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Solarenergie: Wenn die Sonne Räume heizt

(5.3.2002) Heißes Wasser aus der Leitung, von der Sonne erwärmt: Noch immer ist dies die häufigste Nutzung von Solaranlagen. Je nach Auslegung der Anlage und den örtlichen Gegebenheiten können so bis zu 60 Prozent des Warmwasserbedarfs für ein Einfamilienhaus gedeckt werden. Zur Raumheizung wurde die Sonne dagegen bisher eher selten genutzt. Der Grund liegt auf der Hand: Gerade dann, wenn die Sonne am häufigsten und intensivsten scheint wird am wenigsten bis gar keine Heizenergie benötigt – und umgekehrt. Daher zielt die Nutzung der Sonnenenergie zur Unterstützung der Raumheizung vor allem auf die Übergangszeit – und findet hier durchaus wachsendes Interesse.

Dimensionierung und Komponenten einer Solaranlage hängen vom jeweiligen Einzelfall ab. Ganz allgemein gilt aber die Regel: Je niedriger die Rücklauftemperatur der Heizung, desto mehr Energie kann die Solaranlage beitragen. Deshalb sind großflächige Heizkörper mit niedrigem Temperaturniveau oder aber Fußbodenheizungen besonders geeignet. Je nach Wärmeertrag und Volumen des Speichers ist es möglich, eingefangene Wärme bis in die späten Abendstunden zu nutzen. Bei geeigneter Auslegung kann eine solche Solaranlage bis zu 30 Prozent der Energie bereitstellen, die während eines Jahres zum Erwärmen von Wasser nötig ist.

Effiziente Vakuumkollektoren

Die technisch beste Lösung sind Vakuumröhrenkollektoren, die wie eine Thermoskanne funktionieren. Zudem erhöhen rinnenförmige Reflektoren den Wirkungsgrad, indem sie neben direkter Sonnenstrahlung auch diffuse auf den Absorber lenken. Deshalb eignen sich Vakuumkollektoren sehr gut zur Unterstützung der Raumheizung, da sie die schwache Sonnerstrahlung im Winter besonders effizient nutzen. Bei gleicher Fläche liefert der Vakuumkollektor gegenüber Flachkollektoren einen rund 30 Prozent höheren solaren Ertrag. Die zusätzlich erforderliche Energie liefert eine zentrale Heizungsanlage. Die Kombinationsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig. Wer auch bei der Zusatzheizung auf regenerative Energie setzt, für den empfiehlt sich eine Holzpellet-Heizung, doch auch eine Wärmepumpe mit Grundwassernutzung als Wärmequelle kann ökologisch sinnvoll sein. Wichtig ist vor allem, dass die verschiedenen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Dafür halten die Hersteller Systemtechnik im Baukastensystem bereit. Einer der wichtigsten Bausteine ist die Regeleinheit: Sie sorgt für ökonomischen Betrieb, indem sie die Solaranlage stets optimal ausschöpft und die Zusatzleistung des Heizkessels minimiert.

Beim Hausbau mit der Sonne planen

Mit der Sonne zu heizen, so Dr. Uwe Hartmann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie (DGS), ist vor allem für Häuslebauer interessant: "Da kann der Wärmeschutz von vornherein so in die Planung einbezogen werden, dass der Bedarf an Zusatzheizung klein ist. Bei älteren Häusern kann der Einbau einer solarthermischen Anlage zur Heizungsunterstützung dann sinnvoll sein, wenn die Dämmung besser ist als nach der Wärmeschutzverordnung von 1995 vorgeschrieben."

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