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Kurzfristig steigende Heizölpreise zu befürchten

(22.1.2004) Nachdem zu Wochenschluss die Rohölpreise an den internationalen Ölmärkten nochmals kräftig anzogen und auch der Euro in die längst fällige Korrektur überzuschwenken scheint, ist in Deutschland zumindest kurzfristig mit steigenden Heizölpreisen zu rechnen.

Die Futures auf OPEC-Rohöl stiegen am vergangenen Freitag im späten Handel in NewYork kräftig auf über 35 US-Dollar an, während der März-Kontrakt für Nordseeöl "Brent" auf über 30 US-Dollar anzog. Der Dollar konnte sich gegenüber dem Euro kräftig erholen und notiert bei mittlerweile wieder knapp 81 Euro-Cent.

Wiedereinmal werden die historisch niedrigen Ölbestände in den USA als Grund für das sehr hohe Preisniveau angeführt, wobei auf der Produktseite (Heizöl, Kraftstoffe) die Versorgungslage keineswegs besorgniserregend, sondern eher komfortabel ist.

Die permanent schlechte Rohölversorgungslage kann zum einen mit Kostenrationalisierung durch geringe Lagerhaltung begründet werden, zum anderen könnte daraus aber auch geschlossen werden, dass von den Einkaufsmanagern tendenziell sinkende Rohölpreise erwartet werden. Das paradoxe daran ist, das eben diese Kaufzurückhaltung für die so oft beschriebenen knappen Lagerbestände führt und die Angst vor einer Unterversorgung die Preise weiter hochtreibt. Desweiteren führen charttechnisch getriebene Spekulationskäufe sowie die Zurückhaltung der OPEC zu steigenden Preisen.

Die in den letzten Monaten gewaltige positive Unterstützung unsere Inlandspreise durch den stark anziehenden Euro scheint nun zumindest kurzfristig ebenfalls verloren zu gehen. Nachdem sich die EZB besorgt über die Dollarschwäche zeigte und die japanische Notenbank angesichts des ebenfalls sehr hohen Yen-Kurs gegenüber dem Dollar intervenierte, korrigierte die Gemeinschaftswährung doch recht kräftig. Unterstützung fand der Dollar in einem gestiegenen Vertrauen in die US-Wirtschaft, dass durch positive Wirtschaftdaten ausgelöst wurde und die Netto-Kapitalzuflüsse in die US-Wirtschaft stark ansteigen ließ.

Alles in allem sieht es derzeit nicht besonders gut für fallende Heizölpreise aus. Wer kurzfristig Heizöl benötigt, sollte schnell handeln, da sich das Preisniveau - bedingt auch durch eine relativ schwache Nachfrage - im langfristigen Vergleich immer noch in einem recht attraktiven Preisband hält.

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