Redaktion  || < älter 2002/0111 jünger > >>|  

Anstieg der Wohnnebenkosten erstmals niedriger als Lebenshaltungskosten

(2.2.2002) Erstmals seit 1985 sind die Wohnnebenkosten wieder weniger stark gestiegen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Allerdings liegt der Anstieg immer noch höher als derjenige der eigentlichen Mieten. Darauf hat heute das ifs Städtebauinstitut in Berlin hingewiesen.

Nach Berechnungen des Instituts haben sich die Wohnnebenkosten insgesamt in Deutschland im Jahr 2001 um 1,6% verteuert. Die Steigerungsrate sei damit niedriger gewesen als im Vorjahr, als sie 2,0% betragen habe, und auch deutlich geringer als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, die sich im vergangenen Jahr um 2,5% (2000: 1,9 Prozent) verteuert hätten. Die (Nettokalt-) Mieten, also die Mieten ohne Nebenkosten, hätten sich sogar nur um 1,1% (2000: 1,2%) erhöht.

Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: "Bei dieser Entwicklung muß man allerdings berücksichtigen, dass es sich um eine Preisberuhigung auf relativ hohem Niveau handelt. In den vorangegangenen Jahren waren die Wohnnebenkosten erheblich stärker gestiegen als die Lebenshaltungskosten und auch die Mieten. Insoweit ist der moderate Anstieg im vergangenen Jahr für Mieter und Wohnungseigentümer nur ein relativ schwacher Trost."

"Preistreiber" bei den Nebenkosten sei wie im Vorjahr mit großem Abstand das Gas mit einem Anstieg um 23,3% (2000: 16,3%) gewesen. Dagegen seien die Preise für flüssige Brennstoffe, insbesondere Heizöl, nach dem drastischen Anstieg im Jahr 2000 um 53,4% wieder leicht um 1,6% rückläufig gewesen. Auch hier gelte die Aussage: Preisberuhigung auf hohem Niveau. Überproportional hätten sich die Gebühren für die Müllabfuhr um 2,8% ( 2000: 1,9%) verteuert. Auch die Strompreise hätten sich nach einem Rückgang im Jahr 2000 um 4,8% mit 4,1% im Jahr 2001 wieder deutlich stärker verteuert. Unterdurchschnittlich gestiegen seien dagegen die Gebühren für die Abwasserentsorgung um 1,3% (2000: 1,2%), für die Frischwasserversorgung um 1,2% (2000: 2,0%) und die Kosten für feste Brennstoffe um 1,1% (2000: 1,3%).

Spitzenreiter im längerfristigen Vergleich seien nach Feststellung des Städtebauinstituts die Heizölkosten mit einem Anstieg um 48,6% seit 1996 vor den Gaskosten mit 43,7% und den Müllabfuhrgebühren mit 23,4%. In diesem Zeitraum hätten sich die Wohnnebenkosten insgesamt um 14,0% verteuert und damit doppelt so stark wie die (Nettokalt-)Mieten mit 7,1%. Der Anstieg der Nettokaltmieten habe damit auch unter der Verteuerung der Lebenshaltungskosten um 8,1 Prozent gelegen. Jokl: "Das in den 90er Jahren deutlich gestiegene Wohnungsangebot hat maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen."

siehe auch:


zurück ...