren.

Außerdem wecken die Präsentationen Neugier, regen die Phantasie an. Wichtige Impulse der Kunden werden so häufig erst angestoßen, die auf die Forschung und Entwicklung bei Grohe zurückwirken. Dabei sind Innovationen in der Sanitärbranche, wie Manfred Quirmbach weiß, eher durch das Angebote gesteuert als durch die Nachfrage und konkret geäußerte Zukunftserwartungen: "Der heutige Kunde kann seine wahrscheinlichen Bedürfnisse von Morgen nicht oder nur sehr selten formulieren; diese können jedoch angeregt werden durch anschaulich visualisierte und begreifbare Visionen. Dies geschieht in der Regel beispielsweise über Zeitschriften oder Ausstellungen etc. Auf diese Weise entstehen neue Bedürfnisse, die faszinieren und indirekt Trends setzen."

Vorsprung durch High-End-Technologie

Das Projektteam für "Visions of Water 2020" begann 2002 mit Teilnehmern aus Design, Forschung & Entwicklung, Vertrieb, Marktforschung und Produktmanagement. Mit Unterstützung der Unity AG aus Paderborn wurden mehr als 20 GB Daten erarbeitet und auf 1.600 Seiten dokumentiert. Die beim Fraunhofer IAO errichtete vollumgebende "Cave" ist eine von weltweit insgesamt zehn Einrichtungen dieser Art und damit momentan absolute High-End-Technologie. Laut Manfred Quirmbach ist Grohe das einzige Unternehmen der Sanitärbranche, das auf diese modernen Methoden der Datenermittlung, -verarbeitung und -visualisierung zurückgreift.

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