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Traum vom Haus mit Bankbürgschaft sichern

(9.3.2002) Geht eine Baufirma pleite bevor der Bau fertig ist, steht der Kunde mit einer unfertigen Werkleistung da, die er bezahlen muss. Es ist schwierig, eine andere Firma zu finden, die das Werk zu akzeptablem Preis fertig stellt. Hat die Pleitefirma auch noch mangelhaft gearbeitet, besteht keine Chance, dafür kostenlose Nachbesserung oder Ersatz durchzusetzen.

Abschlagszahlungen, die schon an die Pleitefirma geleistet worden sind, verschwinden in der Konkursmasse. Waren sie überhöht, so steckt in dem bis dahin fertig gestellten Bauwerk kein entsprechender Gegenwert. Es kann sogar vorkommen, dass Zulieferer der Baufirma Bauteile demontieren, die diese noch nicht bezahlt hatte.

Die betroffene Baufamilie kann dies in den finanziellen Ruin stürzen. Denn die Mehrkosten für Fertigstellung und Mängelbeseitigung durch andere Unternehmen übersteigen häufig ihre finanzielle Belastbarkeit. Hinzu kommen Mehrarbeit, Ärger und Stress, die ja gerade durch die Entscheidung für ein schlüsselfertiges Haus ("alles aus einer Hand") vermieden werden sollten.

Ein in Deutschland noch relativ neuer Weg zur Abdeckung dieses Risikos ist die Fertigstellungs- und die Gewährleistungsversicherung. Doch wie jede Versicherung zahlt auch diese nur, wenn die Baufirma die Prämie pünktlich überweist. In einem aktuellen Konkursfall hatte die Baufirma dies unterlassen. Der Versicherer verweigerte die Leistung, und die Käufer standen im Regen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, sowohl die Fertigstellung als auch eventuelle Gewährleistungsansprüche durch eine ausreichend hohe Bankbürgschaft abzusichern. Dies muss der Käufer vor Vertragsabschluss aushandeln und zur Voraussetzung des Bauvertrages machen. Wenn eine Firma bei ihrer Hausbank keine Bürgschaft mehr erhält, kann dies bereits ein Indiz für ihre finanzielle Schieflage sein.

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